Nach der Berliner U-Bahn Adidas: Jetzt kommt der Lufthansa-Sneaker

Stand: 14.02.2018, 11:55 Uhr

Passend zum neuen weiß-blauen Farbdesign der Flugzeuge, kleidet Lufthansa auch die Mitarbeiter ein. Dazu gehören außerdem schneeweiße Sneaker von Adidas.

Auf der Feier für das neue Markenlogo des Konzerns hatte Vorstandschef Carsten Spohr letzte Woche eine Überraschung bereit: Er verkündete, dass jeder Mitarbeiter ein Geschenk mit dem neuen Logo der Airline bekommen werde und zeigte auch gleich was die gut 130.000 Beschäftigten des Unternehmens erwarten können: "Mein persönlicher Favorit ist das hier", rief Spohr und hielt einen weißen Sportschuh mit Kranich-Logo von Adidas hoch, berichtet das Handelsblatt.

Einem Adidas-Sprecher zufolge, handelt es sich dabei um das Modell CF Advantage CL für Herren, das Damenmodell sei der Courtset W. Den Schuh gibt es zunächst nur in limitierter Auflage und nur für Mitarbeiter. Verkauft werden diese in Pop-up-Stores an drei Standorten in Deutschland.

Aktie in Korrekturphase

Es ist nicht das erste Mal, dass Adidas für externe Partner Schuhe herstellt. So gibt es etwa eine Produktlinie für den Autobauer Porsche. Für viel Aufmerksamkeit sorgte zuletzt die Partnerschaft mit den Berliner Verkehrsbetrieben, aus der ein Sneaker im Design der U-Bahnsitze mit integrierter Jahreskarte hervorging.

BVG-Schuh

BVG-Schuh von Adidas. | Bildquelle: Adidas

Der Adidas-Aktie konnten die Marketing-Aktionen bisher nicht auf die Sprünge helfen. Im Gegenteil. Die Aktie hat sich von ihrer seit August letzten Jahres andauernden Korrekturphase noch nicht erholt. Der Kurse notiert weiter 25 Prozent unter ihrem damaligen Hoch bei rund 200 Euro.

Nike-Aktie auf Überholspur

Dabei gerät das Papier auch zunehmend in Verzug zur Aktie des Erzrivalen Nike. Während letztere seit November um 7,5 Prozent zugelegt hat, musste Adidas einen Kzrsrückgang um knapp zehn Prozent hinnehmen.

Tatsächlich beträgt der Marktanteil von Adidas in den USA lediglich zehn Prozent. Finanzchef Harm Ohlmeyer kündigte deshalb vor kurzem an, den Marktanteil in den USA deutlich steigern zu wollen. Er nannte dabei das international gewohnte Niveau eines Marktanteils von 15 bis 20 Prozent als mittelfristiges Ziel.

Höherer Marktanteil in Amerika

Dabei gerät auch die schwächelnde US-Tochter Reebok ins Visier der Unternehmensführung. Adidas-Chef Kasper Rorsted sagte kürzlich dem Wirtschaftsmagazin Capital: "In einem Unternehmen gibt es kein Freibier. Zur Not muss man einen Schlussstrich ziehen".

Rorsted zeigte sich allerdings zuversichtlich, dass der laufende Restrukturierungsplan greife. "Ich bin überzeugt, dass die Marke eine gute Substanz hat." Reebok sei außerhalb der USA gut positioniert. Das Hauptproblem der Marke sei der US-Markt. Laut Commerzbank-Analyst Andreas Riemann sieht es derzeit so aus, als könnte es für Reebok in diesem Jahr wieder besser laufen.

Mit den Problemen in den USA befindet sich Adidas allerdings in guter Gesellschaft. Ausgerechnet Nike vermeldete im Dezember rückläufige Umsätze in Nordamerika. Nike will deshalb auf die Kostenbremse treten, seine Unternehmensstruktur verschlanken und Stellen streichen. Außerdem soll die Zahl der Schuhmodelle um 25 Prozent verringert werden.

lg