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Dividendenrendite im Schnitt bei gut vier Prozent

Gemischtes Dividendenjahr im EuroStoxx 50

Im Vergleich zum Dax gibt es im EuroStoxx 50 mehr Unternehmen aus Branchen, die sich in schwierigem Fahrwasser befinden. Zudem sind Konzerne aus dem krisengebeutelten Südeuropa enthalten. Entsprechend gemischt fällt das Dividendenjahr aus, sagt Berndt Maisch, Fondsmanager bei der LBBW.

Berndt Maisch

Berndt Maisch . | Quelle: LBBW

boerse.ARD.de: 2013 sind die deutschen Dax-Konzerne sehr spendabel. Gilt das auch für die europäischen Unternehmen aus dem EuroStoxx 50?

Berndt Maisch: Vor allem die deutschen Industrieunternehmen sind weltweit aufgestellt und profitieren überproportional von der Konjunkturdynamik in den Schwellenländern. Daher können sie bei den Dividendenzahlungen im laufenden Jahr großzügig sein. Für den EuroStoxx 50 gilt das nur teilweise. Hier fällt das Dividendenjahr wesentlich gemischter aus.

boerse.ARD.de: Welche Gründe gibt es dafür?

Maisch: Zum einen sind im EuroStoxx 50 Konzerne aus Italien und Spanien enthalten, deren Dividendenfähigkeit durch die Wirtschaftskrise in diesen Ländern spürbar beeinträchtigt wird. Außerdem sind im EuroStoxx 50 bestimmte Branchen stärker vertreten, vor allem die Versorger und Telekommunikationsbranche. Dort herrscht ein hoher Preisdruck und die Unternehmen sind teilweise hoch verschuldet. Das geht zulasten der Dividendenperspektiven.

boerse.ARD.de: Wer sind die Dividendenkönige im EuroStoxx 50?

Maisch: Bisher hat sich erst knapp die Hälfte der Unternehmen zu ihren Dividenden geäußert. Trotz aller Einschränkungen gibt es auch im EuroStoxx 50 Titel, die seit vielen Jahren kontinuierlich die Dividendenzahlungen steigern. Zum Beispiel der Industriegasehersteller Air Liquide, der Kosmetikproduzent L'Oreal und der Konsumgüterkonzern Unilever.

boerse.ARD.de: Außerdem ist im EuroStoxx 50 anders als im Dax auch der Öl-Sektor vertreten.

Maisch: Genau. Mit Total, Eni und Repsol gibt es im Index drei Schwergewichte. Total und Eni haben erst letzte Woche Dividendenerhöhungen angekündigt.

boerse.ARD.de: Bei welchem Unternehmen fällt diesmal die Dividende aus?

Maisch: Dividendenausfälle haben wir beim spanischen Telefonanbieter Telefonica und beim finnischen Technologieunternehmen Nokia, das bei im Handygeschäft zuletzt dramatisch an Marktanteilen verloren hat. Der niederländische Finanzkonzern ING ist immer noch auf Kapital vom Staat angewiesen und verzichtet deshalb auch auf eine Dividendenzahlung.

boerse.ARD.de: Auf welche Dividendenrendite kommen die Unternehmen aus dem EuroStoxx 50 im Schnitt?

Maisch: Die liegt mit 4,1 Prozent sogar etwas höher als beim Dax. Dafür sorgen vor allem Titel von Banken, Versorgern und Telekommunikationsunternehmen, also aus den schwierigeren Branchen. Denn teilweise sind hier die Aktienkurse schneller gefallen als die Dividendenerwartungen, was letztlich zu den hohen Dividendenrenditen führt. Der Aktienmarkt preist hier die hohe Unsicherheit hinsichtlich der Dividendenperspektiven bereits teilweise mit ein.

Das Gespräch führte Ursula Mayer.

Stand: 19.02.2013, 15:57 Uhr

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