Auf einem Schild mit United Internet-Schriftzug spiegelt sich die Unternehmenszentrale
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Trotz schleppendem ersten Quartal United Internet bestätigt Jahresprognose

Stand: 15.05.2019, 09:08 Uhr

Gestiegene Investitionen und höhere Kosten bei gleichzeitig rückläufigen Margen haben das Ergebnis des Telekomanbieters United Internet im ersten Quartal belastet. Dennoch sieht sich der Konzern in der Spur für die anvisierten Jahreszahlen.

United Internet macht es seinen Aktionären nicht leicht, das am Morgen präsentierte Zahlenwerk zum ersten Quartal zu durchschauen. So ist der Umsatz auf Konzernebene um 1,2 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gestiegen. Ursächlich für den geringen Anstieg waren vor allem gesunkene Hardwareverkäufe. Dabei hat sich die Zahl der Kunden im Berichtszeitraum um 210.000 auf gut 24 Millionen erhöht.

Folglich sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um ein Prozent auf 181,1 Millionen Euro. Dass das Ebitda um 7,7 Prozent auf 299,7 Millionen Euro gestiegen ist, erklärt sich durch die positiven Auswirkungen einer neuen Bilanzierungsmethode, IFRS 16.

Ergebnis je Aktie eingebrochen

Tatsächlich brach das Ergebnis pro Aktie (EPS) von 0,42 Euro auf 0,24 Euro ein. Ursächlich hierfür waren Wertminderungen in Höhe von 0,22 Euro auf die gehaltenen Tele Columbus-Aktien. Ohne Berücksichtigung dieser Belastungen belief sich das EPS auf 0,46 Euro – ein Anstieg um 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Firmenchef Ralph Dommermuth ist deshalb überzeugt, dass United Internet gut ins Geschäftsjahr 2019 gestartet ist auf Kurs liegt, "unsere Ziele für das Gesamtjahr 2019 zu erreichen“. Demnach will das Unternehmen, dessen Tochter Drillisch erstmals an der Versteigerung der 5G-Funklizenzen teilnimmt, den Umsatz um vier Prozent steigern und das Ebitda um rund acht Prozent.

Geringeres Wachstum

Dieses Wachstum ist allerdings geringer als im Jahr zuvor. 2018 waren die Erlöse auf 5,13 Milliarden Euro gestiegen. Das Ebitda erreichte 1,20 Milliarden Euro.

Die Tochter Drillisch, bekannt für Marken wie Yourphone und Smartmobil.de, zählte im Auftaktquartal ebenfalls mehr Kunden. Der Umsatz erhöhte sich um knapp ein Prozent auf 912 Millionen Euro, das operative Ergebnis (Ebit) legte um 1,4 Prozent auf 129 Millionen Euro zu.

Begrenzte Reaktion am Aktienmarkt

Drillisch und United Internet betreiben keine eigenen Mobilfunknetze, sondern mieten die Dienste der drei Betreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland. Das soll sich nun mit der 5G-Versteigerung ändern. Die Gebote für die Frequenzen für das ultraschnelle Internet belaufen sich inzwischen auf fast sechs Milliarden Euro.

Die Anleger reagieren unterschiedlich auf die Zahlen. Während die Drillisch-Papiere zulegen, sind die Aktien von United Internet leicht rückläufig.

lg