Financial Times-Artikel zu Wirecard
Audio

Fall Wirecard BaFin wittert Marktmanipulationen von Journalisten

Stand: 16.04.2019, 15:38 Uhr

Der Krimi um Wirecard ist um eine Wendung reicher: Die deutsche Finanzaufsicht BaFin ist der Ansicht, dass Journalisten und Marktteilnehmer im Falle Wirecard gemeinsame Sache gemacht und damit den Markt manipuliert haben.

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
106,85
Differenz relativ
+1,18%

Die Behörde hat daher am Dienstag bei der Staatsanwaltschaft München Anzeige gegen rund ein Dutzend Personen erstattet. Wirecard selbst hatte schon zuvor die "Financial Times" wegen ihrer Berichterstattung verklagt. Die britische Finanzzeitung wies den Verdacht der Marktmanipulation scharf zurück.

Ausgangspunkt war eine kritische Artikelserie der "Financial Times" über kriminelle Machenschaften von Mitarbeitern des Zahlungsabwicklers seit dem 30. Januar. Daraufhin war der Börsenwert des Dax-Unternehmens um bis zu acht Milliarden Euro gesunken.

Das Unternehmen hat die Vorwürfe wiederholt als diffamierend zurückgewiesen. Nach eigenen Angaben fand Wirecard in seiner Asien-Zentrale in Singapur lediglich kleinere finanzielle Unregelmäßigkeiten. Es bleiben jedoch einige Fragen offen, und die Behörden in Singapur ermitteln derweil in dem Fall weiter.

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
Audio

Börse 9.30 Uhr: Nächstes Kapitel im Krimi um Wirecard

Nach einer Achterbahnfahrt der Wirecard-Aktie griff die BaFin zu einem ungewöhnlichen und umstrittenen Mittel: Die Frankfurter Wertpapieraufseher untersagten Netto-Leerverkäufe der Wirecard-Aktie und verboten damit erstmals Wetten auf einen fallenden Kurs einer bestimmten Aktie. Noch ist offen, ob die Behörde das am Gründonnerstag auslaufende Verbot verlängert.