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Wochenausblick

Griechenland und Fiskal-Klippe

Die Anleger hoffen auf eine Lösung

Griechenland bleibt die größte Sorge der Investoren. Scheitern am Montag die Verhandlungen der Euro-Finanzminister, wäre die Verunsicherung groß. Steurfeuer kommt auch aus den USA. Denn der Haushaltsstreit ist nach wie vor ungelöst. Starke Nerven sind gefragt.

Zum dritten Mal in nur zwei Wochen beraten die Finanzminister der Eurogruppe über die Fortsetzung der Finanzhilfen für Griechenland. Streitpunkt ist, ob Athen beim Abbau seiner Schulden mehr Zeit bekommen und wer in diesem Fall die entstehende Finanzlücke schließen soll. Während Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds für einen radikalen Schuldenschnitt in Griechenland plädieren, lehnt ihn Kanzlerin Angela Merkel ab. "Die Hängepartie treibt den Anlegern tiefe Sorgenfalten auf die Stirn", sagte ein Händler. "Für die Politiker ist der Druck gewachsen, in den nächsten Wochen Lösungen für politische Unsicherheitsfaktoren zu finden", sagt Andreas Hürkamp von der Commerzbank. Im Falle eines erneuten Scheiterns wäre die Enttäuschung der Investoren wohl groß, sagen die Finanzmarktprofis.

Dax wieder in Richtung 7.000?

Wolfgang Duwe, Aktienstratege bei der Bremer Landesbank, sieht den Dax in den kommenden Handelstagen wieder in Richtung 7.000 Punkte fallen. In der vergangenen Woche war er 5 Prozent nach oben geklettert auf 7.309 Punkte. Erste Fortschritte im US-Haushaltsstreit und ermutigende chinesische Konjunkturdaten hatten die Investoren zuletzt zuversichtlich gestimmt.

Fiskal-Klippe in den USA

Abseits von Griechenland blicken die Anleger auf die USA, wo Demokraten und Republikaner sich weiterhin um eine Lösung im US-Hauhaltsstreit bemühen. Ohne Einigung drohen zum Jahreswechsel automatische Ausgabensenkungen und Steuererhöhungen, die die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen könnten. Analysten gehen davon aus, dass sich die Unsicherheit über den Ausgang der Verhandlungen auch in den Auftragseingängen langlebiger Güter bemerkbar machen wird. Sie rechnen für Oktober im Schnitt mit einem Rückgang von 0,3 Prozent. "Rechnet man den Transportsektor heraus, dann erwarten wir ein mageres Plus nach einem allerdings sehr starken Vormonat", sagen die Analysten der Deka-Bank. Die Daten werden am Dienstag veröffentlicht.

Im Fokus weitere Konjunkturdaten

Für Investoren interessant werden dürfte auch die Veröffentlichung des Konjunkturberichts der US-Notenbank Fed, das sogenannte Beige Book. Er folgt am Mittwoch. Anleger erhoffen sich daraus Hinweise über das weitere Vorgehen der Notenbank. Aus dem letzten Sitzungsprotokoll war hervorgegangen, dass sich mehrere Währungshüter für eine Verstärkung der Anleihenkäufe im nächsten Jahr ausgesprochen hatten. Commerzbank-Analyst Bernd Weidensteiner geht davon aus, dass die Fed noch lange an ihrem expansiven Kurs festhalten wird. Am selben Tag werden die Verbraucherpreise für die Eurozone bekannt gegeben. Ökonomen erwarten einen leichten Rückgang.

Bewegung am Anleihemarkt

Der Emissionskalender für Staatsanleihen ist nochmals prall gefüllt. Insgesamt rechnet die Commerzbank für die kommende Woche mit einem Emissionsvolumen von 15 Milliarden Euro. Belgien, die Niederlande und Deutschland machen den Anfang. Aus dem Süden folgt am Donnerstag Italien mit einer fünf- und einer zehnjährigen Anleihe. Der Euro-Rettungsschirm EFSF wird sich zum letzten Mal in diesem Jahr frisches Geld besorgen.

Der Schwung der Bilanzzahlen ist durch

Auf Unternehmensseite dürfte es in der neuen Woche ruhig bleiben. Spannend könnte allerdings die Aufsichtsratssitzung von Siemens am Mittwoch werden. Insidern zufolge läutet der Konzern die heiße Phase für die Abtrennung seiner Leuchtmittel-Tochter Osram ein. Siemens will angesichts des Wandels der Lampen-Industrie hin zu Leuchtdioden nicht mehr bei Osram investieren. Pläne für einen Börsengang scheiterten am widrigen Umfeld für die Finanzmärkte.

Stand: 25.11.2012, 12:30 Uhr