Adidas-Schriftzug auf einem Schuh
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Kurssteigernde Maßnahmen verkündet Adidas gibt den Anlegern Süßes

Stand: 14.03.2018, 07:53 Uhr

Adidas-Aktionäre können sich freuen: Der Sportartikelhersteller hat erneut ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm beschlossen. Wegen der guten Geschäfte wird auch die Dividende kräftig angehoben.

So soll die Ausschüttung von 2,00 Euro im Vorjahr auf jetzt 2,60 Euro steigen, teilte die weltweite Nummer zwei hinter Nike am Morgen mit. Tatsächlich laufen die Geschäfte des Herzogenauracher Sportartikelherstellers weiterhin glänzend.

Das operative Ergebnis kletterte im vergangenen Jahr um 31 Prozent auf 2,07 Milliarden Euro und übertraf damit die Prognosen der Analysten und die Erwartungen von Adidas selbst. Die Steuerreform in den USA und der Verkauf der Golf-Tochter Taylor Made sowie der Eishockey-Sparte CCM Hockey bremsten aber den Anstieg des Nettogewinns, der nur um acht Prozent auf 1,10 Milliarden Euro wuchs. Ohne die Belastungen der US-Steuerreform hätte Adidas einen Gewinn von 1,43 Milliarden Euro erreicht.

Ersmals mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz

Beim Umsatz übersprang Adidas erstmals die Marke von 20 Milliarden Euro, angetrieben von einem starken Wachstum der Hausmarke Adidas und einer guten Nachfrage nach Laufschuhen und modischen Sneakern. Der währungsbereinigte Anstieg lag mit 16 Prozent allerdings leicht unter den eigenen Erwartungen (17 bis 19 Prozent).

In das neue Jahr geht Adidas mit einer Umsatzprognose, die währungsbereinigt zehn Prozent über dem Umsatz von 2017 liegt. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft - die Auswirkungen der US-Steuerreform ausgeklammert - soll um 13 bis 17 Prozent auf 1,615 bis 1,675 Milliarden Euro steigen. Die operative Marge soll 2018 auf 10,3 bis 10,5 (2017: 9,8) Prozent wachsen. Bis 2020 traut sich Adidas nun eine Marge von 11,5 (bisher: 11,0) Prozent zu.

Aktie hat Nachholbedarf

Der Aufsichtsrat hat zudem grünes Licht für ein weiteres Rückkaufprogramm über bis zu drei Milliarden Euro gegeben. Geplant ist, die Papiere bis zum 11. Mai 2021 über die Börse zurückzukaufen. Alleine in diesem Jahr will Adidas Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro zurückerwerben.

Der Konzern hat sich bereits bei der letzten Hauptversammlung im Jahr 2016 die Genehmigung eingeholt, eigene Aktien in Höhe von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals zurück zu erwerben. Zum Teil wurde dies bereits umgesetzt. Aktienrückkäufe sind allerdings als strategische Maßnahme umstritten, und führen nicht zwangsläufig zu Kursgewinnen.

An der Börse kommen die Zahlen gut an. Marktexperten zufolge hat der Kurs der Adidas-Aktie ohnehin Nachholbedarf, ist er doch seit dem Rekordhoch im August 2017 bei über 200 Euro um rund 16 Prozent gesunken. "Damit ist die Bewertung nun angemessener", sagte ein Händler. Auf dem niedrigeren Kursniveau und angesichts der Aktienrückkäufe dürften Anleger nun wieder zugreifen. Zumal die anstehende Fußball-WM in Russland für steigende Margen sorgen dürfte.

lg