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Trotz Milliardengewinn in Q1

Deutsche Bank muss doch Aktionäre anpumpen

Nach den Verlusten im vierten Quartal hat die Deutsche Bank in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wieder einen Milliardengewinn eingefahren. Dennoch überrascht das Geldhaus mit der Ankündigung einer Kapitalerhöhung zur Verbesserung seiner Eigenkapitaldecke. Die Aktie dreht ins Minus.

Zwar ist es der Deutschen Bank gelungen, zum 31. März ihre zuletzt gesunkene Eigenkapitalquote wieder auf 8,8 Prozent anzuheben und damit ihr selbst gesetztes Ziel einer Quote von 8,5 Prozent zu übertreffen. Dennoch verkündet Deutschlands führendes Geldhaus am Abend überraschend eine Kapitalerhöhung. Nach den geplanten neuen internationalen Regeln (Basel III) muss die Deutsche Bank als besonders systemrelevantes Institut nämlich eine extra hohe Kernkapitalquote vorweisen. Die Regeln sollen zwar erst ab 2019 voll gelten, am Kapitalmarkt werden die Quoten aber schon jetzt von Anlegern erwartet.

Den Angaben zufolge will die Deutsche Bank bei ihren Aktionären rund 2,8 Milliarden Euro einsammeln. Dazu sollen bis zu 90 Millionen Aktien aus dem genehmigten Kapital unter Ausschluss der Bezugsrechte ausgegeben werden. Sie sollen kurzfristig privat platziert werden. Zudem will die Bank in den nächsten zwölf Monaten bis zu zwei Milliarden Euro durch Ausgabe nachrangiger Kapitalinstrumente einsammeln. Mit Hilfe dieser Maßnahmen wird die Kernkapitalquote auf 9,5 Prozent angehoben.

In der Kritik

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Bank wird zwar seit längerem immer wieder wegen ihrer schwächelnden Eigenkapitalausstattung kritisiert. Doch hatte der Vorstand stets betont, die fehlenden Mittel aus eigener kraft, vorwiegend aus den Gewinnen sowie einer Reduzierung der Bilanz zu beschaffen. Anfang März hatte der Konkurrent Goldman Sachs dagegen bezweifelt, dass die Deutsche Bank eine Kapitalerhöhung vermeiden könne. Sollten nämlich die USA wie geplant eine stärkere Eigenkpaitalausstattung der dort ansäsissigen Töchter ausländischer Banken in die Tat umsetzen, müsse die Deutsche Bank 13 Milliarden Dollar in die US-Tochter stecken, so die Aussage von Goldman Sachs. Noch ist allerdings völlig unklar, ob die neue Regelung jemals umgesetzt wird, denn die Amerikaner befürchten eine entsprechende Gegenreaktion der Europäer.

Im späten Frankfurter Handel ist die Aktie der Deutschen Bank deshalb fast vier Prozent ins Minus gedreht, nachdem sie im elektronischen Handel noch 1,7 Prozent auf 32,90 Euro zugelegt hatte. Natürlich setze die Kapitalmaßnahme die Papiere unter Druck, grundsätzlich überraschend komme sie aber nicht, sagte ein Händler. Viele Analysten hätten seit längerem drauf gedrängt. Die Kapitalbasis werde nun gestärkt, was der Markt auf den zweiten Blick gutheißen dürfte.

Milliardengewinn im ersten Quartal

Dabei hat die Deutsche Bank im ersten Quartal trotz Gegenwinds im Investmentbanking wieder einen Milliardengewinn erwirtschaftet. Der Gewinn vor Steuern stieg von 1,9 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 2,4 Milliarden Euro, ein Plus von 527 Millionen Euro oder 28 Prozent. Analysten hatten im Schnitt nur mit 1,7 Milliarden Euro gerechnet. Der Gewinn nach Steuern erreicht 1,7 Milliarden Euro, nach 1,4 Milliarden im ersten Quartal 2012.

Das Ergebnis je Aktie (verwässert) beträgt 1,71 Euro, nach 1,45 Euro im Startquartal 2012. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern erreicht damit im ersten Quartal 12 Prozent, verglichen mit 10 Prozent im ersten Quartal. Zum Vergleich: Der Konkurrent Goldman Sachs hat im ersten Quartal seinen Überschuss um 5,5 Prozent auf 2,19 Milliarden Dollar gesteigert.

Fallende Erträge und sinkende Ausgaben

Allerdings beruht die Ergebnissteigerung bei der Deutschen Bank mehr auf den Einsparungen als auf einer Verbesserung der Einnahmen. Diese erhöhten sich im ersten Quartal 2013 lediglich um zwei Prozent auf 9,4 Milliarden Euro gegenüber 9,2 Milliarden im Vergleichsquartal des Vorjahres. Im Investmentbanking, der Hauptertragsquelle des Konzerns, gingen die Einnahmen sogar um vier Prozent oder 209 Millionen Euro auf 4,6 Milliarden zurück. Dagegen fielen die Ausgaben gegenüber dem Vorjahresquartal um 368 Millionen (12 Prozent) auf 2,8 Milliarden Euro zurück.

lg

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