Zentrale des Immobilienfinanzierers Aareal in Wiesbaden

Nach Gewinneinbruch Aareal senkt die Dividende

Stand: 26.02.2020, 09:19 Uhr

Seit Jahren erwirtschaftet der Immobilienfinanzierer solide Gewinne. Nun aber nimmt der Gegenwind zu. 2019 sackte das Betriebsergebnis um über ein Fünftel ein. Gerät Aareal jetzt mehr noch ins Visier des aktivistischen Hedgefonds Teleios?

Im Science-Fiction-Film Teleios werden Angst und Schrecken verbreitet. Auch der Schweizer Hedgefonds mit demselben Namen lehrt Andere das Fürchten. Teleios investiert in unterbewertete europäische mittelgroße Unternehmen und macht ihnen Druck, damit sie ihre Rentabilität verbessern.

Hedgefonds macht Druck

So auch bei der Aareal Bank: Der aktivistische Hedgefonds Teleios hält rund fünf Prozent der Aktien des Wiesbadener Immobilienfinanzierers und fordert eine Abspaltung oder Veräußerung der IT-Sparte Aareon. Der Aareal-Vorstand will davon vorerst (noch) nichts wissen und hält an der Tochter fest. "Aareon ist eine Schönheit, auch ohne einen Teilverkauf", sagt Aareal-Chef Hermann Merkens. Aareon soll durch gezielte Zukäufe fit gemacht werden für einen möglichen, späteren Verkauf.

Die IT-Tochter, mit deren Software große Wohnungsvermieter die Verwaltung von Immobilien und Mietzahlungen abwickeln, ist für die Aareal nicht nur wichtig wegen der Zinserträge. Die Einlagen aus der Wohnungswirtschaft sind für die Bank auch eine wichtige Refinanzierungsquelle. Im vergangenen Geschäftsjahr trug Aareon zum Betriebsergebnis der Konzernmutter 37 Millionen Euro bei - eine Million Euro mehr als 2018.

Weniger Nettogewinn und Dividende

Damit war Aareon einer der wichtigsten Gewinngaranten der Aareal Bank. Insgesamt verdiente das MDax-Unternehmen nur 248 Millionen Euro. Das ist ein Rückgang um 22 Prozent. Schuld daran ist unter anderem die Trennung von faulen Krediten in Italien. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn schrumpfte gar um 30 Prozent auf 145 Millionen Euro. Allerdings hatte die Bank im Vorjahr auch von einem Sondergewinn profitiert.

Den Aareal-Bank-Aktionären winkt für 2019 eine Dividende von zwei Euro je Aktie. Das sind zehn Cent weniger als für 2018 ausgeschüttet wurden.

2020 soll besser werden

In diesem Jahr will die Aareal Bank Betriebsergebnis und Nettogewinn stabil halten. Die Wiesbadener streben für das laufende Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis an. Unter dem Strich werde 2020 ein Überschuss auf Vorjahresniveau erwartet, stellte Firmenchef Hermann Merkens am Mittwoch in Aussicht. Die Bank rechne mit anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten, zudem bleibe der Wettbewerb herausfordernd. Weder von Seiten der Regulierung noch bei den Zinserträgen sei mit einer Entlastung zu rechnen.

Die Zahlen und der Ausblick sind nicht so schlimm wie befürchten. Die Aktien des Immobilienfinanzierers steigen zur Xetra-Eröffnung leicht und trotzen dem negativen Marktumfeld. Auf Einjahres-Sicht sind die Titel freilich kaum vorangekommen.

nb