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Marktbericht 20:04 Uhr

Dax macht Boden gut

Wieder etwas Licht am Horizont

Stand: 12.02.2016, 20:04 Uhr

Nachlassende Sorgen um die Banken und ein steigender Ölpreis haben nach einer turbulenten Woche den Dax angeschoben. Auslöser war mit der Commerzbank ausgerechnet ein langjähriges Sorgenkind auf dem Kurszettel.

Denn die Bank hat mitten in der Diskussion um die Bonität des Bankensektors mit guten Zahlen auf sich aufmerksam gemacht und damit jüngste Sorgen über eine Finanzkrise 2.0 in den Hintergrund gedrängt. Der Nettogewinn vervierfachte sich 2015 auf 1,06 Milliarden Euro, die Aktionäre sollen zudem erstmals seit 2007 wieder eine Dividende erhalten: 20 Cent je Aktie. Das Commerzbank-Papier war mit Abstand größter Dax-Gewinner und haussierte 18,02 Prozent. Der EuroStoxx-Bankensektor legte überdurchschnittlich um rund fünf Prozent zu.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Dax wieder über 8.900 Punkte

Der deutsche Leitindex selbst stieg um 2,45 Prozent und ging bei 8.967 Punkten am Tageshoch aus dem Handel. Im Tief lag der Index am Morgen bei 8.815 Punkten. Auf Wochensicht hat der Index dennoch 3,4 Prozent verloren. Das Minus im laufenden Jahr liegt bei 16,5 Prozent. Der EuroStoxx 50 schloss 2,83 Prozent höher bei 2756,16 Punkten. Auf Wochensicht bedeutete das aber immer noch ein Minus von mehr als 4 Prozent.

Sorgen um den Bankensektor wegen der schlappen Weltkonjunktur hatten zuletzt den Ausverkauf an der Börse verstärkt. Ein Börsianer konstatierte: "Die Kurseinbrüche waren übertrieben, viele Banken verdienen Geld wie man am Beispiel der Coba sieht."

EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
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Auch der scheidende Commerzbank-Chef Martin Blessing erklärte, die Lage sei mit 2008 nicht zu vergleichen. "Viele Investoren kaufen eine Bank nicht, weil sie die Bank gut finden." Vielmehr seien die Institute aus Sicht von Investoren "eine gehebelte Anlage auf die darunterliegende Volkswirtschaft", erklärte der Vorstandsvorsitzende. "Da muss man die Nerven behalten."

Nicht zu sicher sein

Aber zu euphorisch sollten die Investoren gleichwohl nicht sein, trotz der Entspannung bei den Banken. Denn ein Blick auf den Chart des deutschen Leitindex zeigt, dass ein Test des Oktober-Tiefs 2014 bei 8.355 Punkten weiter im Bereich des Möglichen liegt. Die letzte verbleibende Unterstützung auf dem Weg dorthin ist der langfristige, im März 2009 etablierte Aufwärtstrend (aktuell bei 8.779 Punkten).

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Börse 19.00 Uhr

Zudem kehren in der Nacht zum Montag die Chinesen nach dem Ende der Feiertagswoche wieder zurück. Erwartet wird dann die Januar-Handelsbilanz. Allerdings könnten die Umsätze an den Börsen in Shanghai und Shenzhen nur gering sein, denn in Amerika ist am Montag ebenfalls Feiertag.

Wall Street legt zu

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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Die US-Märkte präsentieren sich nach dem gestrigen Ausverkauf derzeit ebenfalls freundlich. Der Leitindex Dow Jones hat nach besser als erwartet ausgefallenen Einzelhandelsumsätze seine Gewinne ausgebaut und steht aktuell rund 1,5 Prozent im Plus. Zwar lag im Gegenzug das Konsumentenvertrauen der Uni Michigan mit 90,0 Punkten unter den Erwartungen von 92,7 Punkten, bleibt aber auf insgesamt hohem Niveau.

Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Januar zum Vormonat um 0,2 Prozent, erwartet war nur ein Zuwachs von 0,1 Prozent. Ohne Autos legten die Verkäufe um 0,1 Prozent zu, hier war nur ein unveränderter Wert prognostiziert worden. "Die Einzelhandelsumsätze zeichnen ein robustes Bild der Konjunkturentwicklung in den USA. Rezessionssorgen lassen sich auf dieser Basis nicht herleiten", kommentiert Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen.

Signale von den Devisen- und Rohstoffmärkten

Rückenwind für die Aktienmärkte kam auch vom Ölmarkt. Am Markt macht ein Bericht des "Wall Street Journal" die Runde, laut dem sich das Opec-Kartell doch noch auf Förderkürzungen einigen könnte. Allerdings gibt es erhebliche Zweifel an einem solchen Szenario. "Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass bislang nach solchen Aussagen keine Taten folgten", schreiben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. "Daher bleibt abzuwarten, ob das dieses Mal anders ist." Dem Ölpreis jedenfalls hilft die Diskussion, die Brent-Notierung zog deutlich an.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Woche
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48,27
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Woche
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Thema des Tages am Devisenmarkt waren die angedeuteten Interventionen der Bank of Japan gegen den Yen. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel derweil deutlich unter die Marke von 1,13 Dollar zurück, das bringt etwas Entlastung für die exportorientierten Werte im Dax. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1275 (Donnerstag: 1,1347) US-Dollar fest. Aktuell steht der Kurs bei 1,1231 Dollar. Gold, das zuletzt als Krisenwährung gefragt war, fiel ebenfalls zurück.

US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Deutsche Bank lässt die Muskeln spielen

Die Aktie der Deutschen Bank zog im Kielwasser der Commerzbank ebenfalls sehr deutlich um 11,82 Prozent an. Ausgeweitet wurden die Gewinne, nachdem das Institut Details zum geplanten Rückkauf eigener Anleihen bekannt gegeben hat. Für bestimmte Anleihen im Volumen von drei Milliarden Euro beziehungsweise zwei Milliarden auf Dollar lautende Anleihen gibt die Bank ein Rückkaufangebot ab.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Mit dem Rückkauf will die Bank ihre Solvenz deutlich machen, die nach den jüngsten Kursverlusten zunehmend angezweifelt worden war. Die Bank erzielt mit dem Rückkauf der Bonds unter dem Nominalwert zudem Kapitalgewinne. Per Ende 2015 hätten die Liquiditätsreserven bei rund 215 Milliarden Euro gelegen, teilte Finanzchef Marcus Schenck am Freitag in einer Botschaft an die Mitarbeiter mit.

Stahlwerte gesucht

Deutlich schlechter als bei der Commerzbank lief es operativ für ThyssenKrupp. Der Stahlkonzern hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 nach Anteilen Dritter einen Verlust von 23 Millionen Euro verbucht. Vor einem Jahr hatte ThyssenKrupp noch 54 Millionen Euro verdient. Das bereinigte Ebit blieb mit einem Minus von 26 Prozent auf 234 Millionen hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Trotzdem zog die Aktie deutlich um 8,68 Prozent an, denn es zeichnen sich auf EU-Ebene Anti-Dumping-Maßnahmen gegen Billigimporte aus China und Russland ab. Im MDax legte deshalb auch die Salzgitter-Aktie kräftig zu und ging mit einem Plus von 16,11 Prozent als klarer Tagessieger durchs Ziel. Auch Stahlhändler Klöckner & Co. profitierte.

VW-Absätze im Januar gestiegen

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der VW-Konzern hat im Januar 847.800 Fahrzeuge verkauft, das war ein Zuwachs im Jahresvergleich von 3,7 Prozent. während die Geschäfte in Brasilien und Russland angespannt bleiben, nehme China wieder Fahrt auf. Europa entwickle sich in der Summe stabil, teile der VW-Konzern am Freitag mit. Die VW-Aktie legte in einem festen Gesamtmarkt unterdurchschnittlich zu.

Ergo wird umgebaut

Der zur Münchener Rück gehörende Erstzversicherer Ergo wird von seinem neuen Chef Markus Rieß aufgeteilt - und zwar in eine neue Holding, in der das Deutschland-Geschäft gebündelt wird. Allerdings wird das Online- und das Digitalgeschäft abgetrennt. Bisher war Ergo klassich in das lebens- udn DSachversicherungsgeschäft aufgeteilt.

Rieß folgt damit der Struktur des Konkurrenten Allianz, die ihr Geschäft auf dem Heimatmarkt in der Allianz Deutschland AG gebündelt hat. Er selbst hatte diese Einheit bis vor einem Jahr geführt. Zudem wird es personelle Veränderungen im Vorstand geben, der von sechs auf vier Personen verkleinert wird. Ergo hängt im Konzernverbund der Münchener Rück der Profitabilität im Rückversicherungsgeschäft weit hinterher.

Atom-Konzerne müssen AKW-Abriss alleine bezahlen

Die Regierungskommission für den Atomausstieg will nach Angaben von Teilnehmern den Konzernen bei Abriss- und Stilllegungskosten nicht entgegenkommen. "Dieser Teil wird bei den Unternehmen bleiben", sagte ein Kommissionsmitglied gegenüber "Reuters". Unklar ist noch, wie die langfristigen Lasten für Zwischen- und Endlagerung aufgeteilt werden. "Dies wird der Hauptstreitpunkt", sagte ein anderer Teilnehmer.

Das letzte AKW soll in Deutschland 2022 vom Netz genommen werden. Rein rechtlich sind dafür die vier AKW-Betreiber Vattenfall, Eon, RWE und EnBW verantwortlich. Die Unternehmen haben bisher 38 Milliarden Euro zurückgestellt. Es ist aber unklar, ob der Betrag ausreichen wird. Die Versorger sind wegen der Energiewende unter wirtschaftlichen Druck gekommen, so dass unklar ist, ob sie ihre Lasten überhaupt tragen können.

Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Döpfner bleibt an der Springer-Spitze

Der Aufsichtsrat des Medienunternehmesn aus dem MDax hat den Vertrag mit Vorstandschef Mathias Döpfner um fünf Jahre bis 2020 verlängert. Auch der Vertrag von Finanzchef Julian Deutz wurde verlängert. Dies gab das Unternehmen am Nachmittag bekannt. Döpfner will die Axel-Springer-AG, Herausgeber der Zeitschriften "Bild" und "Welt", zum größten Digitalverlag der Welt machen. Vor allem im englischen Sprachraum sind die Berliner derzeit auf Wachstumskurs.

Am Abend wurde noch bekannt, dass Springer an der Rechtsform einer europäischen Aktiengesellschaft (SE) festhalten will. Eine Umwandlung in eine KGaA lehnt das Management ab.

Carl Zeiss Meditec wächst nur operativ

Der Medizintechnikanbieter Carl Zeiss Meditec ist dank des starken Dollar und kräftigen Wachstums in Asien-Pazifik mit Schwung ins neue Geschäftsjahr gestartet. Das operative Ergebnis (Ebit) kletterte im ersten Quartal 2015/16 um mehr als 15 Prozent auf 32,2 Millionen Euro. Der Nettogewinn sank wegen Verlusten aus Währungssicherungsgeschäften um knapp neun Prozent auf 16,7 Millionen Euro. Die Aktie legte im TecDax 2,52 Prozent zu.

Hypoport kauft eigene Aktien zurück

Der Finanzdienstleister aus dem SDax hat bekannt gegeben, dass zwischen dem 17. Februar und dem 9. Juni 2016 insgesamt 60.000 eigene Aktien ausschließlich über die Börse zurückgekauft werden sollen. Die Aktien dienen der Bedienung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen. Der Kauf ist auf maximal 5.000 Aktien am Tag beschränkt, der Höchstpreis liegt bei 65 Euro. An der Börse legte die Aktie heute kräftig um 7,93 Prozent zu und wqar damit einer der größten Gewinner im Index.

Westag & Getalit verdient weniger

Der Holz- und Kunststoffbearbeiter hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 nach vorläufigen Zahlen zwar mehr umgesetzt, aber weniger verdient. Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um ein Prozent auf 225,4 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern sank von 8,9 auf 8,2 Millionen Euro.

Begründet wurde der Gewinnrückgang mit höher als erwartet ausgefallenen Wertberichtigungen auf Vorräte sowie höheren Kosten für Vertriebsaktivitäten im Ausland. Netto blieben 5,9 nach 6,4 Millionen Euro in den Büchern. Der Vorstand erwägt nun, die Dividende zu kürzen. Dies teilte das Unternehmen ad hoc mit. Näheres soll mit dem endgültigen Jahresabschluss bekannt gegeben werden. Die im Prime Standard der Frankfurter Börse enthaltene Aktie gab nach.

Blackrock rechnet mit lockerer Fed-Politik

Der Vermögensverwalter Blackrock passt nach eigenen Angaben seine Bond-Strategie neuen Erwartungen an, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihre Geldpolitik wieder lockern muss. Der zuständige Chefstratege Jeffrey Rosenberg erklärte, es werde immer weniger davon ausgegangen, dass die Fed die gegenwärtig niedrigen Zinsen bald weiter anheben wird.

Renault profitiert von neuen Modellen

Renault hat 2015 seinen Gewinn dank einer starken Nachfrage nach seinen neuen Automodellen deutlich gesteigert. Das Nettoergebnis kletterte um fast 50 Prozent auf 2,82 Milliarden Euro, wie der französische Autobauer mitteilte. Angesichts des Verfalls auf dem russischen Automarkt schrieb Renault den Wert seiner Beteiligung am Lada-Anbieter Avtovaz deutlich ab. Avtovaz hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von 73,85 Milliarden Rubel (etwa 839 Millionen Euro) erlitten, fast das Dreifache des Vorjahreswerts. Die Franzosen halten die Hälfte am russischen Unternehmen, der japanische Hertsteller Nissan 17 Prozent und der russische Staatskonzern Rostec knapp 33 Prozent.

rm

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Drillisch: Q1-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Im- und Exporte Q1/16, 8 Uhr
Deutschland: BIP Q1/16, 8 Uhr
Deutschland: ZEW-Konjunkurerwartungen 05/16, 11 Uhr
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