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Allianz kriegt 2012 kaum Kratzer ab

"Ausblick ist ein Zeichen der Stärke"

Die Allianz legt ein starkes Ergebnnis vor und gibt einen optimistischen Ausblick, findet Thorsten Wenzel, Analyst bei der DZ Bank. Einziger Wermutstropfen: Die Aktionäre bekommen keine höhere Dividende.

Thorsten Wenzel, Analyst DT Bank (Quelle: Unternehmen)

Thorsten Wenzel, Analyst bei der DZ Bank

boerse.ARD.de: Wie schafft es die Allianz, in eher schwierigen Zeiten 2012 so viel Geld zu verdienen und ihren Gewinn sogar zu verdoppeln?

Thorsten Wenzel: Dazu muss man auf jeden Fall berücksichtigen, dass der Versicherer im Jahr davor, also 2011, hohe Belastungen durch Katastrophenschäden hatte und Abschreibungen auf Griechenlandanleihen vornehmen musste. Beides ist 2012 weggefallen. Außerdem hat auf dem Kapitalmarkt eine deutliche Entspannung eingesetzt. Das hat auch geholfen.

borse.ARD.de: Der Hurrikan "Sandy" hat zwar die US-Küste verwüstet, aber den Dax-Konzern nicht in Mitleidenschaft gezogen?

Wenzel: Doch. Aber der Hurrikan war 2012 die einzige große Naturkatastrophe, für deren Schaden der Versicherer aufkommen musste, während es im Jahr zuvor deutlich mehr solcher Ereignisse gegeben hatte. Insgesamt konnte die Allianz dadurch 2012 ihre Schaden-Kosten-Quote deutlich verbessern und stand im Bereich Schaden- und Unfallversicherungen sehr gut da.

boerse.ARD.de: Und wie schlägt sie sich bei den Lebensversicherungen, die unter der derzeitigen Niedrigzinsphase stark zu leiden haben?

Wenzel: Auch in dem Bereich konnte sich der Dax-Konzern steigern. Zum einen wegen der generellen Entspannung auf dem Kapitalmarkt. Zum anderen dürfte sich das niedrige Zinsniveau erst in den nächsten Jahren auf das Ergebnis auswirken. Am besten hat sich die Vermögensverwaltung geschlagen. Hier hat die Allianz operativ um fast ein Drittel zugelegt, dank des Erfolgs von Pimco.

boerse.ARD.de: Wie würden Sie Ausblick für das neue Jahr bewerten?

Wenzel: Die Allianz peilt ein etwa unverändertes operatives Ergebnis an. Das halte ich für einen konservativen, aber guten Ausblick und für ein Zeichen der Stärke.

boerse.ARD.de: Wie steht Europas größter Versicherer finanziell da?

Wenzel: Sehr gut. Dass die Dividende trotzdem nicht erhöht wird, ist in meinen Augen der einzige Wermutstropfen. Denn die Allianz könnte meiner Meinung mehr als 40 Prozent ihres Gewinns ausschütten.

Das Gespräch führte Ursula Mayer.

Stand: 21.02.2013, 09:58 Uhr