Adidas-Schriftzug auf einem Schuh
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Trotz Schwäche in Westeuropa Adidas läuft der Konjunktur davon - bis jetzt

Stand: 07.11.2018, 09:25 Uhr

Adidas hat sich auch im dritten Quartal selbst übertroffen. Das anvisierte Jahresergebnis wird deshalb besser ausfallen als erwartet. Doch im kommenden Jahr könnte sich die schwächelnde Konjunktur bemerkbar machen.

Zwar sieht sich der Sportartikelhersteller auf dem besten Weg, seine langfristigen Ziele bis 2020 zu erreichen, doch im kommenden Jahr könnten die Geschäfte einen leichten Knick bekommen. Die Erwartungen an die Umsatzentwicklung haben sich leicht eingetrübt.

Die Erlöse sollen im Gesamtjahr währungsbereinigt zwischen acht und neun Prozent zulegen. Bislang wurden etwa zehn Prozent erwartet. Hintergrund dafür ist das niedriger als ursprünglich erwartete Wachstum in Westeuropa.

Rendite deutlich verbessert

Bereits im abgelaufenen dritten Quartal machte sich die Schwäche in Westeuropa bemerkbar, konnte aber den guten Lauf des Konzerns nur unwesentlich bremsen. Zwar kletterte der Umsatz währungsbereinigt "nur" um acht Prozent auf 5,87 Milliarden Euro, etwas weniger stark als von Analysten gedacht. Aber der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft legte um 19 Prozent auf 656 Millionen Euro zu, dank boomender Geschäfte in den USA und China. Er übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich.

Kasper Rorsted

Der designierte Adidas-Chef Kasper Rorsted. | Bildquelle: Unternehmen

Die Rendite habe sich stark verbessert, obwohl Adidas deutlich mehr Geld für Marketing ausgegeben habe, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted. Die Bruttomarge lag im dritten Quartal bei 51,8 (Vorjahr: 50,4) Prozent, im Gesamtjahr soll sie bei bis zu 51,4 (50,4) Prozent liegen.

Nordamerika und China sind die Renner

"Die Umsatzsteigerung ist auf zweistellige Zuwächse in unseren strategischen Fokusbereichen Nordamerika, China und E-Commerce zurückzuführen", erläuterte Rorsted. Dort sind die Margen zum Teil deutlich höher als auf dem umkämpften europäischen Markt. In China legten die Umsätze im dritten Quartal um 26 Prozent zu, in Nordamerika um 16 Prozent. Der Direktverkauf über das Internet schnellte sogar um 76 Prozent nach oben. In Euro gerechnet lag der Umsatz drei Prozent über Vorjahr.

Die deutliche Verbesserung hat auch Auswirkungen auf das Gesamtjahr: Adidas hat deshalb seine Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben. So soll der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft in diesem Jahr um 16 bis 20 Prozent auf bis zu 1,72 Milliarden Euro steigen. Bisher hatte Adidas maximal 1,68 Milliarden in Aussicht gestellt.

Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
195,50
Differenz relativ
-2,25%

Sorgenkind von Adidas bleibt die Marke Reebok, die weiter hinter dem Vorjahr herhinkt. Im dritten Quartal ging ihr Umsatz um fünf Prozent zurück. Zuwächse bei den Retro-Modellen konnten die Rückgänge im Trainings- und Laufsegment nicht wettmachen.

Goldman Sachs bestätigt

Bei den Analysten kommen die Zahlen gut an. So hat Goldman Sachs die Einstufung für Adidas nach den Quartalszahlen und einem erhöhten Ausblick auf "Buy" mit einem Kursziel von 240 Euro belassen. Die Konsensprognose für den Gewinn je Aktie des Lifestyle-Konzerns in diesem Jahr dürfte nun um ein bis zwei Prozent steigen, schrieb Analyst Richard Edwards in einer ersten Einschätzung. Die Bruttomarge im dritten Quartal liege um einen Prozentpunkt über der Konsensschätzung.

Die Anleger reagieren dagegen eher skeptisch. Nach einem leichten Plus im vorbörslichen Handel dreht die Adidas-Aktie im Xetra-Handel kräftig ins Minus und ist mit einem Abschlag von 3,5 Prozent der größte Verlierer im Dax.

lg