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Börsentrend 20:15 Uhr

US-Haushaltssttreit drückt den Dax

Washingtons Politik bietet ein Bild des Jammers

Nun droht sie doch, die "Fiskalklippe" in den USA - vor allem die Republikaner präsentieren sich als Chaostruppe, die ihren eigenen Verhandlungsführer sabotiert. Kein Wunder, dass es an der Börse abwärts ging.

Der deutsche Leitindex Dax hat sich dabei allerdings trotz des Politik-Chaos in Washington am Nachmittag von seinen Tagestiefständen gelöst und die Verluste zumindest etwas eingegrenzt.

Trotzdem stand am Ende der Weihnachtswoche ein Minus von 0,47 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Index schloss letztlich bei 7.636 Zählern, im Tagestief stand er bei 7.596, im Hoch bei 7.653 Punkten. Der MDax verlor 0,62 und der TecDax 0,41 Prozent. Nachbörslich tendierte der L/E-Dax wenig verändert.

US-Republikaner tief gespalten

Trotz monatelanger Diskussion sind es vor allem die Republikaner, die im Steuer- und Fiskalstreit mit den Demokraten von Präsident Obama nicht zu einer gemeinsamen Position finden. Hardliner in der Fraktion lehnen nämlich jeden Kompromiss über Steuererhöhungen für die Reichen mit Präsident Obama kategorisch ab und stürzen damit auch ihre eigene Partei immer mehr ins Chaos.

Denn Verhandlungsführer John Boehner musste einen Kompromiss vor der eigenen Fraktion medienwirksam zurückziehen und blamierte sich damit gründlich. Das könnte auch für ihn persönlich Konsequenzen haben, denn am 3. Januar wird der Präsident des Repräsentantenhauses neu gewählt.

Allerdings sieht der gemäßigte Republikaner Steven LaTourette keinen wirklich ernsthaften Gegenkandidaten. "Boehner zu feuern zu wollen, wäre, als würde man die Entlassung des Leiters einer Irrenanstalt fordern, in der die Verrückten nicht zu kontrollieren sind", sagte LaTourette.

Wie es weitergeht, wagt in Washington niemand vorauszusagen. "Die Republikaner sind jetzt schlichtweg nur noch eine Gruppe zerstrittener Stammesführer", meinte ein Republikanerberater. Ohne Einigung bis zum Jahresende droht den USA die gefürchtete "Fiskalklippe", also gleichzeitig Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen. Kein Wunder also, dass es an der Wall Street aktuell abwärts geht, der Dow-Jones-Index verliert rund 1,2 Prozent.

"Hexensabbat kein Thema"

Am heimischen Markt gab es neben dem alles beherrschenden Thema US-Haushaltsstreit noch den "großen Hexensabbat", also den Verfall der Dezember-Optionen und Futures an den Terminbörsen, sowie die Daten zum deutschen Konsumklima. Beide Ereignisse konnten dem Markt nicht auf die Sprünge helfen. Im Gegenteil, nach den Marktforschern der GfK ist die Konsumlaune nämlich erneut um 0,2 Punkte auf 5,6 Zähler gefallen.

Monti tritt zurück...

Nach Börsenschluss trat dann noch der italienische Ministerpräsidenten Mario Monti zurück. Er hatte diesen Schritt allerdings schon vor einigen Tagen angekündigt, um den Weg für die angekündigten Neuwahlen freizumachen. Ob Monti, der zwar das Vertrauen der Märkte erworben, zuletzt aber im Volk an Rückhalt verloren hatte, wieder antritt, ist noch nicht klar. Wieder ins Rennen geht allerdings sein schillernder Vorgänger Silvio Berlusconi, mit dessen Namen aber alles andere als eine solide Haushaltsführung verbunden ist.

...und in Zypern brennt es lichterloh

Schließlich musste die Börse auch noch die prekäre Lage des EU-Inselstaates verarbeiten, dem schlichtweg der Staatsbankrott droht. Die Rating-Agentur S&P hat den Inselstaat in der Nacht um zwei Stufen auf "CCC+" herabgestuft. Der russische Präsident Putin könnte allerdings zum Retter werden. Auf dem EU-Russland-Gipfel hat er eine Beteiligung Russlands an der Hilfe für Zypern zumindest nicht ausgeschlossen.

Euro fällt unter 1,32 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die Rating-Abstufung für Zypern belastet neben dem US-Politstreit auch den Euro, der seine Verluste am Nachmittag ausbaute und unter die Marke von 1,32 Dollar gerutscht ist. Aktuell hat sich die Gemeinschaftswährung aber wieder leicht erholt und steht bei 1,3177 Dollar.

Banken gedrückt

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Wie stets, wenn vor allem die Euro-Sorgen der Marktteilnehmer zunehmen, wurden die beiden Bankaktien im Dax verkauft. Schwächster Wert war die Commerzbank mit einem Minus von 3,4 Prozent. Commerzbank-Chef Martin Blessing erklärte darüber hinaus, dass man sich mit der Rückzahlung der stillen Einlage des Bundes noch Zeit lassen werde, auch wenn man sie verzinsen muss. HeidelbergCement verloren ebenfalls, allerdings war die Zementaktie zuletzt sehr gut gelaufen und hatte dabei in dieser Woche ein neues Jahreshoch erreicht.

Tagessieger waren Continental. Der Plan der Hannoveraner, die niedrigen Zinsen zu nutzen und sich günstiger zu refinanzieren, kam am Markt gut an. Das Papier legte 2,1 Prozent zu.

Audi wird für 2013 vorsichtiger

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch beim Premium-Hersteller aus Ingolstadt wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Audi-Chef Rupert Stadler sagte in einem Interview, Audi werde im kommenden Jahr zwar den Absatz erhöhen, beim Ergebnis könne er aber die Hand dafür nicht ins Feuer legen. Konzernmutter Volkswagen hat als Ziel für 2013 ausgegeben, ein Gewinnplus zu erzielen. Audi steuert im Konzern fast die Hälfte zum Betriebsergebnis bei.

Vor allem in Südeuropa bekommt auch Audi die Krise zu spüren. "Die Kunden in ganz Europa sind verunsichert", sagte Stadler. In den USA, China und den Schwellenländern läuft es aber bestens für Audi womit man Schwächen in Europa ausgleichen kann. In China ist das Unternehmen mit den vier Ringen unangefochtener Marktführer bei den Oberklasse-Fahrzeugen. Die VW-Vorzugsaktie lag im Dax knapp ein Prozent im Minus.

Nike hilft Adidas

Nike: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Adidas: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Gute Quartalszahlen des US-Konkurrenten Nike halfen auch der Adidas-Aktie am Ende leicht ins Plus. Nike hat mit einem Gewinn von 521 Millionen Dollar und einem Umsatzzuwachse um sieben Prozent auf knapp sechs Milliarden Dollar im fortgeführten Geschäft die Erwartungen übertroffen. Die Nike-Aktie legt auch im europäischen Handel deutlich zu.

RWE sammelt weiter Geld ein

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Nur zeitweise ins Plus schafften es die Papiere von RWE, die zum Schluss deutlich zurück fielen und 1,7 Prozent schwächer schlossen. Der Energieversorger konnte zunächst punkten, denn die Essener haben erneut einen Beteiligungs-Verkauf perfekt gemacht. Für seine 57,5 Prozent an einem Koblenzer Versorger erhält RWE 220 Millionen Euro. RWE will mit Verkäufen in Milliardenhöhe seine Kapitalbasis stärken.

FMC handelt US-Problem ab

FMC ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der seit Jahren schwelende Rechtsstreit des Dialyse-Konzern FMC wegen der Erstattung von Dialysebehandlungen in den USA wird eingestellt. Bereits 2005 hatten die Behörden ihre Ermittlungen aufgenommen, die nun laut FMC-Chef Ben Lipps beendet sind. Die Aktie ging mit einem minimalen Aufschlag aus dem Handel.

Merck setzt auf Erbitux

Merck: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Dax legten Merck-Aktien ebenfalls leicht zu. Der Darmstädter Konzern hat für sein wichtigstes Krebsmittel "Erbitux" von den japanischen Behörden eine erweiterte Zulassung erhalten hat. Erbitux darf nun auch für Kopf- und Halskrebs verwendet werden. Das Mittel ist in insgesamt 92 Ländern auf der Welt im Einsatz und brachte Merck 2011 Erlöse von 855 Millionen Euro.

Oman kauft den Eurofighter

EADS: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Das Sultanat erwirbt insgesamt zwölf Maschinen des europäischen Kampfflugzeuges. Dies teilten der britische Hersteller BAE Systems, EADS und die italienische Finmeccanica am Freitag mit. Das Auftragsvolumen liegt bei 3,1 Milliarden Euro. Nun muss das Eurofighter-Konsortium, das zuletzt Rückschläge hinnehmen musste, auf weitere Aufträge aus der Region hoffen. EADS schlossen nach einer Berg- und Talfahrt leicht im Minus, BAE Systems und Finmeccanica-Aktien konnten ebenfalls nicht profitieren.

SMA punktet in China

SMA Solar: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Wie der Wechselrichter-Hersteller am Donnerstag mitteilte, erwirbt SMA eine 72,5-Prozent-Beteiligung am chinesischen Konkurrenten Jiangsu Zeversolar New Energy. Damit will SMA sich auf dem wichtigen chinesischen Markt positionieren. Analysten wie Sven Kürten von der DZ Bank raten in einer ersten Stellungnahme zum Kauf. Die Aktie ging mit einem Plus von 3,7 Prozent als Tagessieger im TecDax aus dem Handel.

Hornbach leidet im Ausland

Hornbach Baumarkt: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Hornbach Holding VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Vor allem das maue Geschäft in den Auslandsfilialen der Baumarkt-Kette hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 (bis November) die Muttergesellschaft Hornbach Holding belastet. Während die Umsätze noch um ein Prozent auf 2,6 Milliarden Euro kletterten, sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 9,5 Prozent auf 173 Millionen Euro. Die Aktie verlor 1,4 Prozent.

Epigenomics in der Krise

Epigenomics: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Das Biotechnologieunternehmen aus dem Prime Standard hat in einer Adhoc-Meldung den Verlust von mehr als der Hälfte seines Grundkapitals angezeigt. Eine solche Mitteilung zwingt den Vorstand nach den Vorschriften des deutschen Aktiengesetzes zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung. Diese werde zu gegebener Zeit stattfinden und frist- und formgerecht bekannt gemacht werden, hieß es in der Mitteilung. Die Aktie verlor 5,2 Prozent auf 1,99 Euro.

SKW vor Ergebnisrückgang

SKW Stahl: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ebenfalls im Minus notierte die Aktie des Stahlveredlers, ebenfalls SDax-Mitglied. Das Unternehmen hat kurz vor Jahresschluss seine Geschäftsprognosen konkretisiert. Der Konzernumsatz soll 2012 über 400 Millionen Euro liegen, beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) geht das Unternehmen von 22 bis 24 Millionen Euro aus, was einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert bedeutet.

GE kauft in Italien zu

General Electric: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Aktien des Siemens-Konkurrenten General Electric liegen in New York über 1,2 Prozent im Minus. Wie der im Dow-Jones-Index notierte Mischkonzern am Freitag bekannt gab, wollen die Amerikaner das Luftfahrtgeschäft der italienischen Avio übernehmen und zahlen dafür 3,3 Milliarden Euro. Mit dem Zukauf stärkt GE seine Sparte Flugzeug-Triebwerke. Avio stellt Komponenten für Flugzeugmotoren sowie Antriebssysteme für Trägerraketen her.

Stand: 21.12.2012, 20:15 Uhr