Adidas Laufschule mit Springblade-Sohle

Umsatzentwicklung sorgt für Kursminus Adidas mit kleiner Schwachstelle

Stand: 09.11.2017, 10:47 Uhr

Der Sportartikel-Konzern kann sich derzeit als Gewinner im Wettbewerb mit dem US-Rivalen Nike fühlen. Bei der Bilanz zum dritten Quartal gibt es aber neben viel Licht auch ein wenig Schatten.

An der Umsatzentwicklung im Berichtszeitraum machen einige Anleger am Donnerstag offenbar ihre Entscheidung fest, die Aktie kurzfristig einmal über Bord zu werfen. Mit einem Minus von knapp zwei Prozent gehört Adidas zunächst zu den größten Verlierern im Dax.

Das Umsatzwachstum um 8,7 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro erfüllte die Erwartungen des Marktes und auch einiger Analysten nicht ganz. Adidas hat dabei auch unter ungünstigen Wechselkursen gelitten. Ohne die Währungseffekte hätte der Erlös-Zuwachs bei zwölf Prozent gelegen.

USA und China als Wachstumsloks

Die regionale Entwicklung zeigte im Quartal, dass die Herzogenauracher gegenüber Nike aber weiter im Vorwärtsgang bleiben. Während der US-Konkurrent im Heimatmarkt Nordamerika zuletzt arg schwächelte, legte Adidas in der Region um 23 Prozent zu. In China brummt das Geschäft noch ungehemmter - Umsatzplus hier 28 Prozent. Adidas hatte wegen der guten Verkäufe von Schuhen ind Sportbekleidung im laufenden Jahr bereits seine Prognose angehoben.

Auf der Ergebnisseite ist denn auch alles mehr als zufriedenstellend: Mit einem Gewinnplus von 35 Prozent auf 549 Millionen Euro schlägt Adidas die Markterwartungen. Auch ein Anstieg der operativen Marge (operatives Ergebnis im Verhältnis zum Umsatz) lässt das Unternehmen aufhorchen, die Kennziffer kletterte um 2,7 Prozentpunkte auf 14 Prozent.

Die Gesamtjahresprognose sieht entsprechend aus: Das Gewinnplus im gesamten Geschäftsjahr wird auf 26 bis 28 Prozent geschätzt, beim Umsatz sieht Adidas nun einen Zuwachs von 17 bis 19 Prozent vor. Im vergangenen Jahr hatte man 18,5 Milliarden Euro Erlöse erwirtschaftet.

Experten bleiben an Bord

Analysten sind in ersten Stellungnahmen denn auch weiterhin sehr positiv für die Aktie. Die Investmentbank Equinet hat ihre Einstufung auf "Accumulate" mit einem Kursziel von 211 Euro belassen. Das Umsatzwachstum im dritten Quartal habe sich wie erwartet abgeschwächt, schrieb Analyst Mark Josefson in einer Studie vom Donnerstag. Dafür sei das Betriebsergebnis deutlich stärker gestiegen als erwartet. Auch die Baader Bank empfiehlt Adidas 220 Euro weiterhin zum Kauf. Der Konzern habe sich auch im dritten Quartal besser entwickelt als seine US-Konkurrenten.

Im laufenden Jahr hat die Adidas-Aktie ein Kursplus von rund 17 Prozent erreicht und sich damit etwas besser als der Dax geschlagen. Interessant ist auch hier der Quervergleich mit dem Erzrivalen: Nike hat an der Börse inzwischen klar das Nachsehen: Die Aktie des US-Konzerns verbucht 2017 bislang ein kleines Kursminus.

AB

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