Fresenius-Firmensitz in Bad Homburg
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Gerichtsentscheid Fresenius muss Akorn nicht übernehmen

Stand: 01.10.2018, 15:26 Uhr

Fresenius-Anleger können aufatmen. Der Bad Homburger Dax-Konzern muss den amerikanischen Generikahersteller Akorn nicht übernehmen.

Das Gericht sieht ausreichend Gründe für Fresenius, sich von dem Geschäft zurückzuziehen. Fresenius-Aktien schnellen daraufhin um bis zu neun Prozent in die Höhe, während Akorn-Papiere vorbörslich um bis zu 47 Prozent einbrechen.

Fresenius hatte den 4,4 Milliarden Euro schweren Zukauf im April abgeblasen. Der Konzern warf der obersten Akorn-Führung Betrug im Zusammenhang mit gefälschten Daten in den USA vor. Akorn hatte daraufhin Klage beim Court of Chancery in Delaware erhoben, um die Übernahme juristisch durchzusetzen.

Schwerwiegende Verstöße

Unter anderem habe es schwerwiegende Verstöße gegen Vorschriften der US-Gesundheitsbehörde FDA bezüglich der Datenintegrität bei Akorn gegeben. Das hatte die von Fresenius eingeleitete, unabhängige Untersuchung zu Tage gefördert.

Fresenius hatte zuvor anonyme Hinweise erhalten und daraufhin unter anderem untersuchen lassen, ob Akorn beim Zulassungsverfahren neuer Medikamente in den USA gegen Vorgaben der Gesundheitsbehörde verstoßen hat.

Bernstein begrüßt die Entscheidung

Das Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Fresenius SE nach der positiven Gerichtsentscheidung im Streitfall Akorn-Übernahme auf "Outperform" mit einem Kursziel von 83 Euro belassen.

Es sei zwar fast sicher, dass der Generikahersteller Rechtsmittel dagegen einlegen werde, schrieb Analystin Lisa Bedell Clive in einer ersten Reaktion. Sie sieht jedoch bereits jetzt mehr Klarheit für die Aktionäre und rechnet mit einer schnellen Entscheidung der nächsten Instanz - nahezu sicher noch im laufenden Jahr.

lg