Bundesnetzagentur

Telekomwerte im Blick 5G-Auktion könnte günstig enden

Stand: 03.04.2019, 09:02 Uhr

Die Versteigerung für den 5G-Mobilfunk könnte ein verfrühtes Ende haben und für die beteiligten Telekomunternehmen günstiger ausfallen.

Wie das "Handelsblatt" berichtet, scheinen sich die an der Versteigerung der 5G-Frequenzen beteiligten Unternehmen weitgehend einig zu sein. Das habe eine eigene Auswertung der Daten der Bundesnetzagentur über den Auktionsverlauf ergeben. Lediglich in zwei der 41 zur Versteigerung stehenden Frequenzblöcken habe es zuletzt wohl noch einen Bieterwettkampf zwischen den Netzbetreibern Deutsche Telekom und Telefonica Deutschland gegeben.

Sollte die Auktion bald enden, wäre sie die mit Abstand kostengünstigste Auktion für die Netzbetreiber in Deutschland. In 113 Runden hatten die Unternehmen Telekom, Vodafone, Telefónica und der Herausforderer United Internet bis zum Mittwochmorgen insgesamt 2,34 Milliarden Euro geboten. Sollte die Auktion auch nur in etwa auf diesem Niveau oder etwas darüber enden, wäre sie für die Bieter günstiger als am Markt gemeinhin erwartet. So schätzten Experten die Gesamterlöse für den Staat zuletzt auf drei bis fünf Milliarden Euro.

Wettbewerb würde intensiver

Anja Kohl
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Schnelle Auktion für schnelles 5G

Im Jahr 2015 hatten die Unternehmen in 181 Runden insgesamt fünf Milliarden Euro bezahlt. 2010 waren es 4,4 Milliarden Euro in 224 Runden. Die mit Abstand teuerste Auktion war die Versteigerung der UMTS-Frequenzen im Jahr 2000. Damals bezahlten die Firmen in einem drei Wochen dauernden Bieterverfahren am Ende 50,8 Milliarden Euro.

Sollte auch United Internet, die über die Tochter 1&1 Drillisch an der Auktion teilnimmt, eine Mobilfunkfrequenz erhalten, würde das den deutschen Markt nachhaltig verändern. Denn neben den drei etablierten Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica käme dann ein vierter hinzu. Somit würde der Wettbewerb auf dem hiesigen Mobilfunkmarkt intensiver.

"Nicht um jeden Preis"

Ralph Dommermuth, der Chef von United Internet, hatte zu Beginn der Auktion gesagt, es handle sich um eine "reelle Chance, große Entwicklungen anzustoßen und die Zukunft unseres Unternehmens aktiv zu gestalten". Doch er warnte auch vor zu großen Erwartungen und sagte, United Internet werde sich nicht "um jeden Preis" an der Auktion beteiligen. "Wenn es für uns wirtschaftlich vernünftig funktioniert, wollen wir eigene Frequenzen erwerben. Wenn es nicht vernünftig funktioniert, bleiben wir beim bestehenden Business-Modell," so Dommermuth.

lg