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Tief im Minus Adidas baut auf baldige Erholung

Stand: 06.08.2020, 10:27 Uhr

Wie erwartet hat sich der Corona-Lockdown massiv auf das Adidas-Geschäft ausgewirkt. Im zweiten Quartal bricht der Umsatz ein, unter dem Strich bleibt ein dickes Minus. Aber das Schlimmste könnte für den Sportartikelhersteller überstanden sein.

Seit Ende des zweiten Quartals habe sich die Umsatzentwicklung des Unternehmens weiter allmählich erholt, teilte Adidas mit. "Nach allem, was wir heute wissen, wird sich die Erholung unseres Geschäfts im dritten Quartal fortsetzen", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted. Die Nachfrage in den geöffneten Läden sei hoch.

"Dies ist eine solide Grundlage, auf der wir aufbauen können", so Rorsted. Zuletzt hatten auch die Konkurrenten Nike und Puma von wegbrechenden Geschäften infolge der Coronakrise berichtet.

Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
272,80
Differenz relativ
+2,06%

Eine Prognose für das Gesamtjahr sei jedoch weiterhin nicht möglich, hieß es weiter. Trotzdem hilft der Aktie das Prinzip Hoffnung. Mit einem Aufschlag von fast drei Prozent auf 246,70 Euro gehören Adidas im Dax zu den gefragtesten Titeln.    

Es hätte schlimmer kommen können

Dabei ist Adidas wegen der monatelangen Ladenschließungen tief in die roten Zahlen gerutscht. Im zweiten Quartal summierte sich der Nettoverlust auf 306 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Adidas noch 462 Millionen Euro Gewinn geschrieben. Operativ wies der Konzern nun einen Fehlbetrag von 333 Millionen Euro aus, nach einem Betriebsergebnis von 643 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Der Konzernumsatz brach währungsbereinigt um 34 Prozent auf 3,58 Milliarden Euro ein. Damit traf die Krise den Sportausrüster nicht ganz so hart wie erwartet. Vom Finanzdatenanbieter Refinitiv befragte Analysten hatten lediglich einen Umsatz von 3,27 Milliarden Euro erwartet.

Kasper Rorsted, designierter Adidas-Chef

Kasper Rorsted. | Bildquelle: picture alliance / dpa, Unternehmen, Montage: boerse.ARD.de

Für das Gesamtjahr traut sich Adidas zwar keine Prognose zu – aber im dritten Quartal bis Ende September soll der Umsatz nicht mehr so stark einbrechen wie zuletzt. Zudem soll das operative Ergebnis wieder positiv sein. Der Konzern rechnet im dritten Quartal mit einem Betriebsergebnis zwischen 600 und 700 Millionen Euro. Das wäre eine Verbesserung von rund einer Milliarde Euro im Vergleich zum verlustreichen zweiten Quartal.

ts