Tesla-Logo auf einem Model S

Dank günstigerer Batterien 25.000-Dollar-Tesla in Sicht

Stand: 23.09.2020, 08:41 Uhr

Tesla-Chef Elon Musk will den Preis für seine Elektroautos drastisch senken - dank kostengünstigerer und effizienterer Batterien. Doch das dauert noch ein paar Jahre. Zu lange für manche Investoren.

Die Reaktion der Anleger auf den sogenannten "Battery Day" von Tesla ist eindeutig: Die Aktie verlor im regulären Handel 5,6 Prozent und rutschte nachbörslich sogar um 6,9 Prozent auf 395 Dollar ab. Damit schrumpfte der Börsenwert des E-Autoherstellers um über 100 Milliarden Dollar.

Elon Musk in Tübingen

Elon Musk in Tübingen. | Bildquelle: imago images / ULMER Pressebildagentur

Dabei hat Vorstandschef Elon Musk seiner auf dem Parkplatz der Firmenzentrale im kalifornischen Palo Alto versammelten Fangemeinde deutliche Verbesserungen bei der Batterieherstellung versprochen. Durch die Verwendung anderer Rohstoffe als bisher, sowie vereinfachter und standardisierter Produktionsverfahren werde Tesla in einigen Jahren die Kosten pro Kilowattstunde in einer Batterie um über die Hälfte Prozent senken können – bei gleichzeitig besserer Leistung.

Batterien ohne Kobalt

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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349,50
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So werden die neuen Batterien praktisch ohne das teure Schwermetall Kobalt auskommen. Die Reichweite eines E-Autos soll dadurch um gut die Hälfte steigen. Musks Ziel ist es, die Aufwendungen für Batterietechnik und Herstellung so kräftig zu reduzieren, dass Tesla selbstfahrende E-Autos zum Preis von 25.000 Dollar verkaufen kann. "Wir haben kein erschwingliches Auto", sagte er. "Das werden wir in der Zukunft haben. Aber dazu müssen wir die Kosten für die Batterien runter bringen", betonte Musk. Seinem im Internet übertragenen Auftritt folgten mehr als 270.000 Zuschauer.

Bis es soweit ist, müssen sich die Kunden aber noch gedulden. Musk zufolge wird die Umstellung der Fertigung ungefähr drei Jahre dauern. Der Milliardär hatte die Hoffnungen auf einen unmittelbaren Durchbruch schon am Vorabend gedämpft, indem er bei Twitter erklärte, dass sich die Innovationen in Teslas Batterie-Technologie erst ab 2022 in größeren Produktionsvolumen bemerkbar machen dürften.

Model S Plaid mit Riesenreichweite

Tesla Model S. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Entsprechend enttäuscht reagierten die Anleger. Für Tesla-Fans hatte Musk dennoch gute Nachrichten. Für Ende 2021 kündigte er ein neues Model S an, den "Plaid". Prototypen dieses Fahrzeugs wurden bereits im Sommer auf dem deutschen Nürburgring getestet. Der Wagen soll ein überarbeitetes Fahrwerk und einen größeren Akku bekommen, verriet Musk. Damit soll die Reichweite des Plaid auf 521 Meilen (824 Kilometer) erhöht werden. Im Wettbewerb mit dem Konkurrenten Lucid würde Tesla dann wieder die Nase vorn haben, wird doch die Reichweite des Lucid mit 517 Meilen angegeben.

Das Model S bekam den Namenszusatz Plaid, übernommen vom schnellsten Modus im Tesla Roadster. Der Wagen soll eine Höchstgeschwindigkeit von über 320 km/h erreichen und in weniger als zwei Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen.

30 bis 40 Prozent Wachstum dieses Jahr

Trotz der weiter grassierenden Corona-Pandemie sieht Musk sein Unternehmen weiter auf Erfolgskurs. "Uns geht es 2020 sehr gut, wir werden trotz schwieriger Umstände wahrscheinlich ein Wachstum zwischen 30 und 40 Prozent erreichen", sagte der Firmenchef.

Damit machte er deutlich, dass Tesla am ehrgeizigen Jahresziel festhält, rund 500 000 E-Autos auszuliefern. Das wären 36 Prozent mehr als im Vorjahr. "Während es für den Rest der Branche abwärts ging, ging es für Tesla nach oben", triumphierte Musk.

Der 49-jährige Tech-Milliardär ließ sich von den Fans per Hupkonzert abfeiern, da der "Battery Day" nach der Hauptversammlung stattfand und das Treffen pandemiebedingt vor Teslas Autowerk mit einer Freiluftbühne im Stile eines Autokinos stattfand. Die Stimmung war angesichts der jüngsten Erfolgswelle bestens und Musk erhielt nach Bestätigung der Jahresziele und des zuletzt erreichten Meilensteins der ersten vier aufeinanderfolgenden Quartale mit Gewinn in Folge viel Anerkennung

lg/rtr/dpa