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Wochenausblick

Weitere Etappen im Rally-Modus

Dax nimmt die 8.000 in Angriff

Bis zur magischen 8.000er Marke fehlen keine 150 Punkte mehr. Und bis zum Allzeithoch sind es nur noch rund 300 Punkte. Wird der Dax auch in dieser Woche im Rally-Modus bleiben?

Blick auf die Daxtafel durch ein Fernrohr

Die Börsenwelt richtet den Blick auf neue Höchststände.

Die Aussichten dafür sind ziemlich gut. Mitten in der Berichtssaison könnten Anleger mit ihrer Kauflaune den Dax spielend auf die 8.000 Punkte treiben. Die DZ Bank sieht die Voraussetzungen für weiter steigende Aktienkurse jedenfalls gegeben, da sich die Schuldenkrise in Europa und die Debatte in den USA um die Fiskalklippe verflüchtigt haben. Dazu kommen die rekordniedrigen Zinsen und die immer noch günstige Bewertung von Aktien. Da stelle sich die Frage, ob 2013 der "große Wechsel" der Anlegervorlieben bevorstehe: raus aus Anleihen rein in Aktien.

Der Blick auf die 10.000

Allzuweit ist der Deutsche Aktienindex nicht mehr von seinen alten Höchstständen entfernt, und erst recht nicht von der 8.000er Marke, die an sich keine besondere Bedeutung hat, aber doch eine Art magische Strahlkraft. Am Freitag beendete er die Handelswoche beim Stand von 7.858 Punkten. Das Rekordhoch vom Juli 2007, als die Börsen-, Wirtschafts- und Finanzwelt noch in Ordnung war, lag bei 8.151 Punkten.

Technische Analysten trauen dem Börsenbarometer noch weit mehr zu. Der Dax könnte in zwei bis drei Jahren bei 10.000 Punkten stehen, schätzt Jörg Scherer von HSBC Trinkaus. Auch er rechnet fest damit: In diesem Jahr wird der Index alte Rekorde brechen.

Allerdings gibt es auch skeptische Stimmen. So warnen die Experten der Landesbank Berlin auf kurze Sicht vor einer Konsolidierung an den Börsen.

Warum der Dax besser Karten als der MDax hat

Auch die Analysten der Commerzbank heben mahnend den Zeigefinger, Anleger sollten die Absatzmärkte der jeweiligen Konzerne im Auge behalten. Obwohl sich die Euro-Schuldenkrise abschwäche, werde sie diejenigen Firmen bremsen, die ihre Waren hauptsächlich nach Europa lieferten. In dieser Hinsicht sind MDax-Firmen benachteiligt gegenüber den Dax-Konzernen.

"Die MDax -Unternehmen erzielen im Durchschnitt immer noch mehr als 70 Prozent ihrer operativen Erträge in Europa, bei Dax-Unternehmen liegt der Anteil hingegen inzwischen unter 60 Prozent. Unternehmen mit hohen Ertragsanteilen außerhalb Europas - insbesondere USA und Asien - sollten von dieser Entwicklung auch in diesem Jahr profitieren", urteilten die CoBa-Analysten.

Bilanzen über Bilanzen

Mitten in der Berichtssaison gibt es in dieser Woche wieder neue Geschäftsdaten aus dem Dax: Die Deutsche Bank berichtet am Donnerstag über den Stand der Dinge. Am gleichen Tag lässt sich auch Infineon in die Bücher schauen. Eon wird am Mittwoch eine neue Prognose für 2013 ausgeben. Aus der zweiten Reihe berichten die Software AG, Jenoptik, Qiagen und Loewe.

Aus Amerika gibt es ebenfalls einige wichtige Bilanzen, die das Potenzial haben, die Börse zu bewegen: am Montag von Caterpillar und am Mittwoch von Boeing und Facebook.

Alle Augen auf die Fed

Amerikanische Anleger achten aber auch auf den Tonfall der Notenbanker, wenn sie am Mittwochabend ihren neuen Zinsentscheid bekannt geben. Gleichwohl ist die Finanzgemeinde aber überzeugt, dass die Fed ihren lockeren geldpolitischen Kurs erst einmal beibehält. Interessant sind in dieser Hinsicht auch die Arbeitsmarktdaten für Januar, die am Freitag veröffentlicht werden. Analysten gehen von 160.000 neu geschaffenen Stellen und einer gleichbleibenden Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent aus.

Weitere wichtige Konjunkturdaten aus den USA sind die Zahlen zum Verbrauchervertrauen im Januar am Dienstag und die erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt am Mittwoch. Die Commerzbank erwartet ein langsameres Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft, geht von 0,8 Prozent Plus aus.

Stand: 27.01.2013, 15:47 Uhr