Bill Ackman

Bill Ackman steigt aus Milliardär macht Mega-Verlust mit Herbalife

von Martin Mrowka

Stand: 02.11.2017, 15:33 Uhr

Jahrelang spekulierte Hedgefonds-Manager Bill Ackman gegen den amerikanischen Diätprodukte-Hersteller Herbalife. Die Börsen-Wette ging nicht auf. Nun ist ein Vermögen futsch.

Nach rund fünf Jahren hat der US-Investor William (Bill) Ackman seine riskante Milliarden-Wette gegen den US-Diätprodukte-Hersteller Herbalife verloren. Ackman räumte nun ein, dass er seinen Leerverkäufe-Plan in der bisherigen Form aufgibt.

Sein Fonds Pershing Square Capital Management hatte Ende 2012 am Kapitalmarkt eine Wette im Volumen von einer Milliarde Dollar platziert, bei der er darauf setzte, dass der Herbalife-Aktienkurs auf Null absinkt. Damals kostete eine Herbalife-Aktie etwa 45 Dollar.

Herbalife will einfach nicht kollabieren

Ackman vermutete bei dem Hersteller von Kosmetik und Diätprodukten ein Schneeballsystem hinter dem Geschäftsmodell und glaubte an einen baldigen Kollaps des Unternehmens. Das geschah aber nicht. Vielmehr ging es mit Herbalife und dem Papier bergauf - allein in diesem Jahr um rund 50 Prozent. Zuletzt kostete die Aktie etwa 71 Dollar.

In den letzten Jahren war der Milliardär immer wieder mit hochkarätigen Wetten gescheitert, etwa auf Valeant Pharmaceuticals und Chipotle Mexican Grill. Wie viel Geld er bei der Herbalife-Wette verbrannt hat, steht nicht fest. Analysten vermuten aber, dass die Spekulation auf fallende Kurse eine hohe dreistellige Millionensumme kostete.

"Wir haben bei unserer Herbalife-Investition in Bezug auf die Fundamentaldaten des Geschäfts vollkommen Recht gehabt", verteidigte Ackman seine Short-Wette in einem Interview gegenüber CNBC. "Wir haben uns nur beim Aktienkurs geirrt." Ein großer Teil der Kurssteigerungen sei darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen eine riesige Menge Aktien zurückkaufe.

Millionen gegen Ackman-Milliarden

Tatsächlich kauft Herbalife, das die Ackman-Vorwürfe immer dementiert hat, seit diesem Sommer kontiniuerlich eigene Aktien vom Markt auf. Insgesamt will der Diätkonzern über ein aggressives Rückkaufprogramm in drei Jahren 1,5 Milliarden Dollar für eigene Aktien ausgeben. Laut Herbalife hat man in diesem Jahr schon Aktien für 300 Millionen Dollar gekauft.

Der Konzern holte sich zudem andere große Finanzgenies zu Hilfe. Erst Daniel Loeb, dann gewann man auch noch Multimilliardär Carl Icahn als Großaktionär. Vor einigen Monaten tauchte auch noch ein anderer mysteriöser Investor auf, der angeblich Herbalife komplett aufkaufen und von der Börse nehmen wolle.

Jetzt mit Derivaten gegen Herbalife

Ackman erklärte jedoch, er setze nun mit einer neuen Wette generell auf einen fallenden Herbalife-Kurs, diesmal mit Put-Optionen. Anders als bei Short-Positionen, in denen geliehene Aktien in der Hoffnung verkauft werden, dass sie später zu einem niedrigeren Preis ersetzt werden können, sind hier die möglichen Verluste begrenzt. Analysten bezeichneten dies als clever, da durchaus zwischenzeitlich Potenzial für größere Renditen bestehe.

Die Verluste, die dem Hedgefonds von Pershing Square Capital potenziell entstehen könnten, würden nun auf drei Prozent des Kapitals gedeckelt. Der Hedgefonds des hoffnungslos optimistischen Milliardärs hat insgesamt ein Volumen von zehn Milliarden Dollar. Der Verlust wäre dann im schlimmsten Fall erneut eine dreistellige Millionensumme...

Tim Ramey, ein Analyst der Pivotal Research Group, ist während des Kreuzzugs von Ackman gegen Herbalife bullish geblieben. Und für die kommenden zwölf Monate prognostiziert Ramey ein Kursziel von 120 Dollar. Bleibt als Moral von der Geschicht' eine alte Börsenweisheit: Das Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anderes.