Adidas Flagship Store, Shanghai

Nach gescheiteter Mietminderung Adidas braucht einen Milliardenkredit

Stand: 03.04.2020, 08:40 Uhr

Die Corona-Krise trifft den Sportartikelhersteller Adidas mit voller Wucht. Nun will der Konzern offenbar einen Kredit in Milliardenhöhe bei der KfW beantragen.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, überlegt Adidas, einen Kredit von ein bis zwei Milliarden Euro bei der Staatsbank KfW zu beantragen. Wie viel das Unternehmen aus Herzogenaurach tatsächlich braucht und zu welchem Zeitpunkt, sei aber noch offen.

Eine Adidas-Sprecherin verwies auf Äußerungen von Vorstandschef Kasper Rorsted in einem Interview der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Auf die Frage, ob Adidas Staatshilfe brauche, hatte Rorsted gesagt: "Direkte Staatshilfe nicht, aber wir werden Kredite brauchen, wir bei Adidas wie auch die Wirtschaft insgesamt." Näher äußere sich das Unternehmen dazu derzeit nicht, sagte die Sprecherin.

Das Unternehmen hatte bereits vor zwei Tagen mitgeteilt, angesichts der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Coronavirus "proaktiv einen konservativen Ansatz beim Liquiditätsmanagement zu verfolgen, um die finanzielle Flexibilität des Unternehmens im derzeitigen Umfeld zu erhalten." Adidas stoppte in diesem Zuge auch sein geplantes Programm zum Aktienrückkauf.

Ausbaufähige Krisenkommunikation

Adidas war diese Woche in die Schlagzeilen geraten, weil das Unternehmen angekündigt hatte, seine Miete für vorübergehend geschlossene Geschäfte nicht zahlen zu wollen. Der Sportartikler hatte das mit enormen Umsatzausfällen begründet. Viele Politiker nannten die Entscheidung unverständlich, in sozialen Medien hagelte es Boykottaufrufe. Am Mittwoch vollzog Adidas einen Kurswechsel, entschuldigte sich in großformatigen Anzeigen öffentlich. Die Mieten für April seien überwiesen worden. "Fast auf der gesamten Welt findet kein normales Geschäft mehr statt. Die Läden sind zu", hieß es im Text der Anzeige. "Das hält selbst ein gesundes Unternehmen wie Adidas nicht lange aus."

Die Adidas-Aktie war im Zuge der Corona-Krise massiv unter Druck geraten. Das Papier war von 317 auf 162 Euro Euro gefallen - ein Verlust von 49 Prozent und damit deutlich stärker als der Dax.

ME/dpa/rtr