Keebler Cookies (Kellog's)

"Süßer" Übernahmedeal Glückskekse für Nutella?

Stand: 02.04.2019, 11:10 Uhr

Der italienische Süßwarenhersteller Ferrero streckt seine Fühler weiter in den US-Markt aus. Für einen Milliardenbetrag kauft Nutella-Erfinder vom US-Konkurrenten Kellogg dessen Kekssparte. Ob der Deal in die Zeit passt, muss sich zeigen.

Umgerechnet 1,2 Milliarden Euro legen die Italiener auf den Tisch, um "an die Kekse" von Kellogg zu kommen. Klappt der Spartenkauf, wäre dies die zweite Übernahme für Ferrero im US-Markt in zwei Jahren. 2017 besiegelte Ferrero etwa die Übernahme des US-Konkurrenten Ferrara Candy.

Zweiter US-Deal in zwei Jahren

Ferrero will damit nicht nur die Position im US-Markt weiter ausbauen, sondern setzt auch konsequent auf die "traditionellen" Süßwaren. Neben diversen Keksmarken gehören auch Marken von Eiswaffeln und Früchte-Snacks dazu. Diese Marken erwirtschafteten im vergangenen Jahr laut Kellogg 900 Millionen Dollar Umsatz und 75 Millionen Dollar Gewinn. Das Geschäft soll in der zweiten Jahreshälfte zum Abschluss kommen.

Mit den Marken werden vom Nutella-Hersteller aus Italien auch sechs Werke in den USA übernommen. Ferrero stieg mit Exportschlagern wie Nutella, Kinder-Schokolade oder dem Überraschungs-Ei zum Weltkonzern auf. Seit 1969 ist man schon auf dem US-Markt mit der Marke Tic Tac präsent. Der Jahresumsatz liegt dem Unternehmen zufolge bei mehr als zehn Milliarden Euro.

Süßes oder Gesundes?

Auch Kellogg hat freilich Gründe für den Verkauf der Kekssparte, die ja durchaus profitabel arbeitet. Kellogg ist einer der vielen Nahrungsmittelhersteller in den USA, die in den vergangenen Jahren Marken verkauft haben, um sich an das Kundenbedürfnis nach frischerem und weniger verarbeitetem Essen anzupassen. Zwei Nahrungsmittel-Konzerne also mit unterschiedlichen Strategien.

Zuletzt hatten auch Konkurrenten wie Danone vor allem vom Trend zur gesunden Ernährung profitiert. Der Konzern hatte etwa Ende Februar dank dieser Strategie seine Margen deutlich steigern können. Umgekehrt hatte die US-Größe Kraft Heinz vor kurzem einen deutlichen Verlust ausweisen müssen. Dass viele Kunden ungesunde Nahrungsmittel und Fast Food inzwischen meiden, hatte dafür gesorgt.

AB