BMW 3er

Entlastung vom Kraftfahrt-Bundesamt Abgasskandal: BMW bald aus dem Schneider?

Stand: 15.02.2018, 09:14 Uhr

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat sich im Skandal um manipulierte Dieselabgase nicht mit Ruhm bekleckert. Jetzt könnte es BMW von Vorwürfen der Manipulation entlasten.

Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, sei das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zu dem Ergebnis gekommen, dass die bisherigen Testergebnisse bei BMW-Dieselfahrzeugen nach derzeitigen Erkenntnissen keinen Schluss auf eine unzulässige Abschalteinrichtung zuließen. Ein endgültiges Ergebnis stehe aber noch aus.

Die Tests haben nach Informationen der "Wirtschaftswoche" zwar einige erklärungsbedürftige Ergebnisse erbracht, diese konnten aber offenbar aufgeklärt werden. Das dem KBA übergeordnete Bundesverkehrsministerium äußerte sich auf Anfrage nicht.

Staatsanwaltschaft München ermittelt noch

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Die Umwelthilfe hatte den Münchnern vorgeworfen, bei einem BMW 320d die Abgassoftware manipuliert und illegale Abschalteinrichtungen in die Abgasreinigung eingebaut zu haben. Die Vorwürfe der Umwelthilfe konnten nach Recherchen der "Wirtschaftswoche" zwar vom KBA nachvollzogen werden – seien aber nicht als normale Fahrbedingungen einzustufen gewesen.

Bei der Staatsanwaltschaft München I läuft aber nach wie vor ein Vorprüfungsverfahren bezüglich der Vorwürfe gegen BMW-Mitarbeiter. Die Behörde bestätigte, eine vorläufige Einschätzung des KBA zu den Vorwürfen erhalten zu haben. Wie diese aussieht, sagte sie aber nicht. "Wir warten jetzt auf die endgültige Einschätzung", sagte eine Sprecherin. BMW teilte auf Anfrage mit, ebenso auf das "endgültige Ergebnis" zu warten, habe aber keinen Zweifel daran zu glauben, dass das Auto zu 100 Prozent in Ordnung sei.

Anhörung von Daimler

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Ganz anders bei Mercedes. Hier prüft das KBA, einen Vertreter des Autoherstellers Daimler zu einer Anhörung zu bestellen, bestätigte ein Behördensprecher einen Bericht der "Wirtschaftswoche". Grund sei der Verdacht einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei dem Transporter Vito. Das KBA verdächtige den Autohersteller, beim Vito zu wenig von der Harnstofflösung AdBlue einzuspritzen.

Daimler steht im Dieselabgasskandal schon länger unter Druck; die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seit Frühjahr 2017 wegen möglichen Abgasbetrugs ebenso wie das US-Justizministerium. Erst im vergangenen Jahr rief der Konzern europaweit mehr als drei Millionen Fahrzeuge zurück, um durch ein Software-Update den Schadstoffausstoß zu verringern. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte Abgastricks wie bei Volkswagen stets zurückgewiesen.

lg