Adobe-Programme in einer Auslage

Aktie auf Rekordhoch Adobe schwebt auf Wolke sieben

Stand: 14.09.2018, 08:58 Uhr

Der US-Softwareanbieter Adobe macht das, was alle in der Branche machen. Er setzt ganz auf die Cloud, das Geschäft mit der Mietsoftware. Mit herausragendem Erfolg, wie nicht nur die jüngsten Geschäftszahlen zeigen.

Denn die Börse ist schon länger von der Adobe-Strategie überzeugt und treibt die Aktie des kalifornischen Unternehmens auf immer neue Höhen. Auch am Donnerstag hat das Papier an der Technologiebörse Nasdaq neue Bestmarken markiert und bei 268,50 Dollar geschlossen. Im Handelsverlauf wurde bei 269,97 Dollar dabei ein neues Rekordhoch markiert.

Damit setzt sich eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte fort, die das Papier zuletzt geschrieben hat. Seit Jahresanfang sind es über 50 Prozent Kursgewinn, innerhalb eines Jahres fast 75 Prozent. Noch besser fällt die Betrachtung über fünf Jahre aus, hier hat sich die Aktie mehr als verfünffacht.

Kräftiger Gewinnschub

Konkret hat der Konzern im dritten Geschäftsquartal die Erlöse um 24 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar gesteigert. Der Gewinn stieg um 59 Prozent auf 666,3 Millionen Dollar. Das war mehr, als von Analysten erwartet. Zusätzlich hat Adobe im Quartal rund 2,9 Millionenen eigene Aktien zurückgekauft und damit nach eigenen Angaben den Aktionären rund 714 Millionen Dollar zukommen lassen.

Erfolgsmodell Creative Software

Rotes Logo vor der Adobe-Zentrale in San José, Kalifornien

Adobe-Zentrale in San José, Kalifornien. | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Bekannt ist Adobe unter anderem durch die im Kreativbereich sehr bekannte Fotobearbeitungssoftware Photoshop. Dabei hat Adobe sein Geschäftsmodell von Lizenzverkäufen auf Web-Abos umgestellt. Das Abo-Modell steht mittlerweile für den überwiegenden Teil der Erlöse und führt gleichzeitig zu niedrigeren Kosten. Entsprechend hat sich die Marge des Unternehmens innerhalb von drei Jahren von 25 auf 36 Prozent erweitert.

Zukauf in der Pipeline

Die Wachstumsstory soll aber nicht nur organisch, sondern auch durch Zukäufe gestärkt werden. Aktuell heißt es aus Insiderkreisen, dass Adobe mit dem Cloud-Marketingspezialisten Marketo über eine Übernahme verhandelt. Eine Milliardeninvestition, die aber helfen dürfte, Konkurrenten wie Microsoft oder Oracle zu attackieren. Auch diese setzen immer mehr auf die Cloud, ebenso wie Dax-Mitglied SAP mit seiner kaufmännischen Software. Zur Erinnerung: SAP ist im Dax das wertvollste Unternehmen, das aktuell einen Börsenwert von 127 Milliarden Euro auf die Waage bringt.

Die Erfolgsgeschichte hat aber auch ihre Kehrseite. Denn mit dem Erfolg steigt bekanntlich das Riskio, die immer höheren Markterwartungen zu verfehlen. Entsprechend würde dann auch die Fallhöhe an der Börse steigen. Aktuell ist davon aber bei Adobe nichts zu sehen, blickt man auf den Chart der Aktie. Firmenchef Shantanu Narayen sprach von einem starken Momentum auch für die zweite Hälfte des Fiskaljahres 2018. Nachbörslich fiel die Adobe-Aktie an der Nasdaq am Donnerstag 0,9 Prozent.

rm