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Wem das Virus zusetzt – und wem nicht Die Reaktionen an den Finanzmärkten

Goldbarren

Gold: Wie gewöhnlich, wenn die Welt in den Krisenmodus schaltet, gehört das Edelmetall Gold als "sicherer Hafen" zu den gefragten Anlageklassen. Gold gewinnt ein Prozent und ist mit mehr als 1.580 Dollar je Feinunze so teuer wie zuletzt während der USA/Iran-Krise vor drei Wochen.  

Wem das Virus zusetzt – und wem nicht Die Reaktionen an den Finanzmärkten

Goldbarren

Gold: Wie gewöhnlich, wenn die Welt in den Krisenmodus schaltet, gehört das Edelmetall Gold als "sicherer Hafen" zu den gefragten Anlageklassen. Gold gewinnt ein Prozent und ist mit mehr als 1.580 Dollar je Feinunze so teuer wie zuletzt während der USA/Iran-Krise vor drei Wochen.  

Münzstapel aus Schweizer Franken

Schweizer Franken: Für manche Anleger ist in Zeiten wie diesen auch der Franken Gold wert. Auf der Suche nach sicheren Anlagen greifen Anleger verstärkt zur Schweizer Währung. Dies drückt den Kurs des Euro auf den niedrigsten Stand seit rund drei Jahren.

Bitcoin-Zeichen

Bitcoin: Sogar die nicht gerade risikofreie Kryptowährung Bitcoin gehört zu den alternativen Anlagen, für die sich die Investoren besonders interessieren, wenn die Märkte in Alarmstimmung sind. "Assets wie Kryptowährungen beweisen sich abermals als der vermeintliche Schutz in stürmischen Zeiten", erklärt Marktbeobachter Timo Emden. Der Bitcoin-Kurs legt um mehr als drei Prozent zu.

Frau mit Mundschutz von Alpha Pro Tech

Alpha Pro
In der Hoffnung auf einen Nachfrageschub wegen des Coronavirus steigen Anleger bei Alpha Pro Tech ein. Die Aktien des Anbieters von Mundschutz und Schutzmasken steigen im vorbörslichen US-Handel um gut 24 Prozent und sind mit 7,46 Dollar so teuer wie zuletzt vor rund fünf Jahren.

Bio Cryst-Logo

BioCryst
Auch Biotechnunternehmen, die an der Entwicklung eines Imspfstoffes gegen das Virus arbeiten, gehören zu den Gewinnern. So steigen die Papiere des kalifornischen Startups BioCryst im vorbörslichen US-Handel um 8,5 Prozent.

Novavax-Schriftzug vor Unternehmensgebäude

Novavax
Noch deutlicher profitiert die Pharmafirma Novavax aus den USA, die ebenfalls an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Corona-Virus forscht. Die Aktie legt um bis zu 20 Prozent zu.

Ölbohrturm in der Dämmerung

Ölpreise: Es ist nicht überraschend, dass die Befürchtung, das Corona-Virus könne die chinesische und die globale Wirtschaft bremsen, sich auch negativ auf die Ölpreise auswirkt. "Man sollte sich auf negative Überraschungen für die chinesische Nachfrage einstellen, nachdem die Regierung die Quarantäne auf zehn Städte mit insgesamt 30 Millionen Einwohnern ausgeweitet hat", warnt Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Dies sei umso bedeutender, weil diese Restriktionen während der Hauptreisezeit der Chinesen zu den Neujahrsfeiern eingeführt worden seien. Die Sorten Brent und WTI brechen um jeweils mehr als drei Prozent ein.

Chinesischer Bankangestellter hinter Geldstapeln zählt Yüan-Scheine

Yuan: Anleger ziehen sich auch aus der chinesischen Währung zurück. Im Gegenzug steigt der Dollar an den Börsen außerhalb der wegen des Neujahrsfestes geschlossenen chinesischen Festlandbörsen auf ein Vier-Wochen-Hoch von 6,9777 Yuan.

Luxuriöser Goldschmuck auf einer Luxusgüter-Messe in China

Luxus in China: Aus Furcht vor einem Rückgang der wichtigen Nachfrage in China ziehen sich Anleger bei europäischen Anbietern von Luxusgütern zurück. Der Branchenindex verliert rund zwei Prozent. Zu den größten Verlierern zählen die Modefirmen LVMH, Kering, Hugo Boss, Christian Dior und Burberry. Im Durchschnitt erlöse die Luxusgüterbranche mehr als ein Drittel des Umsatzes mit chinesischen Kunden, merkte Analyst Piral Dadhania von der Bank RBC an. Er kalkulierte wegen der sinkenden Nachfrage in China für die Branche im laufenden Jahr mit einem um vier Prozent geringeren Umsatz und einem sieben bis acht Prozent niedrigeren Ergebnis.

Zwei Lufthansa-Maschinen am Flughafen München

Touristik und Luftfahrt: Die Reisebeschränkungen in China wegen des Corona-Virus machen die Eigner von Luftfahrt- und Touristikwerten nervös. Der europäische Branchenindex fällt deutlich zurück. Mit einem Minus von rund sechs Prozent gehört hier die Lufthansa zu den größten Verlierern. Laut UBS-Analyst Jarrod Castle stehen 19 Prozent der Lufthansa-Kapazitäten mit dem Asien-Pazifik-Raum in Zusammenhang.

Air France- und KLM-Flieger

Air France/KLM: Laut Castle wird Lufthansa lediglich von der Air France-KLM übertroffen. Die British-Airways-Mutter IAG dagegen sei weniger stark mit Fernost verbunden.

Frankfurter Flughafen

Fraport: Unter den europäischen Flughäfen sei laut Castle Fraport besonders stark betroffen. Hier seien 10 Prozent der Flugverbindungen gen Fernost gerichtet, deutlich mehr als der von ihm berechnete Durchschnitt von lediglich 2 Prozent.

Töpfe von WMF

SEB/WMF: Zu den größten Verlierern gehören auch die Aktien des französischen Haushaltsartikel-Herstellers SEB, der hierzulande wohlbekannt ist durch Marken wie "Tefal", "Krups", "Rowenta", "Moulinex" und "WMF". Das SEB-Werk in der vom Coronavirus besonders betroffenen chinesischen Provinz Wuhan liege still und es sei unklar, ob die Absatz-Einbußen aufgeholt werden können, schreiben die Analysten der HSBC.