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Marktbericht 20:04 Uhr

Immer mehr Sorgen an der Börse

Zinsängste drücken den Dax

Neue Zinsängtse in Amerika, eine weitere Eskalation der Lage um Russland und auch noch eine wahre Zahlenflut aus dem Unternehmenssektor. Die Börsianer mussten heute einiges verkraften. Sie werden zunehmend skeptischer und verabschieden sich vom Markt.

Wird die amerikanische Notenbank nach den unerwartet starken BIP-Daten zum zweiten Quartal womöglich schneller als bisher erwartet die Zinsen erhöhen? An der Börse schient es so, als ob sich die Anleger immer mehr auf eine schärfere Gangart der Notenbank einstellen und Gewinne mitnehmen.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Dax, der zunächst zulegte, folgte einer im Verlauf schwächelnden Wall Street und schloss bei 9.593 Punkten, ein Tagesverlust von 0,62 Prozent. Auch charttechnisch wird es nun zunehmend ungemütlicher am deutschen Aktienmarkt, denn die 200-Tage-Linie bei 9.477 Zählern ist bedrohlich nahe. Ein Bruch wäre ein klares Verkaufssignal.

Alles blickt auf die Fed

Am Abend steht ab 20:00 Uhr unserer Zeit die wichtige Entscheidung des Zinsausschusses auf der Agenda. Die Marktteilnehmer dürfen gespannt sein, ob die Fed die guten BIP-Daten als Steilvorlage für eine restriktivere Politik im Rahmen ihres Tapering-Prozesses aufnehmen wird. Im zweiten Quartal ist die US-Wirtschaft um vier Prozent gewachsen, Experten hatten nur ein BIP-Wachstum von drei Prozent erwartet.

"Der deutlich über den Erwartungen liegende Anstieg des BIP-Wachstums sowie der robuste Konsum sind Zeichen dafür, dass der Aufschwung intakt ist", sagte Johannes Jander, Volkswirt bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Die heutigen Zahlen untermauern das Szenario einer robusten Expansion der US-Wirtschaft."

Am Aktienmarkt liegen derzeit die Standardwerte im Minus, der Dow-Jones-Index verliert gut 0,35 und der S&P-500-Index 0,15 Prozent. An der Technologiebörse Nasdaq geht es jedoch bergauf, begünstigt vor allem durch den 20-prozentigen Aufschlag der Twitter-Aktie, die nach überraschend guten Quartalszahlen aktuell der Star des Tages ist.

Zahlenflut und Russland-Ängste

Börse 19.00 Uhr

Die Börsianer hatten heute Schwerstarbeit zu verrichten. Nicht nur die US-Konjunkturdaten und die neuen Zinsängste am Nachmittag, auch die Eskalation in der Krise in und um Russland sorgt für besorgte Gesichter. Klar wird immer mehr, dass sich die von der EU beschlossenen Wirtschaftssanktionen gegen das Land negativ auf die Unternehmensergebnisse auswirken werden. Auch die Lage im Nahen Osten bleibt zudem weiter angespannt.

Gleichzeitig ist nun auch bei uns die Berichtssaison zum zweiten Quartal so richtig in Fahrt gekommen. Heute öffneten drei Dax-Unternehmen ihre Bücher, morgen folgen mit Schwergewicht Siemens, den beiden Fresenius-Unternehmen, Continental, Lufthansa und Volkswagen weitere sechs. Hinzu kamen heute zahlreiche Berichte aus Europa sowie aus der zweiten und dritten Reihe.

Euro unter 1,34 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro setzte derweil seine Talfahrt fort, besonders nach den starken US-Daten sackte er kräftig ab. Die Gemeinschaftwährung notiert jetzt bei 1,3377 Dollar unter der Marke von 1,34 Dollar. Das Tagestief lag bei 1,3367 Dollar, das ist der tiefste Stand seit fast neun Monaten. Auch am Devisenmarkt sind die unterschiedlichen Zinserwartungen zwischen Amerika und der Eurozone schon seit geraumer Zeit das beherrschende Thema und stützen den Dollar.

Bayer wischt Euro-Sorgen weg

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Größter Gewinner im Dax war Bayer. Der Pharma- und Chemiekonzern hat im zweiten Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis vor Sondereffekten um rund ein Prozent zugelegt. Neue Medikamente und eine kräftige Nachfrage in der Agrochemie halfen. Bremsend wirkte sich der starke Euro aus. Daher reduzierte Bayer seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht. Händler zeigten sich erleichtert darüber, dass der Chemiekonzern an dem Ergebnisausblick für das Gesamtjahr festhält.

Infineon am Dax-Ende

Gut, aber nicht gut genug. Die Aktie des Chipherstellers wurde heute nach einem negativ aufgenommenen Quartalsbericht verkauft und stand mit einem Minus von 3,5 Prozent am Dax-Ende. Allerdings war das Papier zuvor gut gelaufen. Die Quartalsergebnisse und die angehobene Prognose hätten lediglich im Rahmen der Erwartungen gelegen, gab DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer zu bedenken.

HeidelbergCement stagniert

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat im zweiten Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis stagniert. Das Unternehmen verwies auf die Schwäche vieler Währungen zum Euro. Der Gewinn sank um 37 Prozent 233 Millionen Euro - weil ein positiver Sondereffekt vom Vorjahr nun wegfiel. Die Zahlen kam gar nicht gut an, die Aktie war zweitschlechtester Dax-Wert hinter Infineon mit einem Abschlag von 2,8 Prozent.

SMA Solar kommt unter die Räder

Aktien von SMA Solar brachen prozentual zweistellig um 11,95 Prozent ein, nachdem der im TecDax notierte Solartechnikkonzern seine Prognose reduziert hat. Mit großem Abstand lag die Aktie des Herstellers von Wechselrichtern am Ende des Technologieindex.

Zivilflugzeuge machen Airbus Spaß

Airbus-Aktien waren im MDax hingegen gefragt und lagen an der Indexspitze. Denn der Luft- und Raumfahrtkonzern profitiert vom brummenden Geschäft mit Passagierjets und Helikoptern. Dagegen lief das Rüstungs- und Raumfahrtsegment im zweiten Quartal schwächer.

Tabula Rasa bei Osram

Im MDax verloren Osram-Papiere hingegen besonders stark über acht Prozent. Der Leuchtmittelhersteller will weitere 7.800 Stellen abbauen, und damit die Kosten bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2017 dauerhaft um 260 Millionen Euro senken. Die Kosten dafür sollen einmalig bei brutto 450 Millionen Euro liegen. Im zweiten Quartal sank der Umsatz um sechs Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. "Der entscheidende Punkt ist, dass das Geschäft mit Leuchtdioden nicht rund läuft", sagte ein Marktbeobachter.

MAN: Sorge um Südamerika

Der zum VW-Konzern gehörende Lastwagen- und Maschinenbauer MAN hat im auch im zweiten Quartal unter der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Südamerika gelitten. Der Umsatz schrumpfte um zwölf Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Immerhin kehrte die VW-Tochter mit 63 Millionen Euro in die Gewinnzone zurück, weil die negativen Sondereffekte des Vorjahres nun nicht mehr auftauchten.

Qiagen solide nach oben

Der Biotech-Zulieferer Qiagen hat von April bis Juni von einer starken Nachfrage nach Verbrauchsmaterial für Diagnostik-Geräte profitiert. Der Umsatz legte bereinigt um Übernahmeeffekte um fünf Prozent auf 331,2 Millionen Dollar zu. Das Unternehmen baute im zweiten Quartal seinen bereinigten Konzernüberschuss um neun Prozent auf 60,9 Millionen Dollar aus. Die Anleger nahmen trotz der guten Zahlen Gewinne mit, das Papier war zuletzt bis auf ein Jahreshoch bei 18,71 Euro gestiegen.

Telefonica Deutschland schreibt rot

Der Mobilfunkbetreiber Telefonica Deutschland, Betreiber des O2-Netzes, musste im zweiten Quartal der harten Konkurrenz Tribut zollen. Der Umsatz bröckelte weiter um 4,4 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro. Unter dem Strich gab es erneut einen Verlust von 24 Millionen Euro. Das Unternehmen wartet sehnsüchtig auf die Fusion mit E-Plus.

Rational startet den Turbo

Der Großküchenausrüster Rational hat im zweiten Quartal wegen guter Geschäfte in Europa stark beschleunigt und damit besser als erwartet abgeschnitten. Der Umsatz legte um 15 Prozent auf 122 Millionen und der Gewinn um 36 Prozent auf 26,6 Millionen Euro zu. Die Aktie legte zu.

Dialog-Ausblick gefällt nicht

Dialog Semiconductor: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Halbleiterhersteller Dialog profitiert auch weiterhin vom Mobilfunkboom. Der Umsatz wuchs im Frühjahrsquartal um 45 Prozent auf 219 Millionen US-Dollar. Der Gewinn konnte auf neun Millionen mehr als vervierfacht werden. Damit schnitt das TecDax-Mitglied besser als erwartet ab. Dennoch verlor die Dialog-Aktie über zwei Prozent, was offenbar am Ausblick lag. Dieser fiel nicht ganz so positiv aus wie von der Börse erhofft.

Kontron hofft auf neue Aufträge

Der Minicomputerhersteller Kontron musste für die ersten drei Quartale 2013/14 von einer Umsatzstagnation berichten. Unter dem Strich gab es erneut einen kleinen Verlust. Immerhin war der Auftragseingang im dritten Quartal hintereinander höher als der Umsatz. Insgeamt wurden die Zahlen gut aufgenommen, im TecDax lag Kontron sogar an der Indexspitze.

Cancom mit Eckdaten

Der IT-Dienstleister aus dem TecDax hat im zweiten Quartal kräftig zugelegt. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 35 Prozent auf 189,3 Millionen Euro, das Ebitda um 46 Prozent auf 11,4 Millionen Euro. Das endgültige Zahlenwerk folgt am 7. August. Die Cancom-Aktie drehte nur kurz ins Plus, fiel danach aber wieder zurück.

BayWa von Gerüchten belastet

Im SDax zierte die BayWa-Aktie bei hohen Umsätzen mit einem Minus von 7,15 Prozent das Indexende. Händler sprachen von Gerüchten, dass das Unternehmen den Markt auf schwächere Zahlen vorbereite. Zudem hat sich die Markttechnik verschlechtert, nachdem die 200-Tage-Linie im Sauseschritt nach unten durchstoßen wurde.

BayWa vink. NA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Neuer Großaktionär bei Tom Tailor

Tom Tailor: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Das Modeunternehmen aus dem SDax bekommt mit der chinesischen Fosun einen neuen Großaktionär. Dies wurde nach Börsenschluss bekannt gegeben. Die Investoren aus dem Reich der Mitte steigen über ihre zum Konzern gehörende portugiesische Versicherungstochter mit 23,16 Prozent ein. Die Aktien wurden unter Beteiligung des Tom-Tailor-Vorstandes von der Versorgungs- und Förderungsstiftung aus Vaduz/Liechtenstien übernommen.

Fosun ist ein chinesisches Konglomerat, das in verschiedenen Barnchen Beteiligungen hält und deren Aktie in Hong Kong gelistet ist. Tom-Tailor-Firmnechef Dieter Holzer zeigte sich hocherfreut über den Einstieg von Fosun und nannte die Chinesen einen "sehr zuverlässigen Investor, der sich auf die Wachjstumsdynamik Chinas und werthaltige investments spezialisiert." Die Aktie legte während des Xetra-Handels 0,35 Prozent auf 14,51 Euro zu, im Späthandel stieg das Papier in Frankfurt dann weiter.

Viele Zahlen auch aus Frankreich

Dem drittgrößten europäischen Ölkonzern Total hat von April bis Juni ein schwaches Raffineriegeschäft und eine rückläufige Produktion zu schaffen gemacht. Nettoergebnis und Umsatz gingen zurück, die Aktie aus dem Leitindex CAC40 gab nach. Der angeschlagene Autobauer Peugeot hat derweil im ersten Halbjahr seinen Verlust auf 114 Millionen Euro verringert und weist Besserungstendenzen auf. An der Börse kam dies gut an, die Peugeot-Aktie stieg um gut fünf Prozent deutlich. Puma-Mehrheitsaktionär und Luxuskonzern Kering legte nach Börsenschluss noch Zahlen vor. Das Ergebnis war durch einen starken Euro belastet und stieg um 3,9 Prozent auf 810 Millionen Euro. Bereinigt um Währungseffekte wären es 6,2 Prozent gewesen. Kering, ehemals PPR, ist ebenfalls im Auswahlindex CAC 40 notiert. Zum Konzern gehören so bekannte Marken wie Gucci oder Yves Saint Laurent.

Sprint ist in den schwarzen Zahlen

Die US-Telefongesellschaft schreibt nach langem Warten endlich einen Gewinn. Im ersten Geschäftsquartal verdiente die Nummer drei in Amerika 23 Millionen Dollar. Der Umsatz blieb unverändert bei 8,8 Milliarden Dollar. Sprint und seinem japanischen Mutterkonzern Softbank gelten als heiße Kandidaten für die Übernahme der Telekom-Anteile an deren Tochter T-Mobile US.

Allerdings bleibt die Zustimmung der US-Aufsichtsbehörden bei den Hochzeitsplänen das größte Problem, die Behörde befürchtet durch eine Übernahme Preiserhöhungen. In den USA tobt eine veritable Preisschlacht, die Telekom will sich schon länger aus dem Markt zurückziehen. Im Raum steht ein Preis von 40 Dollar je T-Mobile US-Aktie, damit würde das Unternehmen mit 32 Milliarden Dollar bewertet.

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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rm

Stand: 30.07.2014, 20:04 Uhr

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Nationaler Wochenrückblick

Was für eine Woche. Die von einigen Crash-Propheten vorausgesagte Korrektur ist nun eingetreten. Der Dax verliert 4,5 Prozent. Einen solch kräftigen Wochenverlust hatte er zuletzt Mitte des Jahres 2012 erlitten. Ein Rückblick.

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Tagestermine am Montag, 4. August

Unternehmen:
HSBC: Zahlen erstes Halbjahr, 10 Uhr
Immofinanz: PK zum Geschäftsjahr 2013/14, 09:30 Uhr
AIG: Q2-Zahlen, nach Börsenschluss

Konjunktur:
Limburg: Sentix-Konjunkturindex, 10:30 Uhr

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