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Börsentrend 17:50 Uhr

Dax leidet unter US-Fiskalstreit

Washingtoner Chaostage drücken die Stimmung

Die Uneinigkeit auf dem Capitol Hill hat den Börsianern die Laune verdorben. Müssen die Märkte etwa doch noch die Kröte "Fiskalklippe" schlucken? Der Dax geht jedenfalls mit Verlusten ins Weihnachtswochenende.

Auch wenn der deutsche Leitindex bei 7.636 Punkten deutlich über seinem Tagestief aus dem Handel ging, aus dem Minus ist der Index den ganzen Tag nicht gekommen.

Im Tief lag das führende deutsche Börsenbarometer bei 7.596, im Tageshoch bei 7.653 Zählern. Insgesamt hatten die Börsianer am letzten Handelstag vor Weihnachten noch Einiges zu verdauen.

US-Republikaner ohne Richtung

Am schwersten wiegt, dass sich in Washington die Republikanische Partei nicht zu einem Kompromiss mit den Demokraten im Haushalts- und Steuerstreit durchringen kann.

Hardliner in der Fraktion lehnen jede Einigung über Steuererhöhungen für die Reichen mit Präsident Obama ab und stürzen damit ihre eigene Partei ins Chaos. Verhandlungsführer John Boehner musste einen Kompromiss vor der eigenen Fraktion zurückziehen und blamierte sich damit gründlich.

Wie es weitergeht, wagt in Washington niemand vorauszusagen. "Die Republikaner sind jetzt schlichtweg nur noch eine Gruppe zerstrittener Stammesführer", meinte ein Republikanerberater. Ohne Einigung bis zum Jahresende droht den USA die gefürchtete "Fiskalklippe", also gleichzeitig Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen. Kein Wunder also, dass es an der Wall Street aktuell abwärts geht, der Dow-Jones-Index verliert rund 1,2 Prozent.

"Hexensabbat kein Thema"

Auch der "große Hexensabbat", also der Verfall der Dezember-Optionen und Futures an den Terminbörsen, sowie die Daten zum deutschen Konsumklima konnten den Aktienmarkt nicht stimulieren. Im Gegenteil, nach den Marktforschern der GfK ist die Konsumlaune nämlich erneut um 0,2 Punkte auf 5,6 Zähler gefallen. Schließlich droht noch am Abend der Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti, den dieser allerdings schon vor einigen Tagen angekündigt hatte.

Im Blick behalten müssen die Anleger darüber hinaus wohl auch zukünftig die Lage im Euro-Staat Zypern, der vor dem Bankrott steht. Die Rating-Agentur S&P hat den Inselstaat in der Nacht um zwei Stufen auf "CCC+" herabgestuft. Der russische Präsident Putin hat allerdings auf dem EU-Russland-Gipfel eine Beteiligung Russlands an der Hilfe für Zypern nicht ausgeschlossen.

Euro fällt unter 1,32 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die Rating-Abstufung für Zypern belastet neben dem US-Poltzwist auch den Euro, der seine Verluste am Nachmittag ausbaute und unter die Marke von 1,32 Dollar gerutscht ist. Aktuell steht die Gemeinschaftswährung bei 1,3165 Dollar.

Banken gedrückt

Wie stets, wenn vor allem die Euro-Sorgen der Marktteilnehmer zunehmen, wurden die beiden Bankaktien im Dax verkauft. Schwächster Wert war die Commerzbank mit einem Minus von 3,4 Prozent. Commerzbank-Chef Martin Blessing erklärte darüber hinaus, dass man sich mit der Rückzahlung der stillen Einlage des Bundes noch Zeit lassen werde, auch wenn man sie verzinsen muss. HeidelbergCement verloren ebenfalls, allerdings war die Zementaktie zuletzt sehr gut gelaufen und hatte dabei in dieser Woche ein neues Jahreshoch erreicht.

Tagessieger waren Continental. Der Plan der Hannoveraner, die niedrigen Zinsen zu nutzen und sich günstiger zu refinanzieren, kam am Markt gut an. Das Papier legte 2,1 Prozent zu.

Audi wird für 2013 vorsichtiger

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch beim Premium-Hersteller aus Ingolstadt wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Audi-Chef Rupert Stadler sagte in einem Interview, Audi werde im kommenden Jahr zwar den Absatz erhöhen, beim Ergebnis könne er aber die Hand dafür nicht ins Feuer legen. Konzernmutter Volkswagen hat als Ziel für 2013 ausgegeben, ein Gewinnplus zu erzielen. Audi steuert im Konzern fast die Hälfte zum Betriebsergebnis bei.

Vor allem in Südeuropa bekommt auch Audi die Krise zu spüren. "Die Kunden in ganz Europa sind verunsichert", sagte Stadler. In den USA, China und den Schwellenländern läuft es aber bestens für Audi womit man Schwächen in Europa ausgleichen kann. In China ist das Unternehmen mit den vier Ringen unangefochtener Marktführer bei den Oberklasse-Fahrzeugen. Die VW-Vorzugsaktie lag im Dax knapp ein Prozent im Minus.

Nike hilft Adidas

Gute Quartalszahlen des US-Konkurrenten Nike halfen auch der Adidas-Aktie am Ende leicht ins Plus. Nike hat mit einem Gewinn von 521 Millionen Dollar und einem Umsatzzuwachse um sieben Prozent auf knapp sechs Milliarden Dollar im fortgeführten Geschäft die Erwartungen übertroffen. Die Nike-Aktie legt auch im europäischen Handel deutlich zu.

RWE sammelt weiter Geld ein

Nur zeitweise ins Plus schafften es die Papiere von RWE, die zum Schluss deutlich zurück fielen und 1,7 Prozent schwächer schlossen. Der Energieversorger konnte zunächst punkten, denn die Essener haben erneut einen Beteiligungs-Verkauf perfekt gemacht. Für seine 57,5 Prozent an einem Koblenzer Versorger erhält RWE 220 Millionen Euro. RWE will mit Verkäufen in Milliardenhöhe seine Kapitalbasis stärken.

FMC handelt US-Problem ab

Der seit Jahren schwelende Rechtsstreit des Dialyse-Konzern FMC wegen der Erstattung von Dialysebehandlungen in den USA wird eingestellt. Bereits 2005 hatten die Behörden ihre Ermittlungen aufgenommen, die nun laut FMC-Chef Ben Lipps beendet sind. Die Aktie ging mit einem minimalen Aufschlag aus dem Handel.

Merck setzt auf Erbitux

Im Dax legten Merck-Aktien ebenfalls leicht zu. Der Darmstädter Konzern hat für sein wichtigstes Krebsmittel "Erbitux" von den japanischen Behörden eine erweiterte Zulassung erhalten hat. Erbitux darf nun auch für Kopf- und Halskrebs verwendet werden. Das Mittel ist in insgesamt 92 Ländern auf der Welt im Einsatz und brachte Merck 2011 Erlöse von 855 Millionen Euro.

Oman kauft den Eurofighter

Das Sultanat erwirbt insgesamt zwölf Maschinen des europäischen Kampfflugzeuges. Dies teilten der britische Hersteller BAE Systems, EADS und die italienische Finmeccanica am Freitag mit. Das Auftragsvolumen liegt bei 3,1 Milliarden Euro. Nun muss das Eurofighter-Konsortium, das zuletzt Rückschläge hinnehmen musste, auf weitere Aufträge aus der Region hoffen. EADS schlossen nach einer Berg- und Talfahrt leicht im Minus, BAE Systems und Finmeccanica-Aktien konnten ebenfalls nicht profitieren.

SMA punktet in China

Wie der Wechselrichter-Hersteller am Donnerstag mitteilte, erwirbt SMA eine 72,5-Prozent-Beteiligung am chinesischen Konkurrenten Jiangsu Zeversolar New Energy. Damit will SMA sich auf dem wichtigen chinesischen Markt positionieren. Analysten wie Sven Kürten von der DZ Bank raten in einer ersten Stellungnahme dennoch zum Kauf. Die Aktie ging mit einem Plus von 3,7 Prozent als Tagessieger im TecDax aus dem Handel.

Hornbach leidet im Ausland

Vor allem das maue Geschäft in den Auslandsfilialen der Baumarkt-Kette hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 (bis November) die Muttergesellschaft Hornbach Holding belastet. Während die Umsätze noch um ein Prozent auf 2,6 Milliarden Euro kletterten, sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 9,5 Prozent auf 173 Millionen Euro. Die Aktie verlor 1,4 Prozent.

SKW vor Ergebnisrückgang

Ebenfalls im Minus notierte die Aktie des Stahlveredlers, ebenfalls SDax-Mitglied. Das Unternehmen hat kurz vor Jahresschluss seine Geschäftsprognosen konkretisiert. Der Konzernumsatz soll 2012 über 400 Millionen Euro liegen, beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) geht das Unternehmen von 22 bis 24 Millionen Euro aus, was einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert bedeutet.

GE kauft in Italien zu

Aktien des Siemens-Konkurrenten General Electric liegen in New York knapp 0,7 Prozent im Minus. Wie der im Dow-Jones-Index notierte Mischkonzern am Freitag bekannt gab, wollen die Amerikaner das Luftfahrtgeschäft der italienischen Avio übernehmen und zahlen dafür 3,3 Milliarden Euro. Mit dem Zukauf stärkt GE seine Sparte Flugzeug-Triebwerke. Avio stellt Komponenten für Flugzeugmotoren sowie Antriebssysteme für Trägerraketen her.

Stand: 21.12.2012, 17:50 Uhr

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Tagestermine am Donnerstag, 21. August

Unternehmen:
Indus: Q2-Zahlen
RTL Group: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
VTG: Q2-Zahlen
WMF: Q2-Zahlen
Ahold: Q2-Zahlen, 06:45 Uhr
Kuoni: Halbjahreszahlen, 07:00 Uhr
Raiffeisen Bank International: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr, mit PK, 10:00 Uhr
Volvo: Lkw-Absatz, 08:30 Uhr

Konjunktur:
China: HSBC PMI Industrie für China im August, 03:45 Uhr
EU: Markit Einkaufsmanagerindex Euro-Zone für August, 10:00 Uhr
EU: Verbrauchervertrauen Euro-Zone im August, 16:00 Uhr
USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Frühindikatoren im Juli, 16:00 Uhr
USA: Industrieindex Philly Fed im August, 16:00 Uhr

Sonstiges:
Fed: Jährliches Wirtschaftssymposium in Jackson Hole mit Fed-Präsidentin Yellen und EZB-Chef Draghi, bis 23. August
Spanien: Anleihe-Auktion

Darstellung: