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Wochenausblick

Sorgen um Europa

Kein Ende der Hängepartie bei Dax & Co

Eigentlich stehen die Chancen auf steigende Aktienkurse gut. Die Konjunktur hat ihren Tiefpunkt durchschritten, die Zinsen bleiben niedrig und die Unternehmen sind zuversichtlich. Wären da nicht die Sorgen um Europa, die Schuldenkrise, der Währungskrieg...

"In der Summe ist beim Dax auf Wochensicht mit einem Stillstand und höherer Volatilität zu rechnen", sagt Tobias Basse, Aktienstratege von der NordLB. Der Leitindex hatte in der alten Woche rund 0,4 Prozent verloren, nachdem ein enttäuschendes Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Euro-Zone im vierten Quartal die Anleger verschreckt hatten.

Bei den in dieser Woche anstehenden Indikatoren dürfte wieder ein Silberstreif am Horizont erkennbar sein. Volkswirte erwarten, dass der am Dienstag anstehende ZEW-Indikator und der am Freitag fällige Ifo-Geschäftsklimaindex die Trendwende der deutschen Wirtschaft bestätigen.

Im laufenden ersten Quartal wird das BIP wieder wachsen, glauben die Commerzbank-Analysten in ihrem Wochenausblick. "Auch im Euroraum insgesamt zeigen die Indikatoren wieder nach oben, was auch auf bessere Zahlen aus der Peripherie zurückzuführen ist."

Politische Unsicherheiten

Dennoch trüben Unsicherheiten in der Euro-Schuldenkrise die Stimmung der Anleger. Angesichts der weitgehend beendeten Berichtssaison steigt der Einfluss der politischen Großwetterlage. Sorge bereitet vielen Anlegern vor allem die anstehende Wahl in Italien. Sollte Silvio Berlusconi tatsächlich die Mehrheit im Senat erreichen, droht dem Land politische Instabilität - mit entsprechenden Folgen für die Eurozone.

Für Verunsicherung sorgen auch die Korruptionsvorwürfe gegen Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy. "All das sind ganz klar Belastungsfaktoren für den Aktienmarkt", sagt Stratege Herdack. Das Risiko eines Reformstaus in den angeschlagenen Ländern ist Experten zufolge in den Köpfen der Investoren dadurch wieder präsenter als noch vor ein paar Wochen. Auch die Debatte um den Wechselkurs des Euro wird von den Finanzmärkten genau beäugt.

Weniger Nachrichten aus den Unternehmen

Auf Unternehmensseite ebbt die Nachrichtenflut derweil ab. Bei den Unternehmen, die Zahlen vorlegen, stehen neben dem Dax-Konzern Allianz, Danone, die Swiss Re und Axa im Fokus. In den USA berichten zudem Dell, Wal-Mart und Hewlett-Packard über die Entwicklung des abgelaufenen Geschäftsquartals.

Bei deutschen Unternehmen aus der zweiten Reihe richten sich die Blicke auf die Bilanzen von Kabel Deutschland, Rhön-Klinikum sowie auf MTU. Der Münchner Triebwerksbauer dürfte trotz der Luftfahrtkrise ein glänzendes Jahr 2012 hinter sich haben.

Stand: 17.02.2013, 10:43 Uhr