Zentrale des Immobilienfinanzierers Aareal in Wiesbaden

Wohin mit dem überschüssigen Kapital? Aareal hat ein Luxusproblem

Stand: 28.02.2018, 09:47 Uhr

Zu den wenigen deutschen Banken, die für das abgelaufene Jahr die Dividende erhöhen, zählt die Aareal Bank. Sie schüttet 50 Cent mehr aus - trotz eines leichten Gewinnrückgangs. Für dieses Geschäftsjahr könnte es noch mehr werden.

Der Immobilienfinanzierer aus dem MDax verwöhnt seine Aktionäre. Sie sollen 2,50 Euro je Anteilsschein bekommen - nach 2,00 Euro im Jahr zuvor. Das entspricht einer stolzen Dividendenrendite von mehr als sechs Prozent, rechnete die Bank vor.

Gewinn leicht geschrumpft

Dabei verdiente Aareal im abgelaufenen Jahr etwas weniger Geld als 2016. Der Gewinn sank von 199 auf 191 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis reduzierte sich von 366 Millionen auf 328 Millionen Euro - wegen der anhaltend niedrigen Zinsen und weil viele Kunden ihre Kredite vorzeitig zurückzahlten.

Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen, das zuletzt die beiden kleineren Immobilienfinanzierer Corealcredit und Westimmo übernommen hatte und diese Portfolios nun aufräumt und in den Konzern integriert, mit einem erneut sinkenden Betriebsergebnis zwischen 260 und 300 Millionen Euro. 2018 will Aareal das Kreditportfolio konstant halten - in einer Größenordnung zwischen 25 und 28 Milliarden Euro. An Neugeschäft peilt die Bank sieben bis acht Milliarden Euro an - mit einem erneuten Schwerpunkt in den USA, wo die Zinsen inzwischen wieder anziehen und die Margen höher sind als in Europa.

Zu dickes Kapitalpolster

Für 2018 winkt den Aareal-Aktionären noch mehr Dividende. Denn die Aareal Bank will ihr dickes Kapitalpolster ein Stück weit abschmelzen. Infrage kommt eine Verwendung für Zukäufe und den Ausbau des eigenen Geschäfts sowie "ausdrücklich auch eine Rückgabe an die Aktionäre", kündigte Aareal an. Dabei geht es um eine Größenordnung von aktuell rund 150 Millionen Euro.

Hintergrund ist, dass die Aareal Bank zum Jahreswechsel bei voller Umsetzung der neuesten Eigenkapitalregeln (Basel III) auf eine harte Kernkapitalquote von 13,4 Prozent gekommen ist. Ausreichend sind nach Ansicht des Vorstands indes rund 12,5 Prozent. Über die Verwendung des bestehenden Überschusskapitals solle wie angekündigt noch im Laufe dieses Jahres entschieden werden, teilte die Bank mit.

Die Aktie von Aareal zieht am Mittwoch um 0,3 Prozent an. Auf Ein-Jahres-Sicht hat der MDax-Titel gut zwölf Prozent gewonnen.

nb