Adidas-Laden in Peking, China
Audio

Gutes viertes Quartal erwartet Adidas: Das wird ein Rekordjahr

Stand: 06.11.2019, 11:10 Uhr

Adidas hat im dritten Quartal wegen gestiegener Kosten weniger verdient als zuvor. Dennoch erwartet der Sportartikelhersteller, dass 2019 ein neues Rekordjahr wird.

Dabei geht Adidas von einer Umsatzbeschleunigung im vierten Quartal aus. Angestrebt wird ein Anstieg der Einnahmen von währungsbereinigt fünf bis acht Prozent. Im dritten Quartal stiegen die Erlöse währungsbereinigt um sechs Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. In Nordamerika und China legten die Einnahmen sogar um elf Prozent zu.

Nach neun Monaten lag der Umsatz mit 17,8 Milliarden Euro währungsbereinigt fünf Prozent über Vorjahr. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft legte um acht Prozent auf 1,74 Milliarden Euro zu, obwohl er im dritten Quartal wie erwartet leicht schrumpfte und das operative Ergebnis unter Druck geriet.

Hohe Aktienrückkäufe

Zwar verbesserte sich die viel beachtete Bruttomarge im Quartal leicht um 0,3 Prozent auf 52,1 Prozent. Wegen höherer Ausgaben unter anderem für Marketing schrumpfte das Betriebsergebnis aber leicht auf 897 Millionen Euro. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft sank leicht um 1,7 Prozent auf 644 Millionen Euro.

Die Netto-Cash-Position sank zum 30. September um knapp 200 auf 342 Millionen Euro. Dies liegt zum einen an der Dividendenzahlung sowie am Rückkauf eigener Aktien. Allein im dritten Quartal kaufte das Unternehmen 1,2 Millionen Aktien für einen Gesamtbetrag von 328 Millionen Euro zurück.

Weitere Gewinnsteigerung erwartet

Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen davon aus, dass sich die operative Marge um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte auf einen Wert zwischen 11,3 Prozent und 11,5 Prozent verbessern wird. In Verbindung mit dem fortgesetzten Umsatzwachstum wird dies den Erwartungen zufolge zu einer erneuten Gewinnsteigerung im zweistelligen Prozentbereich führen:

Konkret dürfte der Gewinn zwischen 1,88 und 1,95 Milliarden Euro liegen. Das wäre ein Plus von 10 bis 14 Prozent. "2019 wird trotz einiger Herausforderungen ein Rekordjahr", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted.

Damit bestätigt sich, dass die Stimmung in der Sportartikelbranche trotz aller Unsicherheiten über die konjunkturelle Eintrübung optimistisch ist, auch weil die Industrie sich unter anderem dank des steigenden Gesundheitsbewusstseins der Menschen auf einem anhaltenden Wachstumskurs befindet.

Aktie dreht ins Minus

An der Börse drehte die Adidas-Aktie trotzdem ins Minus und fiel ans Dax-Ende. Marktexperten verwiesen auf die bereits hohe Bewertung, die das weitere Potenzial begrenze. Die Kursziele der Analysten seien nicht weit vom aktuellen Niveau entfernt, nachdem die Aktie im ersten Halbjahr um gut 100 Euro gestiegen war.

Das anspruchsvolle Niveau komme auch darin zum Ausdruck, dass Adidas dem Dax in den vergangenen Wochen etwas hinterher gehinkt sei. Zudem verzerre ein währungsbedingter Einmaleffekt die Margen, was für Ernüchterung sorge.

Analysten zeigten sich mit dem Zahlenwerk des Sportartikelherstellers zwar zufrieden - Euphorie kam aber nicht auf. So bezeichnete Volker Bosse von der Baader Bank Umsätze und Ergebnisse als insgesamt den Erwartungen entsprechend, verwies aber darauf, dass die Gewinne im Jahresvergleich gesunken seien. Mit dem währungsbereinigten Umsatzzuwachs hinke das Unternehmen zudem den Wettbewerbern Nike und Puma hinterher.

lg