E-Sport: World of Warcraft

Trotz guter Quartalszahlen Activision Blizzard auf Sparkurs

Stand: 13.02.2019, 10:33 Uhr

Trotz Umsatzrekorden will der Videospiele-Anbieter in großem Stil Stellen abbauen. Das Geschäft wird absehbar schwächer laufen. Der Fokus von Activision Blizzard liegt nun auf besonders lukrativen Spielen - mit einer Geheimwaffe im Sommer.

Sowohl das vergangene Weihnachtsquartal als auch das gesamte Jahr hatte das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Santa Monica mit seinen bisher höchsten Umsätzen abgeschlossen.

Für 2019 stellte Activision Blizzard aber einen Einbruch in Aussicht. Wurde im vergangenen Jahr noch ein Umsatz vom 7,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet, sollen es in diesem nur noch gut sechs Milliarden Dollar werden.

Nachbörslich kletterte die Aktie des Videospiele-Anbieters an der Nasdaq trotzdem um 3,89 Prozent. Auch an der Frankfurter Börse steigt das Papier zur Stunde um über fünf Prozent.

Sparmaßnahmen in großem Stil

Scene aus dem PC-Spiel

PC-Spiel "Call of Duty: Black Ops II" von Activision Blizzard. | Bildquelle: Activision Blizzard

Die Firma will sich nun stärker auf lukrative Titel wie "Call of Duty", "Candy Crush", "Overwatch" oder "Diablo" konzentrieren. Die Zahl der Entwickler, die an solchen Top-Spielen arbeiten, solle um ein Fünftel steigen, teilte der Konzern mit. Ansonsten will Activision Blizzard in großem Stil Stellen abbauen und rund acht Prozent der Arbeitsplätze streichen.

Damit sind nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg Hunderte Jobs in Gefahr. Demnach seien Umstrukturierungen zur Vereinheitlichung von Funktionsbereichen und eine Gewinnsteigerung die Gründe für den massiven Stellenabbau. Bloomberg beruft sich auf Insider.

Laut Konzernchef Bobby Kotick habe Activision Blizzard 2018 zwar die „besten Resultate in der Geschichte der Firma erzielt“, aber nicht das volle Potential erreicht, die eigenen finanziellen Erwartungen also nicht erfüllt.

Die Sparmaßnahmen sollen vor allem weniger erfolgreiche Projekte sowie Verwaltung und Verkauf treffen, erklärte Activision Blizzard. Der Umbau werde die Bilanz voraussichtlich mit 150 Millionen Dollar vor Steuern belasten.

Effekt von "Fortnite"?

Seit Anfang Oktober ist der Aktienkurs um mehr als die Hälfte eingebrochen und zuletzt auf nur knapp über 40 Dollar abgesackt.

Nach der von Kritik überschatteten Ankündigung des Mobilspiels Diablo Anfang November 2018 geriet der Aktienkurs unter Druck. Daraufhin verließen gleich zwei leitende Mitarbeiter den Konzern. Auch die Trennung mit dem Spieleentwickler Bungie verunsicherte die Investoren. Experten erwarten künftig Gewinneinbußen.

Branchenbeobachter vermuten hinter dem Rückgang auch einen Effekt des populären Online-Spiels "Fortnite" des Konkurrenten Epic Games. Die Industrie reagiert: Der Rivale Electronic Arts hat bereits eine Antwort auf "Fortnite" unter dem Titel "Apex Legends" im Programm.

Die Geheimwaffe

E-Sport: World of Warcraft

World of Warcraft. | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendienst

Für diesen Sommer hat Activision Blizzard mit "Classic" eine Wiederveröffentlichung des weltberühmten Spiels "World of Warcraft" angekündigt. Das könnte zur Geheimwaffe des Konzerns werden und das Geschäft wiederbeleben.

Das Spiel mit seinen Millionen an Spielern ist mit jährlich mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz eines der lukrativsten Unterhaltungsmedien.

tb