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Börsentrend 20:10 Uhr

Dax im Minus am letzten Handelstag

US-Streit trübt die Feierlaune der Anleger

Für Aktien war 2012 ein tolles Jahr! Der Dax sprang um rund 29 Prozent nach oben. Am letzten Handelstag gab's einen kleinen Dämpfer. Wegen des weiter ungelösten US-Haushaltsstreits drückten die Anleger auf den Verkaufsknopf.

Weltweit gingen die Kurse am Freitag auf Talfahrt. Der Dax beendete vorerst seinen jüngsten Höhenflug und schloss mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 7.612 Punkten. Bereits um 14 Uhr war der Xetra-Handel an der Deutschen Börse eingestellt worden, damit Banken und Händler ihre Bücher in aller Ruhe schließen konnten. Der EuroStoxx 50 büßte ebenfalls 0,6 Prozent ein. Die Wall Street steuerte auf den fünften Verlusttag in Folge zu. Der Dow verlor bis zum Abend mitteleuropäischer Zeit 0,7 Prozent und hielt sich nur knapp über der Marke von 13.000 Punkten. Die Nasdaq rutschte um 0,4 Prozent ab.

Immer mehr Anleger haben die Hoffnung auf eine Einigung der Politiker im US-Haushaltskonflikt in diesem Jahr aufgegeben. Sollten sich Demokraten und Republikaner nicht auf einen Kompromiss verständigen, treten automatisch Steuerhöhungen und Ausgabenkürzungen im Volumen von mehr als 600 Milliarden Dollar in Kraft. Das würde die US-Wirtschaft möglicherweise in die Rezession führen. "Dann erleben wir einen sehr holprigen Start ins neue Jahr", prophezeite Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus.

Das große Zittern in den USA

Noch aber bleibt Zeit bis zum Silvesterabend, um sich zu einigen. Am Sonntag kommen die Parlamentarier zu einer letzten Sitzung zusammen. US-Präsident Barack Obama lud am Freitag die Führer der Republikaner und Demokraten im Abgeordnetenhaus sowie die Senatsfraktionschefs ins Weiße Haus. Er will mit einer Übergangslösung zumindest die drohenden Steuererhöhungen für die Mittelschicht ab 1. Januar verhindern.

Sollte es in den USA doch noch eine Einigung im Haushaltsstreit in letzter Minute geben, würden nur wenige Börsen darauf reagieren. An Silvester wird lediglich an der Wall Street und (bis zum frühen Nachmittag) an den Börsen in London und Paris gehandelt. Die Börsen in Frankfurt, Madrid, Mailand, Prag, Rom, Tokio, Wien, Moskau und Zürich bleiben geschlossen.

Gute Botschaft aus Chicago

Der Poker um den US-Etat stellte die neuesten Konjunkturdaten in den Schatten. Dabei fielen diese ganz ordentlich aus. Die Stimmung der Einkaufsmanager in der Region Chicago verbesserte sich stärker als erwartet - von 50,4 Punkten im November auf 51,6 Zähler im Dezember. Und auch die Zahl der noch nicht vollständig abgeschlossenen (schwebenden) Hausverkäufe stieg stärker als vorhergesagt um 1,7 Prozent.

USA produzieren immer mehr Öl

Die Ölproduktion in den USA stieg derweil auf den höchsten Stand seit 19 Jahren. In der vergangenen Woche seien 6,98 Millionen Barrel pro Tag gefördert worden, teilte die US-Energiebehörde am Freitag mit. Die Zunahme führte auch zu einem stärkeren Lageraufbau. Am Freitag fiel der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI um rund 25 Cent auf 90 Dollar. Auch ein Barrel der marktführenden Nordseesorte Brent verbilligte sich leicht auf 110 Dollar.

Euro rappelt sich wieder auf

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Die anhaltenden Sorgen um die Fiskalklippe belasteten zeitweise den Euro. Er rutschte auf unter 1,32 Dollar. Im Laufe des Nachmittags erholte sich die europäische Gemeinschaftswährung wieder und überwand die Marke von 1,32 Dollar. 2012 hat der Euro, der schon von manchen Kassandra-Rufern voreilig tot gesagt wurde, leicht gegenüber dem Dollar zugelegt.

Bestes Jahr für den Dax seit 2003

Noch besser performte der Dax. Mit einem Plus von rund 29 Prozent erlebte der deutsche Leitindex sein bestes Börsenjahr seit 2003. Mit knapp 7.683 Punkten erreichte der deutsche Leitindex seinen höchsten Stand seit fast fünf Jahren. Noch besser lief es in der zweiten deutschen Börsenliga. Der MDax kletterte um gut 34 Prozent nach oben und eilte von Rekordhoch zu Rekordhoch. Die eigentliche Kursrally fand erst in der zweiten Jahreshälfte statt, nachdem der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, die Märkte beruhigt hatte. Alleine in den letzten sechs Wochen hat der Dax fast zehn Prozent zugelegt.

Defensive ist Trumpf

Im Dax gab es nur sechs Gewinner. Vor allem defensive Werte waren am letzten Handelstag gefragt. Die Aktien von Henkel legten gut 1,3 Prozent zu, die Papiere von Beiersdorf knapp ein Prozent. Auch Merck und Fresenius Medical Care präsentierten sich etwas fester.

Teilsieg für Porsche

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Autotitel rutschten ins Minus. Nur VW und besonders Porsche behaupteten sich. Die Aktien des Sportwagenbauers rasten um sechs Preozent nach vorn. Porsche hat nämlich in New York vor Gericht einen Teilerfolg errungen. Ein Berufungsgericht entschied, dass New York nicht der richtige Ort für die Schadensersatzklage der Hedgefonds sei. Diese werfen Porsche Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung vor und verlangen über 1,4 Milliarden Dollar Schadenersatz.

Neue Klage gegen die Deutsche Bank

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Zu den größten Verlierern zählten Finanzaktien. Die Commerzbank-Titel gaben 1,5 Prozent nach und waren Dax-Schlusslicht. Die Papiere der Deutschen Bank büßten ein Prozent ein. Dem Geldinstitut kommt nicht zur Ruhe. In den USA ist die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) vor Gericht gezogen. Sie verlangt von der Deutschen Bank 173 Millionen Dollar Schadenersatz wegen angeblichen Betrugs beim Verkauf von hypothekenbasierten Wertpapieren. Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe zurück.

Deutsche Post erhöht Porto

Ab dem 1. Januar erhöht die Post das Porto für den Standardbrief bis 20 Gramm von 55 auf 58 Cents. Es ist die erste Erhöhung seit 15 Jahren, im Jahr 2003 war das Porto sogar um einen Cent gesenkt worden. Die Post begründete die Erhöhung mit gestiegenen Kosten bei gleichzeitig rückläufigem Volumen im klassischen Briefgeschäft. Die Entscheidung war bereits im Herbst angekündigt worden. Die Post-Aktie schloss nahezu unverändert, nachdem sie gestern durch Aussagen von Wirtschaftsminister Rösler unter Druck geraten war. Der FDP-Politiker hatte sich für den Verkauf von Staatsbeteiligungen ausgesprochen.

Fraport geht in Portugal leer aus

Im MDax legten die Fraport-Aktie gegen den Trend 0,3 Prozent zu und zählten zu den wenigen Gewinnern. Die Börse reagierte positiv darauf, dass der Flughafenbetreiber nicht den Zuschlag für die wichtigsten Flughäfen in Portugal erhalten hat. Offenbar hatten Beobachter hohe Investitionskosten bei der Übernahme des Staatsbetriebs befürchtet. Den Zuschlag erhielt die französische Vinci-Gruppe.

Milliarden-Auftrag für Hochtief-Tochter

Hochtief-Aktien schlossen dagegen 0,7 Prozent im Minus. Der Baukonzern konnte nicht von guten Nachrichten der australischen Tochter Leighton profitieren. Diese zog einen Milliarden-Auftrag an Land. Für 1,2 Milliarden australische Dollar (944 Millionen Euro) wird Leighton einen Teil der Infrastruktur für das Flüssiggasprojekt Ichthys im Norden Australiens bauen.

ProSiebenSat.1 muss Kartellstrafe zahlen

0,6 Prozent abwärts ging es im MDax auch mit der ProSiebenSat.1-Aktie. Grund: Die beiden Fernsehsender ProSiebenSat1 und RTL müssen eine Kartellstrafe von 55 Millionen Euro zahlen. Die Sender hatten sich in den Jahren 2005 und 2006 abgesprochen, ihr digitales, frei empfangbares Programm künftig nur noch verschlüsselt und gegen Gebühr zu senden. Indes gab Großaktionär Telegraaf Media eine Umschichtung seines Aktienpakets bekannt- von der deutschen Tochter auf die niederländische Muttergesellschaft. Der Medienkonzern aus Amsterdam hält weiter zwölf Prozent der Stammaktien. Hauptaktionäre sind KKR und Permira. ProSieben bereitet einen Ausstieg der beiden Finanzinvestoren vor.

Sky-Chef macht zwei Jahre weiter

Der Bezahlsender Sky Deutschland hat am Freitagnachmittag den Vertrag mit Vorstandschef Brian Sullivan um weitere zwei Jahre verlängert - auf Ende 2014. Der Amerikaner, seit April 2010 im Amt, hat es geschafft, Sky in Richtung Gewinnzone zu führen. Die beiden letzten Quartale erzielte der Pay-TV-Sender operativ schwarze Zahlen. Die Verluste unter dem Strich konnten verringert werden. Die Aktie verlor am Freitag 0,5 Prozent. Mit einem Plus von über 200 Prozent war sie der absolute Star im MDax.

Derby Cycle zieht sich von der Börse zurück

Vom Kurszettel verschwindet bald Deutschlands größter Fahrradhersteller Derby Cycle. Die Cloppenburger Firma ist künftig ganz in der Hand der niederländischen Pon Holding. Das Amtsgericht Oldenburg hat den Beschluss der Hauptversammlung zur Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf Pon in das Handelsregister eingetragen. Die verbliebenen Aktionäre erhalten eine Barabfindung von 31,56 Euro je Aktie.

Stand: 28.12.2012, 20:10 Uhr

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Unternehmen:
Novartis: Q1-Zahlen, 7:00 Uhr
Zooplus: Q1-Zahlen, 7:15 Uhr
Air Liquide: Q1-Zahlen, Umsatz 7:30 Uhr
Comdirect: Q1-Zahlen, 7:30 Uhr
Anglo American: Q1-Interim-Statement und Hauptversammlung, 8:00 Uhr
Astra Zeneca: Q1-Zahlen, 8:00 Uhr
Unilever: Q1-Zahlen, 8:00 Uhr
Lindt & Sprüngli: Hauptversammlung, 10:00 Uhr
Potash: Q1-Zahlen, 12:00 Uhr
General Motors: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
Caterpillar: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
3M: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
Verizon: Q1-Zahlen, 13:30 Uhr
UPS:Q1-Zahlen, 13:45 Uhr
Microsoft: Q3-Zahlen, 22:00 Uhr
Starbucks: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Visa: Q2-Zahlen, 22:00 Uhr
Adva Optical: Q1-Zahlen
Amadeus Fire: Q1-Zahlen
Schaltbau Holding: Q1-Zahlen
Suez. Q1-Zahlen
Amazon: Q1-Zahlen American Airlines: Q1-Zahlen
Eli Lilly: Q1-Zahlen
New York Times: Q1-Zahlen

Konjunkturdaten:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklima April, 10:00 Uhr
USA: Auftragsbestand langlebiger Güter, März, 14:30 Uhr
Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

Sonstiges:
New York: International Auto-Show, bis 27.4.2014

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