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Meldung


17.01.2008 08:12
Fed beruhigt mit moderaten Tönen
Die Fed hat in ihrem Konjunkturbericht keine neuen Hinweise auf eine drohende Rezession gefunden. Das ist schon nahezu ein positives Signal. Zumal der Inflationsdruck nachlässt und so Spielraum für Zinssenkungen gibt.
Ben Bernanke, im Hintergrund eine US-Flagge, fliegende Dollarnoten und ein Helikopter (Quelle: dpa/picture-alliance) Wirft Helikopter-Ben schon bald Geld über den USA ab? 

Zwar hat die US-Wirtschaft nach Einschätzung der US-Notenbank Federal Reserve zum Jahresende an Schwung verloren. Die Wirtschaftsleistung habe zwar weiter zugelegt, jedoch in einem moderateren Tempo, hieß es am Mittwochabend im Konjunkturbericht der Fed, der als "Beige Book" bekannt ist.

Der Euro-Dollar-Wechselkurs zeigte sich unbeeindruckt vom "Beige Book". Und auch die US-Aktienmärkte reagierten zunächst kaum auf die Veröffentlichung und schlossen nur leicht im Minus. Das deutet darauf hin, dass die Marktteilnehmer mit Meldungen, die keine neuen schockierenden Details über die sich abschwächende US-Konjunktur bereit halten, kaum noch in Panik zu versetzen sind. Der Dax wird zum Handelsbeginn am Donnerstag sogar leicht im Plus erwartet.

Exportindustrie profitiert
Volkswirte bezeichneten den Bericht als ausgeglichen und zeigten sich eher überrascht darüber, dass die Fed keine neuen Hinweise auf eine drohende Rezession lieferte.

Im Beige Book heißt es zwar, die meisten Indizien deuteten darauf hin, dass die Umsätze des Einzelhandels im Weihnachtsgeschäft sowie die Autoverkäufe in den letzten Wochen des Jahres eher schwach waren. Der Immobilienmarkt habe sich zudem landesweit weiter abgekühlt. Dagegen profitiere jedoch die Exportindustrie sowie der Tourismus vom schwachen Dollar.

Nachlassender Inflationsdruck
Positives hatte das US-Arbeitsministerium am Mittwochabend zu vermelden: Die Teuerung in der weltweit größten Volkswirtschaft sei 2007 im Jahresdurchschnitt auf 2,8 Prozent gesunken – nach 3,2 Prozent im Vorjahr. Damit lag die Inflationsrate in den USA auf dem niedrigsten Stand seit 2004. Zudem legten die Verbraucherpreise im Dezember nur noch um 0,3 (Vormonat: 0,8) Prozent zu.

Als einer der Hauptgründe für den nachlassenden Inflationsdruck sehen die Experten die nachgebenden Immobilienpreise in den USA angesichts der Hypothekenkrise.

Keine drastische Zinssenkung?
Damit wächst der Spielraum für die US-Notenbank, auf der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 30. Januar den Leitzins zu senken. Volkswirte rechnen unisono mit einer Ermäßigung um 0,50 Prozentpunkte auf dann 3,75 Prozent. US-Notenbankchef Ben Bernanke selbst hatte erst in der vergangenen Woche gesagt, die Fed sei angesichts der Krise am US-Immobilienmarkt zu deutlichen Zinssenkungen bereit. Einige Marktteilnehmer spekulierten sogar schon auf eine Zinssenkung um 75 Basispunkte, wie Zinsfutures signalisieren.

Der moderate Ton des "Beige Book" mache jedoch eine solch drastische Zinssenkung eher unwahrscheinlich, sagten Volkswirte nun. Auch eine überraschende Zinssenkung noch vor der Fed-Sitzung sei jetzt extrem unwahrscheinlich.

ag
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