Gebäude der Banca Carige in Genua

Es knirscht in Italien Abwicklung von Carige käme Italiens Banken teuer zu stehen

Stand: 03.01.2019, 14:04 Uhr

Dass Italien im neuen Jahr ein großes Thema an den Finanzmärkten werden könnte, ist bekannt. Dass das Thema über eine handfeste Bankenkrise ins Rollen kommen könnte, vielleicht weniger. Der jüngste Krisenfall birgt jedenfalls ein Milliardenrisiko, das Anleger im Auge behalten sollten.

Italienische Banken müssten bei einer Abwicklung des Kriseninstituts Banca Carige tief in die Tasche greifen. Der von den heimischen Geldhäusern getragene Einlagensicherungsfonds (FITD) müsste dann für Sparkonten über bis zu 9,4 Milliarden Euro geradestehen, wie ein Insider des Fonds am Donnerstag sagte.

Im vergangenen Jahr hatte der FITD Carige 320 Millionen Euro über eine Wandelanleihe geliehen. Damit sollte das Institut bis zu einer 400 Millionen Euro schweren Kapitalerhöhung gestützt werden. Diese platzte aber im Dezember, da ein Großaktionär nicht mitzog. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, Carige zu stabilisieren, hat die Europäische Zentralbank (EZB) inzwischen drei Interimsverwalter und einen Überwachungsausschuss für das Institut eingesetzt. Durch die Zwangsverwaltung wollen die Aufseher dafür sorgen, dass die Bank in ruhigeres Fahrwasser kommt und ihre Kapitalvorgaben wieder erfüllt.

Der undurchsichtige Fall, der an das Milliardengrab Monte dei Paschi di Siena erinnert, setzt die Aktien der italienischen Institute zu Jahresbeginn weiter unter Druck. Auch ob die aktuelle Regierung willens und in der Lage wäre, im Notfall einzuspringen, ist unklar. Im Fall Monte dei Paschi war letztlich der Staat mit Steuergeldern eingesprungen.

rtr/la