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Marktbericht 20:10 Uhr

Ein Weihnachtsmann auf dem Motorrad

Yellen macht Anleger froh

Vorgezogene Bescherung an den Börsen

Wenige Tage vor Weihnachten herrscht an Europas Aktienmärkten und an der Wall Street "Oh-du-fröhliche"-Stimmung. Die fortgesetzte Billiggeld-Politik der Fed hat die Anleger in einen Kaufrausch versetzt. Der Dax nahm wieder Fahrt in Richtung 10.000 Punkte auf.

Die Weichen für die Weihnachts-Rally sind gestellt - dank Janet Yellen. Die Fed-Präsidentin hat ihr Niedrigzins-Versprechen bekräftigt. Die US-Notenbank werde die Aufgabe der lockeren Geldpolitik sehr geduldig angehen, erklärte sie. Die Zinsen würden wahrscheinlich noch nicht auf einer der beiden nächsten Sitzungen angehoben. Diese Worte sorgten für Erleichterung unter den Investoren. Die Notenbanker hätten offensichtlich mit der Zinswende keine Eile, meinte ein Börsianer. Mit einer Zinserhöhung rechnen die meisten Experten Mitte 2015.

Dax springt auf über 9.800 Punkte

Die Aussicht auf eine anhaltende Geldflut trieb die Börsen weltweit an. Der Dax schoss um 2,8 Prozent in die Höhe auf 9.811 Punkte. Der L-Dax schloss bei 9.815 Zählern. Noch kräftiger nach oben ging es im EuroStoxx50. Er legte um 3,3 Prozent auf 3.153 Zähler zu."Kurz vor Heiligabend ist der Weihnachtsmann an den globalen Aktienmärkten angekommen", sagte Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG.

Rückenwind von der US-Konjunktur

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Börse 20.15 Uhr

An der Wall Street ging der Kursanstieg weiter. Der Dow und der S&P 500 lagen zwei Stunden vor Handelsschluss um rund 1,6 Prozent im Plus. Rückendeckung kam von der US-Konjunktur. So stieg der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im November etwas stärker als erwartet- um 0,6 Prozent. Volkswirte hatten einen Anstieg von 0,5 Prozent vorausgesagt. Dagegen verlor die US-Industrie in ihrer Schlüsselregion Philadelphia an Fahrt. Der viel beachtete Philly-Fed-Index schrumpfte von 40,8 auf 24,5 Zähler. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 27,0 Punkte gerechnet.

Niedriger Ölpreis hebt die Stimmung in der deutschen Wirtschaft

Aus der deutschen Wirtschaft kamen ebenfalls positive Signale: Der Ifo-Index hellte sich den zweiten Monat in Folge auf. Er kletterte im Dezember auf 105,5 Punkte. Der gesunkene Ölpreis sorgt für mehr Optimismus in der deutschen Wirtschaft, hieß es.

Dollar steigt, Rubel fällt immer tiefer

Die näher rückende Zinswende in den USA trieb den Dollar an. Der Euro rutschte auf unter 1,23 Dollar und notierte am Abend bei nur noch 1,2282 Dollar. Derweil ging der Rubel wieder auf Talfahrt. Er verlor zeitweise sechs Prozent gegenüber dem US-Dollar.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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US-Dollar in Russischer Rubel: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Putin plant Maßnahmen gegen den Rubel-Verfall

Auf der traditionellen Jahrespressekonferenz machte Russlands Präsidentin Wladimir Putin das Ausland für die Wirtschaftskrise in seinem Land verantwortlich. "Die aktuelle Situation wurde ganz klar durch äußere Faktoren verursacht", sagte er. Er kündigte zugleich Gegenmaßnahmen gegen den Rubel-Verfall an. "Sollte sich die Lage ungünstig entwickeln, müssen wir unsere Pläne ändern." Putin deutete an, die Staatsausgaben angesichts sinkender Einnahmen aus den Ölexporten zu drücken und so ein Haushaltsloch zu vermeiden. Der Kremlchef versicheerte, die Währungsreserven der Zentralbank und die Polster der Regierung seien solide.

Schweiz führt wegen flüchtender Russen Strafzins ein

Viele Russen flüchten aus Angst vor einem weiteren Rubel-Verfall in ausländische Währungen wie zum Beispiel den Schweizer Franken. Aus Sorge vor einem zu starken Franken führt deshalb die Schweizer Nationalbank Anfang des Jahres (22. Januar) erstmals einen Strafzins ein. Ab einem Guthaben von zehn Millionen Franken wird ein Negativzins von 0,25 Prozent erhoben. Notenbank-Präsident Thomas Jordan gab zu, dass vor allem die Zuspitzung der Lage in Russland die Notenbank zu dem Schritt bewogen habe.

GM und Audi stoppen Autoverkauf in Russland

Angesichts des immer weiter sinkenden Rubels stoppen einzelne Autobauer die Verkäufe in Russland. Dazu zählen die Opel-Mutter General Motors und Audi. Je schwächer der Rubel, desto weniger verdienen die Autohersteller mit den Autos umgerechnet in US-Dollar oder Euro. Auch Apple hat auf den Rubel-Verfall reagiert und den Online-Verkauf seiner iPhones und iPads gestoppt, um die Preise anzupassen.

Ändert Deutsche Bank seine Ziele?

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im Dax gab es am Donnerstag nur Gewinner. Mit einem Plus von über vier Prozent lag die Deutsche Bank ganz vorne. Der Vorstand der Deutschen Bank diskutiert laut dem "Manager Magazin" über einen Konzernumbau. Dabei könnte auch die erst vor wenigen Jahren übernommene Postbank auf den Prüfstand kommen. Der bisherige Finanzchef Stefan Krause soll sich um eine Neuausrichtung der Strategie kümmern. Insidern zufolge sinmd die Ziele der vor zwei Jahren ausgerufenen "Strategie 2015+" wohl nicht mehr zu halten und müssen neu formuliert werden.

Oracle beflügelt SAP

Der SAP-Konkurrent Oracle hat dank eines starken Cloud-Geschäfts seinen Umsatz deutlich gesteigert. Die Oracle-Aktie steigt um sieben Prozent. Das gab den Aktien von SAP Auftrieb. Sie zogen um rund 3,8 Prozent an.

SAP
SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Oracle: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Allianz verkauft Teil von Fireman's Fund

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Allianz-Aktie legte 2,5 Prozent zu. Der Versicherer schließt das Kapitel Fireman's Fund in den USA ab. Die Allianz verkauft das Geschäft des US-Schadensversicherers mit wohlhabenden Privatkunden für 293 Millionen Euro an die Schweizer Rivalen Ace. Das Fireman's-Geschäft mit Firmenkunden will die Allianz in ihre Industrieversicherungssparte integrieren. Fireman's Fund war mehrere Jahre lang ein Sorgenkind des Allianz-Konzerns.

Daimler erhöht Rückstellungen

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Gefragt waren im Dax auch konjunktursensible Aktien wie die Autowerte. BMW und VW stiegen um rund drei Prozent. Nur Daimler kroch ein bisschen hinterher mit einem Plus von zwei Prozent. Der schwäbische Autobauer stockt wegen Ermittlungen der EU-Kartellbehörden über mutmaßliche Preisabsprachen im Lkw-Geschäft seine Rückstellungen um 600 Millionen Euro auf. Dies werde sich auf das Ergebnis im vierten Quartal auswirken, warnte Daimler. An der Gewinnprognose für das Gesamtjahr rütteln die Schwaben jedoch nicht.

Tauschgeschäft zwischen BASF und Gazprom gestoppt

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im späten Handel drehte die Aktie von BASF leicht ins Minus. Denn das milliardenschwere Tauschgeschäft mit Gazprom ist überraschend geplatzt. Das habe Auswirkungen auf den Gewinn des Chemiekonzerns 2014 und rücvkwirkend auch für 2013, gab BASF bekannt. Für 2013 wurtde das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf 7,1 Milliarden Euro nach unten korrigiert, 2014 werde es nur nochleicht statt deutlich steigen. Mit dem Tausch hätte die BASF-Tochter Wintershall das bislang mit Gazprom gemeinsam betriebene Erdgashandels- und Speichergeschäft vollständig an die Russen übertragen.

Springer setzt auf die Schweiz

Aus dem MDax ragte positiv die konjunktursensible Brenntag mit Kurszuwächsen von knapp fünf Prozent heraus. Die Papiere von Axel Springer legten knapp drei Prozent zu. Der Medienkonzern hat mit Ringier ein Gemeinschaftsunternehmen in der Schweiz gegründet. Ringier bringt alle seine Zeitschriften-Titel und die Westschweizer Zeitung "Le Temps" ein, Springer steuert sein gesamtes Schweizer Geschäft bei. Der Deal soll 2015 über die Bühne gehen.

United Internet will QSC-Netz kaufen

Die Kölner Telekom-Firma QSC prüft den Verkauf ihres Netzes. Laut Medienberichten gebe es Übernahmegespräche mit United Internet. Vor einer Entscheidung müsste man sich aber noch über den Preis einigen. Die Titel von United Internet erreichten mit 37,50 Euro ein Rekordhoch. Die QSC-Aktien sprangen um 21 Prozent nach oben und waren mit Abstand TecDax-Spitzenreiter.

United Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Jenoptik vertröstet auf 2015

Zwiespältige Nachrichten servierte Jenoptik am frühen Nachmittag: Wegen der Verschiebung eines Auftrags senkte der Technologiekonzern zum zweiten Mal binnen weniger Wochen seine Jahresproignose. Der Umsatz werde nur noch bei 580 bis 590 Millionen Euro liegen, das Ebit bei knapp 50 Millionen Euro. Der für dieses Jahr erwartete Großauftrag verschiebt sich ins neue Jahr. Deshalb werde Jenoptik 2015 kräftig wachsen - auf 650 bis 690 Millionen Euro beim Umsatz. Das beruhigte die Anleger. Die Aktie zog um fast sechs Prozent an.

Maschinenbauer vor Rekordjahr

Trotz des schwachen Russland-Geschäfts steuern die deutschen Maschinenbauer auf ein Rekordjahr zu. Mit 212 Milliarden Euro Umsatz und 199 Milliarden Euro in der Produktion wurde laut Branchenverband VDMA die bisherige Bestmarke von 2008 übertroffen. Für 2015 prophezeit der VDMA eine Produktionssteigerung um zwei Prozent. Russland mache nur vier Prozent der Exporte aus, erklärte Präsident Reinhold Festge.

DMG Mori Seiki: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Gea
Gea: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Kurssprung bei Paragon

Paragon rechnet für das Geschäftsjahr 2015 mit einem deutlichen Wachstumsschub. Demnach werde bei einem Konzernumsatz von etwa 95 Millionen Euro eine unbereinigte Ebit-Marge von rund zehn Prozent angestrebt. Diese Prognose liegt am oberen Rand der bisherigen Vorhersage. Sie wird gestützt durch einen deutlich gestiegenen Auftragsbestand. Die Aktie schoss um 13 Prozent in die Höhe.

Fusionsgerüchte zwischen Nokia und Alcatel

Im Ausland wurde die Fusionsphasie im Telekom-Netzwerkgeschäft neu angeheizt. Laut einem Bdericht des "Manager Magazin" sprechen Alcatel Lucent und Nokia Networks seit dem Herbst wieder über einen Zusammenschluss. Möglich seien eine Fusion oder eine enge Kooperation. Die Alcatel-Aktien sprangen um fast neun Prozent, die Nokia-Titel über drei Prozent nach oben.

Telekom-Milliardär wirbelt Schweizer Mobilfunkmarkt auf

Derweil hat der französische Telekom-Milliardär Xavier Niel in der Schweiz zugeschlagen. Für über zwei Milliarden Euro kauft er den kleinsten Mobilfunkbetreiber Orange. Die AKtien des Markjtführers Swisscom brachen daraufhin um fünf Prozent ein. Niel hat mit der Marke Free den französischen Mobilfunkmarkt revolutioniert. Bei seinem Versuch, die US-Tochter der Deutschen Telekom zu übernehmen, scheiterte er aber.

Mehrere Interessenten für LED-Bauteile von Philips

Philips: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra EU Stars für den Zeitraum Intraday
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Der Elektronikkonzern Philips hat laut einem Pressebericht vier Interessenten für sein Geschäft mit LED-Bauteilen aufgetan. Wie die Zeitung "Het Financieele Dagblad" schreibt, hätten die Finanzinvestoren Bain, Carlyle, Apollo sowie KKR zusammen mit CVC vorläufige Gebote abgegeben. Philips-Aktien legten zu.

Samsung-Holding rauscht an die Börse

In Südkorea sorgte der Börsengang von Cheil Industries für Furore. Die Aktie startete bei 106.000 Won und damit doppelt so hoch wie der Ausgabepreis. Der Titel schloss bei 113.000 Won. Cheil ist die De-facto-Holding des Mischkonzerns Samsung. Der Börsengang ist Teil der Umbaupläne des südkoreanischen Konzerns.

Amgen erhöht Dividende

Der weltgrößte Biotechkonzern Amgen erhöht die Quartalsdividende deutlich. Für das erste Quartal 2015 sollen je Aktie 79 US-Cent ausgeschüttet werden. Das seien 30 Prozent mehr als in jedem der vorangegangenen vier Quartale. Die Aktien verteuern sich um über zwei Prozent.

nb

Stand: 18.12.2014, 20:10 Uhr

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