Baustelle für das Lanxess Verwaltungsgebäude am Rheinufer in Köln

Neue Renditeziele enttäuschen Lanxess: Ist das schon alles?

Stand: 05.09.2017, 14:57 Uhr

Der Spezialchemiekonzern Lanxess will profitabler werden und setzt sich neue Renditeziele. Den Anlegern ist das offenbar zu wenig.

Die Aktie verliert in der Spitze über vier Prozent und ist damit der schwächste Wert im MDax. Dabei hat sich das Unternehmen neue mittelfristige Ziele gesetzt und strebt ab 2021 eine operative Marge zwischen 14 und 18 Prozent an. Einem Händler zufolge ist dieses Ziel nicht sehr ambitioniert. Deshalb reagieren die Anleger mit Verkäufen.

Tatsächlich lag die bereinigte Rendite (Ebitda) von Lanxess im vergangenen Jahr bei 12,9 Prozent. Darin war allerdings noch das Kautschukgeschäft, das 2015 in das Gemeinschaftsunternehmen Arlanxeo mit dem saudischen Ölgiganten Saudi Aramco eingebracht wurde, berücksichtigt. Lanxess hatte damals erklärt, Arlanxeo noch für drei Jahre voll konsolidieren zu wollen, an den Besitzverhältnissen sollte sich bis 2021 nichts ändern.

Einsparungen in den USA

An diesem Zeitplan habe sich nichts geändert, sagte Vorstandschef Matthias Zachert vor Analysten in Köln. Überkapazitäten und Preisverfall im Kautschukgeschäft hatten zur Krise von Lanxess beigetragen. Zachert hatte das Unternehmen neu ausgerichtet und ihm ein Sparprogramm verordnet. Ein wichtiger Faktor zum Erreichen des Renditeziels seien die Einsparungen aus der Übernahme des US-Rivalen Chemtura - dem größten Zukauf in der Firmengeschichte.

Lanxess: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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67,50
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Bis zum Jahr 2020 will Lanxess die jährlichen Kosten um rund 100 Millionen Euro senken, davon rund 25 Millionen Euro in diesem Jahr. Rund 30 Prozent der Einsparungen kommen aus dem Verwaltungsbereich, bis zu 180 Stellen werden wegfallen.

Auf wenige Geschäfte fokussiert

Gleichzeitig plant Lanxess Investitionen von rund 400 Millionen Euro bis 2020 in allen vier Segmenten. Künftig sollen nur noch solche Geschäfte betrieben oder ins Portfolio genommen werden, in denen der Konzern führende Marktpositionen erreichen oder "nachhaltig attraktive Margen" erwirtschaften könne, betonte Zachert. "Wir werden alle unsere Geschäftsbereiche auf Wettbewerbsfähigkeit trimmen."

In den vergangenen Jahren hatte Zachert den Konzern neu ausgerichtet und mit harten Einsparungen saniert. Er reduzierte insbesondere die Abhängigkeit von der Reifen- und Autoindustrie. Sie hatte Lanxess als weltgrößten Hersteller von synthetischem Kautschuk in arge Bedrängnis gebracht. "Lanxess steht heute wieder auf festen Beinen und ist zurück auf einem profitablen Wachstumspfad", sagte er.

Die Baader Bank hatte Lanxess bereits vor der Investorenveranstaltung auf "Hold" mit einem Kursziel von 74 Euro belassen. Da die vergangenen Kapitalmarkttage des Spezialchemiekonzerns nicht als Kurstreiber fungiert hätten, sei er entsprechend skeptisch für das bevorstehende Treffen, erläuterte Analyst Markus Mayer seine Position.

lg