Ado Properties-Immobilie in Berlin

Dreier-Fusion auf Immobilienmarkt Adler, ADO und Consus: Aus drei mach eins

Stand: 16.12.2019, 09:14 Uhr

Der Berliner Mietendeckel und der wachsende Druck auf renditeorientierte Immobilienunternehmen hat erste Folgen: Die Wohnungsbesitzer Adler und ADO fusionieren und verleiben sich auch den ebenfalls in Berlin ansässigen Projektentwickler Consus ein.

Es ist eine komplexe Dreierfusion unter vorwiegend in Berlin ansässigen Firmen. Formal bietet ADO Properties den Adler-Aktionären 0,4164 neue Aktien an, das sind nach dem Schlusskurs vom Freitag insgesamt 1,03 Milliarden Euro. Dabei sind beide Unternehmen schon länger miteinander verbunden. So ist Adler erst durch den Kauf der israelischen ADO-Mutter, ADO Group, in den Besitz eines Drittels an ADO Properties gelangt. ADO Properties ist an der Börse gut 1,5 Milliarden Euro wert.

Das fusionierte Unternehmen soll unter dem Namen Adler Real Estate Group firmieren. Adler Real Estate sitzt zwar in Berlin, ist aber auf dem Immobilienmarkt der Hauptstadt bisher kaum vertreten. Das Unternehmen hält nach eigenen Angaben mehr als 62.000 Wohnungen, vornehmlich im Norden und Westen Deutschlands.

Adler-Anteilseigner haben bereits zugestimmt

Dagegen liegt ein Großteil des Wohnungsbestandes von ADO Properties in der Hauptstadt. Zusammen kommen die beiden Unternehmen nach Angaben von Adler Real Estate auf gut 80.000 Wohnungen im Wert von rund 8,5 Milliarden Euro.

Die größten Anteilseigner von Adler mit zusammen 52 Prozent haben der Übernahme bereits zugestimmt. Erst in der vergangenen Woche hatte Adler die Ende September angekündigte Übernahme der ADO-Muttergesellschaft in Israel für 708 Millionen Euro perfekt gemacht und hält seither indirekt 33 Prozent an der operativen Tochter ADO Properties. Gleichzeitig wurde dort der Vorstandschef ausgetauscht. Am Ruder von ADO Properties ist nun der erfahrene Immobilienmanager Thierry Baudemoulin.

Auch Projektentwickler soll dazugehören

Um sich breiter aufzustellen, wollen ADO und Adler auch den börsennotierten, ebenfalls in Berlin ansässigen Projektentwickler Consus Real Estate schlucken. "Durch den strategischen Zusammenschluss von ADO, Adler und Consus entsteht ein integrierter Immobilienkonzern der insbesondere den Bedarf an Wohnraum in den Top-Neun-Städten deutlich besser bedient", sagte Consus-Chef Andreas Steyer.

"Im Rahmen der strategischen Kooperationsvereinbarung haben sich ADO und Consus verpflichtet, bei existierenden und neuen Projekten zusammenzuarbeiten", hieß es in der Mitteilung. 22,2 Prozent hat ADO nach eigenen Angaben bereits für 294 Millionen von den Consus-Großaktionären gekauft und kommt damit zusammen mit Adler auf 25 Prozent. Zudem können die beiden weitere 51 Prozent der Consus-Anteile für 0,239 ADO-Aktien oder 8,35 Euro in bar erwerben. Ziehen sie die Option, wird ein Angebot an die übrigen Consus-Aktionäre fällig. Insgesamt könnte die Übernahme sie damit knapp 1,2 Milliarden Euro kosten.

Aktien von Consus und Adler schießen in die Höhe

Für die gebeutelten Aktionäre von Consus - der Kurs hat sich seit 2017 halbiert - ist die Vereinbarung eine gute Nachricht. Ihre Anteilsscheine sausten am Morgen um 36 Prozent in die Höhe. Auch die im SDax notierten Aktien von Adler Real Estate schossen zweistellig in die Höhe. Die ebenfalls im SDax notierten Papiere von ADO Properties büßten dagegen fast zehn Prozent ein.

lg/rtr