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Atemgeräte statt Autos und Dessous Firmen rüsten um

Atemschutzmasken

FiatChrysler
Es ist fast wie in der Kriegswirtschaft. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie produziert die Industrie, was benötigt wird. Besonders die Autobauer gehen hier mit gutem Beispiel voran. So stellt FiatChrysler eines seiner Werke in Asien komplett auf die Produktion von Atemschutzmasken um. Rund eine Million Gesichtsmasken sollen dort pro Monat gefertigt werden. Diese sollten an Rettungs- und Gesundheitsdienste in Nordamerika verteilt werden, wo sich die Pandemie immer weiter ausbreitet.

Atemgeräte statt Autos und Dessous Firmen rüsten um

Atemschutzmasken

FiatChrysler
Es ist fast wie in der Kriegswirtschaft. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie produziert die Industrie, was benötigt wird. Besonders die Autobauer gehen hier mit gutem Beispiel voran. So stellt FiatChrysler eines seiner Werke in Asien komplett auf die Produktion von Atemschutzmasken um. Rund eine Million Gesichtsmasken sollen dort pro Monat gefertigt werden. Diese sollten an Rettungs- und Gesundheitsdienste in Nordamerika verteilt werden, wo sich die Pandemie immer weiter ausbreitet.

Siare-Beatmungsgerät

Ferrari
Auch Ferrari erwägt die Herstellung von lebensnotwendigen Beatmungsgeräten. Der italienische Sportwagenbauer könnte mit der nahe gelegenen Siare Engineering, Italiens größtem Hersteller von Atemschutzgeräten, zusammenarbeiten. Die Regierung in Rom hat Siare aufgefordert, die Produktion der Maschinen deutlich aufzustocken.

Beatmungsgerät

Ford
US-Präsident Donald Trump spricht mit General Motors und Ford darüber, was sie dazu beitragen können, die Produktion von Beatmungsmaschinen auszuweiten. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Detroiter Autofabriken umgerüstet würden, um einer nationalen Krise zu begegnen. Während des Zweiten Weltkriegs hatten Ford, GM und Chrysler den Bau von Autos eingestellt und ihre Fabriken für den Bau von Flugzeugen, Panzern und anderen Waffen umgestellt. Als erster steigt Ford im Kampf gegen das Coronavirus in den Bau von Beatmungsgeräten ein. Der Autohersteller arbeitet dabei mit der Medizintechnik-Sparte von GE und dem Mischkonzern 3M zusammen. Ford nennt die Zusammenarbeit "Project Apollo" nach der Apollo-13-Mission, bei der die Astronauten nach dem Ausfall eines Sauerstofftanks improvisieren mussten.

Tesla-Werk in Fremont, Kalifornien

Tesla
Der US-Elektroautobauer sieht sich gerüstet für eine Produktionsumstellung. "Wir stellen Beatmungsgeräte her, wenn es einen Mangel gibt", schrieb Unternehmenschef Elon Musk in einem Tweet. Tesla hat bereits Beatmungsgeräte in China eingekauft und diese für die Versorgung von Corona-Patienten in die USA geschickt. Etwa 1.000 dieser Geräte sollen nach Kalifornien gehen, wo Tesla seinen Firmensitz hat.

Neues VW-Logo auf dem Dach der Unternehmenszentrale

VW
Die deutschen Autobauer halten sich noch etwas zurück, prüfen aber Möglichkeiten, das Gesundheitssystem zu unterstützen. So will VW industrielle 3-D-Drucker für die Herstellung von Beatmungsmaschinen bereitstellen.

Produktion bei ZF Friedrichshafen

ZF
Teilweise die Produktion umgestellt haben die Autozulieferer. ZF aus Friedrichshafen am Bodensee ist hier besonders aktiv. Der Zulieferer stellt seit Anfang März Atemschutzmasken in China her. Täglich werden bis zu 100.000 Stück hergestellt. Ein Teil davon ist für die 14.000 Mitarbeiter von ZF in China bestimmt. Das Tragen eines Mundschutzes ist dort inzwischen vorgeschrieben.

Zettl Automotive

Zettl Automotive
Auch der bayerische Zulieferer Zettl Automotive produziert Atemschutzmasken - im Auftrag der bayerischen Landesregierung. Die Masken gehen an Kliniken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen.

3d

Siemens
Auch der Industriekonzern Siemens engagiert sich im Kampf gegen die Virus-Ausbreitung. Siemens öffnet sein 3-D-Drucknetzwerk für Ärzte und Krankenhäuser, die medizinische Ersatzteile brauchen.

Dyson Staubsauger

Dyson
Normalerweise produziert Dyson beutellose Staubsauger. Nun stellt der britische Hausgeräte-Konzern auch Atemwegsgeräte her. Die britische Regierung erteilte einen Auftrag für tausende Maschinen. Dyson arbeitet mit einer Medizintechnik-Firma in Cambridge zusammen.

Trigema-Maske

Trigema
Für Schlagzeilen sorgte mal wieder das schwäbische Textilunternehmen Trigema, das in frechen TV-Spots mit einem Affen wirbt. Da die Produktion mit T-Shirts wegbrach,
hat Trigema die Fertigung von einfachen Atemschutzmasken aufgenommen. In dieser Woche sollen 70.000 Stück, in der nächsten Woche schon 100.000 Stück hergestellt werden. Sie sollen zu 6,00 Euro je Stück an Pflegepersonal, Unternehmen und Behörden verkauft werden.

Kolben-Qualitätsprüfung

Mahle und Triumph
Der Unterwäschehersteller Triumph und der Filterhersteller Mahle haben sich für die Herstellung von FFP3-Masken zusammengetan. Mahle liefert den Filter, der Viren abfängt, Triumph produziert die Masken.

Bianco Evento

Bianco Evento
Da es kaum noch Hochzeiten in der Coronakrise gibt, stellt sich auch der Berliner Brautmodenhersteller Bianco Evento um. Er will jetzt statt Hochzeitskleidern Schutzkleidung und Mundschutzmasken verkaufen.

Mille Feux-Parfüm von LVMH

LVMH
Desinfektionsmittel statt Parfums! Das ist das neue Motto in der Luxusbranche. So hilft der französische LVMH-Konzern dem Gesundheitssystem im eigenen Land. Die Kosmetik- und Parfümsparte werde große Mengen Desinfektionsmittel herstellen, kündigte LVMH an. Es soll den Gesundheitsbehörden kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

 Nivea-Creme-Produktion bei Beiersdorf in Hamburg

Beiersdorf
Der Nivea-Hersteller hat einen Teil seiner Werke auf Desinfektionsmittel umgestellt. Beiersdorf will 500 Tonnen Mittel für öffentliche Einrichtungen und medizinische Einsatzkräfte herstellen.

BASF Standort Schwarzheide, Lausitz

BASF
Auch der Chemiekonzern rüstet um: BASF plant in Schwarzheide die Produktion von Hand-Desinfektionsmitteln als Reaktion auf Engpässe in der Corona-Krise. "Wir sehen die Möglichkeit, das in unserer Anlage zu produzieren", sagte ein Sprecher. Noch fehlten allerdings die behördliche Freigaben. In der Konzernzentrale in Ludwigshafen stellt BASF bereits entsprechende Mittel her.

CropEnergies
Der Bioethanol-Hersteller stellt sich ebenfalls auf die Corona-Krise ein. CropEnergies, eine Tochter von Südzucker, wird künftig statt Ethanol für Treibstoff nun Neutralalkohol produzieren, der für Desinfektionsmittel gebraucht wird.

Jägermeister

Jägermeister
Die Alkoholhersteller sind geradezu prädestiniert für die Herstellung von Desinfektionsmitteln. So stellt Jägermeister dem Klinikum Braunschweig 50.000 Liter Alkohol zu Herstellung des Mittels zur Verfügung. Der Getränkeproduzent Berentzen prüft ebenfalls mögliche Lieferungen.

Klosterfrau

Klosterfrau
Klosterfrau Healthcare - besser bekannt unter dem früheren Namen "Klosterfrau Melissengeist" - will 100.000 Liter Desinfektionsmittel an das Land Nordrhein-Westfalen spenden. Das sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet in einer Sondersitzung des Landtags. Schon in der nächsten Woche will das Unternehmen 150.000 von insgesamt 500.000 Flaschen Handdesinfektionsmittel bereitstellen.