Internet

Facebook-Schriftzug spiegelt sich in einer Pupille

"Marketplace" in den Startlöchern Facebook macht Ebay Konkurrenz

Stand: 04.10.2016, 09:17 Uhr

Im Internet-Geschäft wird mit harten Bandagen um Nutzer und Reichweite gekämpft. Der Facebook-Konzern holt mit einer neuen Vermarktungsplattform für private Anbieter zum direkten Schlag gegen Ebay aus - im ersten Schritt.

Die Initiative scheint folgerichtig: Warum nicht den vielen Millionen Nutzern, die Facebook als "Pinnwand" in eigener Sache und Kommunikations-Plattform nutzen, nicht auch ein Kaufs- und Verkaufsangebot bieten? Die Konkurrenz-Veranstaltung des Auktions-Portals Ebay, die "Ebay-Kleinanzeigen", erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit und locken User auch auf die übrigen Angebote bei Ebay.

Foto hochladen und Standort freigeben

Facebooks "Marketplace", das nun zunächst in den USA, Australien und Neuseeland an den Start geht, will nun solche eine Verkaufsplattform werden, kommt aber offenbar etwas "zeitgemäßer" daher. Die Anwendung ist für die Smartphone-Nutzung optimiert. Der Nutzer stellt hier ein Foto des Produktes ein, das zum Verkauf steht, gibt einen Text und seinen Standort ein und fertig ist das Verkaufsangebot.

Laut Facebooks Produktmanagerin Mary Ku wird Facebook bereits seit langem auch zum privaten Handel von verschiedensten Produkten genutzt. Nach Angaben des Unternehmens werden die entsprechenden Gruppen von Facebook jeden Monat von mehr als 450 Millionen Nutzern angesteuert. Da die Nachfrage nach einer solchen Funktionalität "substanziell" zugenommen habe, sei Marketplace nun geschaffen worden.

Marketplace-Nutzer mit Klarnamen

Bei den Produkten, die über Facebook verkauft werden können, gibt es aber einige "ethische" Einschränkungen. So sollen Drogen, Waffen und Alkohol tabu für Marketplace sein. Anders als Ebay übernimmt Facebook keine Garantien für den sicheren Ablauf der Verkaufsaktionen. Nutzer sollen Verstöße über Tools melden können. Da die Nutzer mit ihren Klarnamen auch auf Facebook-Marketplace agieren müssen, soll der Missbrauch sich in Grenzen halten.

Dass Facebook mit seinem Marketplace direkte Einnahmen erzielen will, scheint unwahrscheinlich, auch das Ebay-Kleinanzeigen-Angebot ist schließlich kostenlos. Facebook dürfte aber auf indirekte Einnahmen über Werbung auf den Verkaufsseiten zielen.

Amazon als Fernziel?

Mittelfristig könnte die Initiative des Internet-Giganten aber auch ein Testlauf dafür sein, ob Kaufen und Verkaufen auf der Plattform nicht auch in größerem Maßstab möglich ist. Hier könnte Amazon als globales Kaufhaus für Produkte aller Art, aber auch für Medieninhalte das große Vorbild sein.

Aktie verkauft sich prächtig

Die Facebook-Aktie ist ebenso seit Monaten im "Wachstums"-Modus. Im Frankfurter Handel ist der Titel derzeit nahe seines Allzeithochs von 117,83 Euro unterwegs. Am Dienstag hat die Aktie leicht im Plus, bei 115,01 Euro, eröffnet.

AB