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Marktbericht 20:20 Uhr

Dax schließt schwächer

Verunsicherung hält an

Ein erneuter Verlusttag nach der kurzen Verschnaufpause tags zuvor: Am Mittwoch konnten auch robuste US-Börsen den Dax nicht wieder ins Plus hieven. Immerhin setzten am Nachmittag erste Käufe ein.

Fast 100 Punkte holte der Dax am Nachmittag von seinen Tagestiefständen auf, auch im späten Handel konnte sich der Index über der Marke von 9.100 Punkten behaupten. Bis zum Ende des Handels in Frankfurt hatten die Börsen an der Wall Street sich gegen den allgemeinen Sog gestemmt.

Knapp über 9.000 Punkten gedreht

Am Vormittag hatte das noch ganz anders ausgesehen, der Dax plumpste bis auf 9.030 Zähler abwärts, das Durchbrechen der Tausendermarke schien nur eine Frage der Zeit. An Belastungsfaktoren gibt es derzeit für die Aktienmärkte einiges: Die Spannungen im Ukraine-Konflikt bleiben weiter hoch. Am Nachmittag hatte Russland Einfuhrverbote aus Ländern angekündigt, die Russland mit Sanktionen belegt hatten.

Konjunktur im Euro-Raum macht Sorgen

Dass die politischen Auseinandersetzungen auch wirtschaftliche Konsequenzen haben, zeigten ebenfalls am Vormittag aktuelle Daten von der deutsche Industrie. Das Neugeschäft ging hier auch bedingt durch die schwache Nachfrage aus Russland und der Ukraine im Juni überraschend um 3,2 Prozent zurück.In Zusätzlich belastete die Nachricht, dass in Italien die Wirtschaft im zweiten Quartal überraschend um 0,2 Prozent schrumpfte. Die Mailänder Börse brach darauf hin um bis zu drei Prozent ein.

Anleger gehen auf Nummer sicher

Dass die Anleger derzeit sehr risikoavers sind und dem Aktienmarkt tendenziell den Rücken kehren, zeigt der Bund-Future. Das Anleihen-Barometer sprang am Mittwoch mit 148,95 auf ein neues Allzeithoch. Am Devisenmarkt erholte sich der Euro am Abend leicht von seinem Neun-Monats-Tief bei 1,3330 wieder und wurde zuletzt zu Kursen um 1,3360 gehandelt.

Lanxess an der Spitze

Stärkster Dax-Wert in einem schwachen Index war am Mittwoch die Lanxess-Aktie, sie schloss drei Prozent höher. Der Spezialchemie-Konzern Lanxess gewinnt gegen den Trend sogar 1,8 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, Ebitda) nahm um 20,7 Prozent auf 239 Millionen Euro zu. Analysten hatten nur 234 Millionen Euro erwartet. Der Umsatz ging allerdings um 5,7 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro zurück. Lanxess ist weiterhin auf einem strikten Sparkurs.

Beiersdorf belobigt

Neben Lanxess konnten sich auch eher defensive Titel wie FMC oder Beiersdorf besser als der Gesamtmarkt schlagen. Der "Nivea"-Konzern Beiersdorf profitierte von einer wohlwollenden Einschätzung der Gewinnaussichten durch die Analysten der Deutschen Bank. Die Siemens-Aktie schließlich drehte im späten Handel noch ins Plus, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen eine "Elektro"-Autobahn für Lkw in Kalifornien ausstatten wird.

T-Aktie leidet unter Medienbericht

Offenbar wird der US-Mobilfunker Sprint sein Angebot für die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US wegen kartellrechtlicher Hürden zurückziehen. Nach einem entsprechenden Medienbericht ging die T-Aktie auf Talfahrt und schloss 2,5 Prozent leichter. Die T-Mobile US-Aktie verlor in New York noch deutlicher und wurde acht Prozent leichter gehandelt.

Lufthansa unter Russland-Druck

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.72
Differenz absolut
0.30
Differenz relativ
+2.24%

Die Lufthansa-Aktie schloss am Mittwoch mehr als ein Prozent schwächer, andere Airline-Aktien wie AirFrance/KLM gaben sogar noch deutlicher nach. Die Branche litt unter Meldungen, wonach Russland die Überflugrechte für europäische Gesellschaften als Antwort auf die EU-Sanktionen beschneiden könnte.

Roboter laufen gut bei Kuka

Eine Reihe von Werten aus der zweiten und dritten Reihe hatten bereits am Morgen ihre Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorgelegt. Einzig im Fall des Roboter- und Anlagenbauers Kuka wurden diese mit nennenswerten Kursgewinnen quittiert. Kuka legte einen Sprung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 18 Prozent auf 34 Millionen Euro hin und setzte sich höhere Ziele. Für das Gesamtjahr 2014 rechnet Kuka jetzt mit einem Ergebnisplus statt wie bisher mit einem leichten Rückgang.

Norma Group schwächer als erwartet

Größter Verlierer im MDax waren am Mittwoch Aktien des Verbindungstechnikherstellers Norma. Das Unternehmen hatte den Gewinn unter dem Strich im zweiten Quartal um knapp fünf Prozent auf 15,4 Millionen Euro. Das war aber schwächer als erwartet, so ein Händler, die Aktie verlor fast fünf Prozent.

Sky Deutschland schreibt wieder rot

Der Pay-TV-Anbieter weitete den Verlust von gut einer Million auf 2,5 Millionen Euro aus. Dafür wuchs zwischen April und Juni die Zahl der Abonnenten um 82.000 auf nun gut 3,8 Millionen. Die Aktie pendelte um den Vortagesschluss.

Hannover Rück kommt nicht an

Trotz besserer Ergebnisse schloss die Aktie des Rückversicherers im Minus. Dank einer geringeren Belastung aus Naturkatastrophen und anderen Großschäden hat Hannover Rück ihren Nettogewinn im zweiten Quartal um zehn Prozent auf 211,5 Millionen Euro steigern können.

Freenet und Xing überzeugen

Der Mobilfunkanbieter Freenet und das Business-Netzwerk Xing überzeugten am Morgen mit guten Geschäftszahlen. Freenet steigerte im abgelaufenen Quartal vor allem sein Ergebnis überraschend. Bei Xing legten die Erlöse im zweiten Quartal um fast 17 Prozent auf 24,4 Millionen Euro zu. Der Gewinn stieg um knapp drei Prozent auf 2,77 Millionen Euro.

Kion mit Gewinnrückgang, Tom Tailor mit Ergebnisschub

Im SDax büßte die Aktie des Gabelstaplerhersteller Kion leicht ein. Das Unternehmen konnte das operative Ergebnis (Ebit) im zweiten Quartal um 1,7 Prozent auf 109,5 Millionen Euro steigern und traf damit in etwa die Erwartungen der Analysten. Der Überschuss sank allerdings. Besser schnitt die Aktie des Modeunternehmens Tom Tailor ab. Die gestiegene Ertragskraft der Tochter Bonita mit ihrer Mode für Über-40-Jährige hat dem Unternehmen einen kräftigen Ergebnisschub verliehen. Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg im zweiten Quartal um 76 Prozent auf 19,4 Millionen Euro. Die Umsätze stiegen nur um drei Prozent auf 217 Millionen Euro.

Hawesko, Partrizia und Grammer mit durchwachsenen Zahlen

Drei weitere SDax-Unternehmen stellten mit ihren Zahlen nicht zufrieden. Der Weinhändler Hawesko hat wegen höherer Aufwendungen für Beraterdienstleistungen im zweiten Quartal einen Ebit-Einbruch von 51 Prozent verschmerzen müssen. Beim Wohnimmobilien-Spezialisten Patrizia schrumpfte im ersten Halbjahr wegen eines teuren Expansionskurses im Ausland der Nettogewinn von 17,7 auf 15,4 Millionen Euro. Hohe Ausgaben für den Umbau der Produktion und der starke Euro haben den Fahrzeug-Innenausstatter Grammer im zweiten Quartal spürbar gebremst. Der Umsatz wuchs lediglich um gut ein Prozent auf 339 Millionen Euro, das Nettoergebnis konnte leicht gesteigert werden.

Gewinnwarnung von Tipp24

Der Glücksspiel-Anbieter muss nach dem ersten Halbjahr seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr nach unten anpassen. Für das Ebit erwartet das Unternehmen wegen des "saisonal belasteten Halbjahres" einen Wert zwischen 15 und 25 Millionen Euro. In den ersten sechs Monaten hatte das Ebit bei sechs Millionen Euro gelegen, nach 21,4 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz sank von 76,4 auf 68,2 Millionen Euro.

AB

Stand: 06.08.2014, 20:20 Uhr

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Tagestermine am Donnerstag, 28. August

Unternehmen:
Fielmann: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Catoil: Q2-Zahlen, 08:00 Uhr
Bijou Brigitte: Halbjahres-Zahlen
Gesco: HV, ab 10:00 Uhr
S Immo: Q2-Zahlen
EVN: Q3-Zahlen
Baloise: Halbjahres-Zahlen, 07:00 Uhr
Givaudan: Halbjahres-Zahlen
Vivendi: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Buygues: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Veolia: Halbjahres-Zahlen, 08:30 Uhr
Pernod-Ricard: Jahreszahlen
Abercrombie & Fitch: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Arbeitsmarktdaten für August, 09:55 Uhr
EU: und Verbrauchervertrauen Euro-Zone für August, 11:00 Uhr
Spanien: BIP zweites Quartal, 11:00 Uhr
USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: BIP zweites Quartal (zweite Schätzung), 14:30 Uhr

Sonstiges:
EZB: Geldmenge M3 in der Euro-Zone im Juli, 10:00 Uhr
Italien: Auktion mittel-langfristiger Anleihe

Darstellung: