Seitenueberschrift

Marktbericht 20:02 Uhr

Marktbericht neutral

Dax fährt Achterbahn

Wo sind nur die Bullen hin?

Stand: 19.03.2015, 20:02 Uhr

Obwohl die Zinswende in den USA wahrscheinlich später kommt und schwacher ausfallen wird als erwartet, hält sich die Freude der Anleger in Frankfurt in Grenzen. Am Nachmittag setzen sogar Gewinnmitnahmen ein. Nur die erneute Schwäche des Euro treibt die Aktienmärkte wieder an.

Nachdem der Dax sich am Nachmittag um mehr als ein Prozent abgeschwächt hatte und bei 11.787 Punkten sein Tagestief markierte, sorgte ein Wiedererstarken des Dollar für ein Ansteigen des heimischen Börsenbarometers. Zeitweise robbte sich der Dax bis an den Schlusskurs vom Vortag heran und schloss schließlich bei 11.899 Punkten, 0,2 Prozent tiefer.

Am Vormittag war er sogar bis auf 12.001 Zähler geklettert, nachdem die Chefin der amerikanischen Notenbank, Janet Yellen, am Vorabend für Erleichterung gesorgt hatte. Zwar strich sie das adjektiv "geduldig" aus ihrer Rede, betonte aber gleichzeitig, dass sie deshalb nicht gleich "ungeduldig" wird. Mit einer Zinswende in den USA ist also nicht vor Juni zu rechnen und ihr Ausmaß wird behutsamer ausfallen als erwartet.

Trotzdem wirkten die Anleger in der Eurozone verunsichert. Das zeigt die Schwankung des Dax im Tagesverlauf um mehr als 200 Punkte. Aus Furcht vor einer Korrektur nach der Rally der letzten Wochen kam es deshalb am Nachmittag zu Gewinnmitnahmen.

Kursverluste an der Wall Street

In New York belasten Kursverluste der Ölwerte sowie der starke Dollar. Anleger verdauten zudem die reduzierte Konjunkturprognose der Fed für 2015. Die US-Börsen hatten am Mittwoch zugelegt, nachdem Fed-Chefin Janet Yellen ein behutsames Vorgehen bei den anstehenden Zinserhöhungen signalisierte. "Sie hat den Märkten gesagt, dass sie eher später als früher kommen", erläuterte Marktstratege Peter Kenny von Clearpool Group. "Das sorgt für gute Stimmung an den Märkten, aber es wird deutlich mehr brauchen, um die Märkte höher zu treiben. Bessere Wirtschaftsdaten wären dafür sehr wichtig." Der Dow-Jones-Index eröffnete im Minus und notiert bei Börsenschluss in Frankfurt 0,54 Prozent tiefer bei 17.978 Punkten.

Tatsächlich ist US-Leichtöl der Sorte WTI um bis zu 4,3 Prozent auf 42,75 Dollar je Barrel (159 Liter) abgerutscht. Das richtungsweisende Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um 2,5 Prozent auf 54,49 Dollar. Händler verwiesen auf Aussagen des kuwaitischen Ölministers, wonach die Opec keine andere Wahl habe, als die Ölproduktion stabil zu halten.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz New York Mercantile Exchange für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
48.78
Differenz absolut
-0.43
Differenz relativ
-0.87%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
57.69
Differenz absolut
-1.38
Differenz relativ
-2.34%

Euro fällt zurück

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.0864
Differenz absolut
-0.00
Differenz relativ
-0.14%

Nach dem stärksten Kurssprung seit sechs Jahren hat der Euro am Donnerstag wieder deutlich nachgegeben. Bei Börsenschluss kostete die Gemeinschaftswährung 1,0635 Dollar. Am Vorabend war sie um vier Cent bis auf 1,1043 Dollar gestiegen. Ausschlaggebend war die US-Notenbank, die eine deutlich langsamere Straffung ihrer Geldpolitik signalisierte.

Ölpreis bremst Siemens

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
100.50
Differenz absolut
0.64
Differenz relativ
+0.64%

Bei den Einzelwerten ist die Siemens-Aktie der größte Verlierer im Dax. Der Konzern leidet unter dem Ölpreis-Verfall. Dadurch seien viele Investitionen in neue Anlagen verschoben worden, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Noch stärker seien allerdings die Sekundäreffekte, dass nämlich die ölexportierenden Länder weniger Mittel für die Infrastruktur ausgeben würden. Für das zweite Quartal rechnet Kaeser deshalb mit einem moderaten Umsatzrückgang.

K+S stolpert über Kalipreise

K+S
K+S: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
30.37
Differenz absolut
0.44
Differenz relativ
+1.47%

Um mehr als 3,6 Prozent abwärts ging es auch mit der Aktie von K+S. Grund ist die Enttäuschung über ausgehandelte Lieferpreise für Kali-Düngemittel des Produzenten Weißrussland. Dieses Land liefert eigenen Angaben zufolge an China im ersten Halbjahr 2015 Kali-Düngemittel zu einem Preis von 315 Dollar je Tonne. Das sei deutlich weniger als erwartet, teilte der russische K+S-Rivale Uralkali mit.

Lanxess enttäuscht mit Stabilität

Enttäuscht reagieren die Anleger auf die Aussagen von Lanxess-Chef Matthias Zachert. Danach dürfte der Leverkusener Chemiekonzern in diesem Jahr ein unveränderters Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von etwa 808 Millionen Euro erreichen. In dem für das Unternehmen besonders wichtigen Kautschukgeschäft könnte sich die Nachfrage zwar leicht verbessern, doch der Preisdruck dürfte gleichzeitig anhalten. Die Dividende bleibt stabil bei 50 Cent je Aktie.

SAP und HeidelbergCement erhöhen Dividende

SAP-Aktionäre können sich auf eine höhere Dividende freuen. Die Anteilseigner sollen 1,10 Euro je Aktie und damit zehn Prozent mehr als vor einem Jahr erhalten. Der Baustoffkonzern HeidelbergCement zahlt für das vergangene Geschäftsjahr sogar ein Viertel mehr als 2013, also 75 Cent je Aktie.

HeidelbergCement: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
72.55
Differenz absolut
0.39
Differenz relativ
+0.54%

Lufthansa-Aktionäre unbeeindruckt

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.10
Differenz absolut
0.11
Differenz relativ
+0.85%

Die Aktionäre der Lufthansa zeigen sich von dem aktuellen Piloten-Streik unbeeindruckt. Die aktie ist der größte Gewinner im Dax. Dabei soll der Ausstand auch am Freitag weitergehen - dann sollen Kurz- und Mittelstreckenflüge bestreikt werden. Die Papiere der Fluggesellschaft verteuern sich heute dennoch um zuletzt 1,85 Prozent und gehören damit zu den stärksten Werten im Dax. Für den bisherigen Jahresverlauf bedeutet das zwar noch immer ein kleines Minus und den drittletzten Platz im Dax, allerdings haben sich die Aktien der Kranichlinie seit Januar mittlerweile mittlerweile schon besser entwickelt als die Papiere der Energiekonzerne Eon und RWE.

Rheinmetall setzt auf Rüstung

Rheinmetall: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
44.78
Differenz absolut
-0.35
Differenz relativ
-0.78%

Im MDax kann Rheinmetall punkten. Der Panzer- und Autoteilehersteller will im laufenden Jahr Umsatz und Ergebnis über das Niveau von 2014 heben. Der Umsatz soll 4,8 bis 5,0 Milliarden Euro und die Ebit-Marge rund 5,0 Prozent erreichen. Treiber soll die Rüstungssparte sein. Im vergangenen Jahr hatten die Erlöse bei 4,7 Milliarden und die Ebit-Marge vor Sondereffekten bei 3,4 Prozent gelegen.

Krones begeistert nur kurz

Ins Minus gerutscht sind inzwischen die Papiere von Krones. Am Morgen hatte der Hersteller von Getränkeabfüllanlagen die Anleger mit seinen Geschäftszahlen noch überzeugt. Die im MDax notierten Papiere verteuerten sich zunächst um mehr alszwei Prozent. Krones hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz um fast fünf Prozent auf 2,95 Milliarden Euro verbessert.

Fraport setzt auf Frankfurt

Leicht zulegen kann dagegen die ebenfalls im MDax notierte Aktie des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. Der Konzern rechnet für 2015 trotz der vielen Streiks der Lufthansa-Piloten mit mehr Fluggästen. Die Zahl der Passagiere am Frankfurter Flughafen soll um zwei bis drei Prozent zulegen. An den anderen Konzernflughäfen wie im türkischen Antalya soll das Wachstum stärker ausfallen. Im vergangenen Jahr waren in Frankfurt mit 59,6 Millionen Passagieren 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr abgefertigt worden.

Kion: Ausblick belastet

Kion: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
38.80
Differenz absolut
0.65
Differenz relativ
+1.70%

Kion-Aktien sind dagegen nach dem Geschäftsausblick der schwächste Wert im MDax. Zwar rechnet der Wiesbadener Gabelstapler-Hersteller nach dem Rekordjahr 2014 mit weiterem Wachstum - Auftragseingang, Konzernumsatz und das bereinigte operative Ergebnis sollen im laufenden Jahr leicht zulegen. Analyst Sebastian Growe von der Commerzbank bezeichnete den Ausblick dennoch als enttäuschend.

Deutz mit Problemen

Im SDax sind die Papiere des Motorenherstellers Deutz unter Druck geraten. Die Firma hat im vergangenen Jahr einen heftigen Gewinneinbruch um fast die Hälfte auf 19,5 Millionen Euro hinnehmen müssen. Grund waren hohe Rückstellungen für die Reparatur defekter Motoren. Im laufenden Jahr rechnet das SDax-Unternehmen mit einem Umsatzrückgang um zehn Prozent.

Delticom muss Übernahme verdauen

Unbeeindruckt reagieren die Anleger auf die rückläufigen Zahlen von Delticom. Der Online-Autoteilehändler hat im vergangenen Jahr einen Rückgang beim Umsatz um 0,8 Prozent auf 502 Millionen Euro hinnehmen müssen. Das Ebitda sank um 31 Prozent auf 493 Millionen Euro. Trotz unsicherer Geschäftsaussichten peilt das Unternehmen ein stabiles Ergebnis an.

BVB abgestraft

Borussia Dortmund: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.55
Differenz absolut
-0.01
Differenz relativ
-0.31%

Um über sechs Prozent abwärts geht es mit der Aktie von Borussia Dortmund. Grund ist das gestrige Aus in der Champions League. Nach vier Spielzeiten muss der Fußball-Bundesligist vorerst ohne die üppigen Zusatzeinnahmen aus der Fußball-Königsklasse auskommen.

Rational startet weiter durch

Der Großküchen-Ausrüster Rational ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen. Der Umsatz zog um acht Prozent auf 497 Millionen Euro an. Das Ebit kletterte um 13 Prozent auf 145 Millionen Euro. Das SDax-Mitglied erhöht die Dividende von 6,00 auf 6,80 Euro je Aktie. Rational profitierte von einem Sondereffekt in Großbritannien, wo inzwischen jedem Schulkind in der ersten und zweiten Klasse ein warmes Mittagessen garantiert wird.

lg

Aktuelle Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Aktuelle Börsen-Audios

Tagestermine am Freitag, 27. März

Unternehmen:
Hella KGaA: Q3-Zahlen und Telefonkonferenz
Salzgitter: endgültige Jahreszahlen, 07:30 Uhr, Bilanz-PK, 11:00 Uhr
Manz: endgültige Jahreszahlen, 07:30 Uhr
Villeroy & Boch: Hauptversammlung
Erste Group: endgültige Jahreszahlen
Blackberry: Q4- und Jahreszahlen, 12:00 Uhr

Konjunktur:
Japan: Verbraucherpreise und Arbeitsmarktdaten im Februar, 00:30 Uhr
Deutschland: Außenhandelspreise im Februar, 08:00 Uhr
USA: BIP Q4, endgültig, 13:30 Uhr
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen im März, endgültig, 15:00 Uhr

Sonstiges:
Bafin: Offizielle Einführungszeremonie für den neuen Chef Hufeld, 15:00 Uhr
Fed: Rede von Präsidentin Yellen über die Geldpolitik bei Konferenz der Fed von San Francisco, 20:45 Uhr

Darstellung: