Brauerei Beck

Beck's-Konzern AB Inbev mit Milliardenverlust Hat denn niemand Bier-Durst?

Stand: 07.05.2020, 14:19 Uhr

Allein im Heim trinkt es sich wohl nicht so gut: Der Beck's-Mutterkonzern Anheuser-Busch Inbev hat angesichts des Corona-Lockdownds im ersten Quartal einen Milliardenverlust eingefahren. Und es wird schlimmer kommen.

Die Auswirkungen der Pandemie träfen den Konzern im laufenden Quartal von April bis Juni noch bedeutend schwerer, teilte der weltgrößte Bierbrauer mit. Geschlossene Kneipen und Restaurants machen dem Absatzkanal über das Gastgewerbe schwer zu schaffen. Allein im April ging der Getränkeabsatz um rund ein Drittel zurück.

Es trinkt sich besser in Gesellschaft

Das hat schlimme Folgen für die Bilanz: AB Inbev mit Biermarken wie Budweiser, Beck's, Stella Artois und Corona Extra fuhr im ersten Quartal einen Netto-Verlust von 2,25 Milliarden US-Dollar ein. Im Vorjahr war es noch ein Gewinn von 3,57 Milliarden gewesen. Der Umsatz schrumpfte um zehn Prozent auf 11,0 Milliarden Dollar, auf vergleichbarer Basis wäre es ein Minus von 5,8 Prozent gewesen.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel um fast 18 Prozent auf 3,95 Milliarden Dollar, was allerdings nicht so schlecht war wie von Analysten zuvor befürchtet.

Geschlossener Biergarten

Geschlossener Biergarten. | Bildquelle: picture alliance / Seven Hoppe / dpa

Beim Getränkeabsatz stand ein Rückgang um gut neun Prozent auf vergleichbarer Basis, der vor allem das Geschäft in China betraf, wo die Beschränkungen der Pandemie das Geschäftsleben größtenteils wochenlang lahmgelegt hatten.

Hat die Aktie Nachholbedarf?

Die Aktie zieht kräftig an und gehört zu den besten Werten im EuroStoxx 50. Das Papier hatte allerdings im Corona-Crash mit rund 40 Prozent bisher mehr verloren als die meisten Titel im Eurozonen-Leitindex. Der Bierkonzern hatte bereits Mitte April die geplante Dividendenzahlung um die Hälfte auf 50 Cent je Aktie gekürzt und will nun vor allem die Liquidität im Unternehmen sichern. Den neun Milliarden Dollar schwere Kreditrahmen habe das Unternehmen nun voll ausgenutzt, zudem besorgte sich der Konzern über Anleihen im April 10,5 Milliarden Dollar.

Im zweiten Quartal soll auch der Verkauf des Australien-Tochter Carlton & United an den asiatischen Rivalen Asahi abgeschlossen werden, den AB Inbev im Juli vergangenen Jahres für rund elf Milliarden US-Dollar beschlossen hatte. Das soll die Kasse weiter stärken.

AB InBev-Chef Carlos Brito

AB InBev-Chef Carlos Brito. | Bildquelle: Imago

Das Analysehaus Jefferies empfiehlt auch nach den Zahlen, die Aktie zu halten. Die Eckdaten des weltgrößten Brauereikonzerns hätten weitgehend den Erwartungen entsprochen, schrieb Analyst Edward Mundy. James Edwardes Jones vom Analysehaus RBC stellt fest, der Start ins laufende zweite Jahresviertel sei verheerend gewesen, die Zahlen erwartungsgemäß. Gleichwohl belässt er die Einstufung auf "Outperform" mit einem Kursziel von 49 Euro.

ts