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Vom Wohnzimmer zum Weltkonzern Galerie: 40 Jahre Microsoft

Bill Gates und Paul Allen

Bill Gates und Paul Allen - zwei Nerds gründen einen Weltkonzern
Schon als Schüler programmierte Bill Gates mit seinem zwei Jahre älteren Freund Paul Allen Computeranwendungen. Zwei typische "Nerds", die im Teenagealter bereits ihr erstes Geld verdienten: 20.000 Dollar nahmen sie mit ihrer ersten Firma Traf-O-Data ein. Kunden lud Gates damals ins elterliche Wohnzimmer, um Computer vorzuführen. Gerade zwanzig Jahre jung gründete Gates mit Allen am 4. April 1975 schließlich Micro-Soft. Sie schrieben die erste Computersprache für einen PC. Gates orakelte: Eines Tages wird auf jedem Schreibtisch ein PC stehen.

Vom Wohnzimmer zum Weltkonzern Galerie: 40 Jahre Microsoft

Bill Gates und Paul Allen

Bill Gates und Paul Allen - zwei Nerds gründen einen Weltkonzern
Schon als Schüler programmierte Bill Gates mit seinem zwei Jahre älteren Freund Paul Allen Computeranwendungen. Zwei typische "Nerds", die im Teenagealter bereits ihr erstes Geld verdienten: 20.000 Dollar nahmen sie mit ihrer ersten Firma Traf-O-Data ein. Kunden lud Gates damals ins elterliche Wohnzimmer, um Computer vorzuführen. Gerade zwanzig Jahre jung gründete Gates mit Allen am 4. April 1975 schließlich Micro-Soft. Sie schrieben die erste Computersprache für einen PC. Gates orakelte: Eines Tages wird auf jedem Schreibtisch ein PC stehen.

Microsoft-Gründungsmannschaft - links unten Bill Gates, rechts Paul Allen

So bunt war Microsoft 1978 - ein Grüppchen Hippies und Nerds
Das Microsoft-Team von 1978, eines der kultigsten Bilder der amerikanischen Wirtschaft. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen langbärtiger Nerds und Hippies, der so gar nicht danach aussieht, dass er gerade ein milliardenschweres Unternehmen aufbaut. Das Bild entstand, kurz bevor die Firma vom Gründungssitz in Albuquerque nach Seattle zog. Der Umzug war überlebenswichtig: Niemand wollte in New Mexico arbeiten, Microsoft fand nicht genug Mitarbeiter. Also ging das 16-köpfige Team in den Nordwesten, an die Westküste. Übrigens: Paul Allen ist der auf dem Foto vorne rechts.

Steve Ballmer und Bill Gates

Steve Ballmer und Bill Gates
Erst 1980 kommt Steve Ballmer ins Unternehmen, der spätere Microsoft-Chef. Die Software-Schmiede ist da erst fünf Jahre jung, setzt aber bereits eine Million Dollar um. Gates kannte Ballmer aus seiner Zeit an der Harvard University. Gates studierte eigentlich Jura, war aber ständig im Computerraum, wo er Ballmer traf.

IBM-PC aus den 80er Jahren

Der Dank gebührt IBM - ein Großauftrag
Ohne IBM wäre Microsoft heute vermutlich nichts. Bill Gates überredete den damaligen PC-König 1980, das Betriebssystem für den ersten IBM-PC liefern zu dürfen. Dabei hatte Microsoft bis dato noch gar kein Betriebssystem, kaufte es erst im Juli 1981 von einer benachbarten Softwarebude, Seattle Computer, für läppische 50.000 Dollar. Es hieß da noch QDOS - Quick and Dirty Operating System - woraus Microsoft MS-DOS machte, Microsoft Disk Operating System.

MS-DOS-Handbuch

MS-DOS
Bei MS-DOS ist der Bildschirm überwiegend noch schwarz, müssen Befehle eingetippt werden, um etwa Daten zu verwalten. 22 Befehle gibt es zu Anfang. Mit MS-DOS beginnt das Geldverdienen für Microsoft. Es wird in kürzester Zeit das Standardbetriebsprogramm für Heimcomputer. Gates und Allen legten damit den Grundstein für den sagenhaften Aufstieg von Microsoft und begründeten de facto auch die Software-Industrie. Bill Gates ist clever genug, den Deal mit IBM nicht exklusiv abzuschließen. Microsoft behält die Rechte an dem System und darf MS-DOS auch anderen Herstellern verkaufen und Lizenzgebühren kassieren - zum Glück. 1984 macht Microsoft mit 860 Mitarbeitern schon knapp 100 Millionen Dollar Umsatz.

Der erste Mac-Computer

Fasziniert von Apple und dem ersten Mac
Microsoft ist früh auch mit Apple im Geschäft. Sogar sehr früh: in den späten 70er Jahren schon, als Microsoft das meiste Geld damit verdiente, für den Apple II Programme zu schreiben. Als Apple in den frühen 80ern den Macintosh zu entwickeln beginnt, erhält Microsoft den Auftrag zur Entwicklung grafischer Applikationen für den ersten Mac. Umgekehrt stellt Apple als Gegenleistung zahlreiche Prototypen des Macs zur Verfügung, so dass Microsoft einen Zeitvorsprung für die Softwareentwicklung gegenüber der Konkurrenz bekommt. Gates ist fasziniert von Apples grafischer Benutzeroberfläche, und richtet sein eigenes System daran aus.

Screenshot des Microsoft-Betriebssystems Windows 1.0

Windows - alles nur geklaut?
Den ganz großen Durchbruch hat Microsoft erst mit Windows, zehn Jahre nach Firmengründung. Das Betriebssystem Windows macht die Software-Schmiede zum Weltkonzern. Apples Macintosh hatte das Interesse an der Bedienung eines Computers mit Maus und Bild-Elementen geschürt. Microsoft zog daher Ende 1985 mit Windows 1.0 nach. Es war zunächst nur eine grafische Erweiterung für MS-DOS. Apple-Gründer Steve Jobs sagte einmal, dass Windows von Apple gestohlen sei. Irgendwie stimmt es, irgendwie kann man aber auch das Gegenteil behaupten. Eigentlich hat jeder von jedem geklaut.

Bill Gates stellt das erste Microsoft Excel vor

Die schöne leichte Microsoft-Welt
1985 kommt auch das Tabellenkalkulationsprogramm Excel 1.0 auf den Markt. Die grafische Benutzeroberfläche von Windows macht das Arbeiten am PC leicht, nun können auch Laienanwender Programme nutzen und Daten bearbeiten. Mit späteren Versionen eroberte Microsoft einen Anteil von über 90 Prozent am PC-Markt, auch weil der Konzern Windows an alle möglichen Hersteller lizenzierte. Microsoft verdient an Windows jedes Mal, wenn ein neuer Personal Computer verkauft wird. Gates hatte früh erkannt, dass man Hardware und Software voneinander trennen musste - früher gab es beides nur im Paket.

Microsoft Langzeitchart 25 Jahre

Microsoft geht an die Börse - der Anfang von 15.000 Millionären
1986 geht Microsoft an die Börse. Der Börsengang legt nicht nur den Grundstein für das Milliardenvermögen von Gates, Allen und Ballmer.

<b>Microsoft-Aktie (in Euro)</b><br />Wer anno 1986 die Microsoft-Aktie zum damaligen Kurs von 21 Dollar kaufte, konnte sagenhaft reich werden. Rund 15.000 Menschen soll Microsoft zu Millionären gemacht haben.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 10 Jahre

Microsoft-Aktie (in Euro)
Wer anno 1986 die Microsoft-Aktie zum damaligen Kurs von 21 Dollar kaufte, konnte sagenhaft reich werden. Rund 15.000 Menschen soll Microsoft zu Millionären gemacht haben.

Das erste Microsoft-Office

Mit Office durch die Milliarden-Schallmauer
1990 packt Microsoft seine Büroprogramme in ein Paket und nennt es "The Microsoft Office". Es wird ein großer Coup. Apple war etwas schneller und lieferte schon 1989 eine erste Office-Version für den Macintosh. In dem Office-Paket steckt zunächst dreierlei: die Textverarbeitung Word, die Tabellenkalkulation Excel und die Präsentationssoftware PowerPoint. Sie können nun mit mittels eines gemeinsamen Installationsvorgangs auf den Rechner gebracht werden. Später wird Office nach und nach ausgebaut. 1990 durchbricht Microsoft dann auch die Eine-Milliarde-Dollar-Umsatzmarke, als erstes Softwarehaus der Welt.

Bill Gates präsentiert Microsoft-Betriebssystem Windows 95

Ein großer Coup - Schlangestehen für Windows 95
Microsoft ist so beliebt, dass die Menschen zur Markteinführung von Windows 95 vor den Türen der PC-Kaufhäuser campieren. Sieben Millionen Exemplare werden in den ersten fünf Wochen verkauft. Dazu gibt's von den Rolling Stones "Start me up", der Song wird eigens zu Werbezwecken von Microsoft lizenziert. Mit Windows 95 wird die Bedienung des PC über eine grafische Benutzeroberfläche etabliert. Viele Elemente dieser Version werden bis heute genutzt.
Zugleich versucht Microsoft seinen Dienst MSN als Internet-Alternative zu etablieren. Gates hatte bis zum Sommer 1995 nicht erkannt, welche Rolle das offene Web spielen wird, und stattdessen auf den abgeschlossenen Dienst MSN gesetzt. Ohne Erfolg. Nun musste Konkurrent Netscape in einem schmutzigen Browser-Krieg niedergerungen werden. Microsoft bündelte den Web-Browser Internet Explorer mit Windows und schaltete den Pionier Netscape damit praktisch aus. Das rief die US-Wettbewerbshüter auf den Plan. Microsoft entging in der Folge nur knapp einer Zerschlagung durch die US-Kartellwächter.

Bill Gates und Steve Ballmer schütteln sich die Hände

Stabwechsel - Gates übergibt an Ballmer
Gates übergibt im Januar 2000 die Microsoft-Führung an Steve Ballmer. Für sich selbst schafft Gates den Posten eines Chef-Software-Architekten, den er bis 2008 behält. Unter Ballmer gelingt es Microsoft zwar, den Jahresumsatz von 25 auf 75 Milliarden Dollar zu steigern. Doch Ballmer kann nicht verhindern, dass Google und Facebook die Regentschaft im Web übernehmen.

Bill Gates (l.) und Steve Ballmer auf einer Bühne

In Erklärungsnöten: Missbraucht Microsoft seine Marktmacht?
Kartellklagen gegen Microsoft führen in den Vereinigten Staaten im Juni des Jahres 2000 zu einem Gerichtsurteil, das die Aufteilung Microsofts in zwei getrennte Unternehmen vorschreibt. Microsoft missbrauche seine Marktmacht. Es gibt in den Folgejahren mehrere millionenschwere Strafen und Entschädigungszahlungen.

Die erste Microsoft X-Box

Anfangs volles Risiko: Die erste Microsoft Xbox
Von den Erfolgen von Nintendo, Sony und Sega ermutigt, steigt Microsoft mit der Xbox 2001 ins Geschäft mit Spielekonsolen ein. Das war ein großes Risiko, der Markt wurde von der PlayStation 2 beherrscht. Daher glaubte man anfangs nicht an den Erfolg der Konsole. Doch nach und nach kann sich Microsoft neben Sony und Nintendo als dritter großer Anbieter im Markt etablieren.

Microsoft-CEO Steve Ballmer (r.) mit Yahoo!-CEO Carol Bartz in der Unternehmens-Zentrale in Sunnyvale

Angebandelt: Steve Ballmer mit Yahoo-Chefin Carol Bartz
Microsoft sucht beständig, seine Macht zu verbreitern. Doch 2008 scheitert der Konzern beim Versuch, die Suchmaschine Yahoo zu übernehmen. Dann nähert man sich freundschaftlich: Yahoo und Microsoft schmieden 2009 eine Allianz.

Facebook-Schriftzug auf einem Monitor durch eine Brille gesehen

Facebook-Schriftzug
Legendär auch der Einstieg bei Facebook. Microsoft bezahlt für einen Anteil von 1,6 Prozent die Rekordsumme von 15 Milliarden Dollar.

Windows Vista erscheint

Vista kann XP nicht das Wasser reichen
2001 bringt Microsoft Windows XP heraus. Es wurde die langlebigste Version, weil es bei Nutzern so beliebt war. Microsoft hat die Unterstützung erst vor einem Jahr eingestellt. Dagegen ist Vista, das 2007 rauskommt, bei den Nutzern unbeliebt, weil umständlich. Es verkauft sich aber dennoch gut.

Pakete mit verschiedenen Versionen des Microsoft-Betriebssystems Windows 7

Windows 7 wird der Kassenschlager
Windows 7 soll die Schwächen von Windows Vista ausmerzen. Es klappt. Innerhalb eines halben Jahres verkauft sich die 7er Version von Windows 100 Millionen Mal und wird damit die erfolgreichste des Konzerns.

3 Nokia-Smartphones mit Microsoft Betriebssystem Windows 7 Phone

Anbandeln mit Nokia
Seit Februar 2011 arbeitet Microsoft mit Nokia zusammen, aufbauend auf dem Betriebssystem Windows Phone 7. Das ist Microsoft mehr als eine Milliarde Dollar wert. Die Smartphone-Macht hat der Konzern lange unterschätzt. Legendär Ballmers krachendes Lachen über das erste iPhone 2007, eine der gravierendsten Fehleinschätzungen der IT-Geschichte. Es ist heute ein YouTube-Hit.

Frau mit Headset am Notebook

Rieseneinkauf Skype
2011 landet Microsoft einen Riesendeal: Der Konzern schluckt Skype für 8,5 Milliarden Dollar. Es ist der größte Kauf in der Microsoft-Geschichte. Rund 170 Millionen Menschen nutzen Skype. Aber die große Mehrheit kommuniziert von PC zu PC.

Microsoft Office 365

Office aus der Wolke
Ende Juni 2011 kommt Office 365 auf den Markt, die Internetversion von Office. Gemietet wird für ein Jahr, 365 Tage also. Und die Software kommt direkt aus der Cloud.

Microsoft-Tablet Surface Pro

Microsoft erstes Tablet
2012 bringt Microsoft das erste eigene Tablet raus, in den zwei Versionen Surface RT und Surface Pro. Gerade kommt die neue Generation von Surface-Computer, das Surface 3 - wie seine Vorgänger ein so genanntes Convertible, also ein Tablet mit abnehmbarer Tastatur.

Verschieden große Tablets mit Windows 8-Betriebssystem

Revolte gegen Windows 8
Windows 8 passte sich 2012 auch auf dem PC an die Bedienung per Touchscreen an - doch viele Nutzer wollten den typischen Start-Button zurückhaben, Microsoft folgte ihrem Wunsch. Bei der kommenden Windows-Version überspringt Microsoft eine Versionsnummer. Windows 10 soll erstmals auf allen Geräte-Klassen - vom Smartphone, Tablet, PC bis hin zum Server - laufen.

Steve Ballmer, langjähriger Microsoft-Chef, kündigt seinen Rücktritt an

Steve Ballmer geht - zum Basketball
2013 kündigt Ballmer seinen Rückzug an. Nach 33 Jahren im Konzern und 13 Jahren an der Spitze verlässt er den Microsoft-Chefposten und übernimmt mit einem Bruchteil seines Vermögens das Profi-Basketball-Team LA Clippers.

Nokia-Chef Stephen Elop (l.) und Microsoft CEO Steve Ballmer

Mit Nokia den Smartphone-Markt aufrollen?
2013 kauft Microsoft die Handy-Sparte des einstigen Weltmarktführers Nokia. Der Anteil am Smartphone-Markt bleibt auch nach der Übernahme gering. Eingefädelt wurde das Ganze noch von Ballmer, hier im Bild mit Nokia-Chef und Ex-Kollege Stephen Elop (l.).

Neuer Microsoft-Chef Satya Nadella

Der Neue: Satya Nadella
2014 wird Cloud-Manager Satya Nadella neuer Konzernchef. Microsoft streicht nach der Übernahme des Nokia-Geschäfts 18.000 Arbeitsplätze. Nadella kündigt den Fokus auf Cloud-Dienste für alle Plattformen an.