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Nach Einigung mit SEC Tesla-Aktie vor Freudensprung

Stand: 01.10.2018, 11:45 Uhr

Tesla-Anleger brauchen derzeit starke Nerven. Nachdem das Papier am Freitag noch um fast 14 Prozent eingebrochen ist, sorgt die Teilentmachtung von Elon Musk heute für einen Freudensprung.

Im vorbörslichen US-Handel legt die Tesla-Aktie um fast 14 Prozent zu. Damit reagieren die Anleger erleichtert auf den am Wochenende gefundenen Kompromiss zwischen Tesla-Gründer Elon Musk und der amerikanischen Börsenaufsicht SEC.

Elon Musk

Elon Musk. | Bildquelle: Imago

Zwar werde Musks Machtbasis reduziert, schrieben die Analysten des Analysehauses Independent Research. Aber er bleibe Tesla erhalten, was wegen seines "visionären Charakters" für die kalifornische Firma sehr wichtig sei. "Das sollte das Vertrauen des Kapitalmarktes in den E-Autobauer erhöhen", schrieben die Experten weiter, die die Aktien zudem auf "Halten" von "Verkaufen" heraufstuften.

Kein Chairman mehr

Dem Kompromiss zufolge muss der 47-Jährige seinen Posten als Chairman aufgeben, darf jedoch weiterhin als CEO, also Vorstandsvorsitzender, das Unternehmen leiten - eine in den Vereinigten Staaten unübliche Führungsstruktur. Dort bekleidet in der Regel eine Person beide Funktionen.

Auch hat der Verwaltungsrat in amerikanischen Unternehmen nicht nur eine Kontrollfunktion wie Aufsichtsräte in Deutschland. Seine Befugnisse reichen weiter, so bestimmt er unter anderem stärker die Firmenstrategie mit. Der Tesla-Verwaltungsrat stand bisher fest hinter Musk, und der für seine ungewöhnlichen Projekte bekannte Milliardär hatte praktisch die volle Kontrolle über das Unternehmen. Investoren und Marktbeobachter hatten schon früher gefordert, Tesla brauche einen eigenständigeren Verwaltungsrat als Gegenpol zu Musk.

Musk besser kontrollieren

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Für die meisten Analysten und wohl auch für die Anleger ist dies die beste Möglichkeit, den ungestümen und launischen Musk besser zu kontrollieren, ohne ihm die operative Führung von Tesla zu entziehen.

Für Musk stand viel auf dem Spiel: Die Behörde hatte ihm in einer Klage vorgeworfen, Anleger in die Irre geführt zu haben, und wollte erreichen, dass er auf Lebenszeit aus Chefetagen börsennotierter US-Unternehmen verbannt wird.

Aktie auf Talfahrt

Nach der am Wochenende erzielten Einigung darf Musk künftig nicht mehr behaupten, er habe nichts falsch gemacht. Der 47-Jährige war mit seinen Tweets zu einem Börsenrückzug von Tesla im August ins Visier der mächtigen Börsenaufsicht geraten. Der Tech-Milliardär hatte überraschend angekündigt, er erwäge, Tesla zu einem Preis von 420 Dollar je Aktie von der Börse zu nehmen. "Finanzierung gesichert", fügte er hinzu.

Die Aktie war daraufhin auf 380 Dollar geklettert, nahe ihres im September 2017 erreichten historischen Höchststandes von 385 Dollar. Die Freude währte aber nur, denn schon bald zeichnete sich ab, dass es zu keinem Deal mit den Saudis kommen würde. Die Tesla-Aktie stürzte daraufhin binnen weniger Tage bis auf 252 Dollar ab, verlor also fast ein Drittel ihre Wertes.

Folgen für Musk noch nicht ausgestanden

Auf diese Weise hatte Musk, der zeitweise mit einer Marihuana-Zigarette im Fernsehen erschien, gut 13 Milliarden Dollar verbrannt. Kein Wunder, dass den Aktionären sowie der Börsenaufsicht damit der Geduldsfaden gerissen ist.

Für Musk sind die Folgen des unausgegorenen Plans zum Börsenrückzug aber noch nicht ausgestanden: Laut Medienberichten führt auch das US-Justizministerium eigene Untersuchungen durch, die in Strafermittlungen münden könnten.

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Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.

lg