Marktbericht 20:15 Uhr

Marktbericht negativ

Dax im Rückwärtsgang Ungemach aus Amerika

Stand: 17.05.2017, 20:15 Uhr

Schon wird vom "Trump-Trauma" oder einem "zweiten Watergate" gesprochen. Präsident Donald Trump gerät zunehmend unter Druck und die Börsen reagieren weltweit verstört. Auch der Dax musste heute Federn lassen.

Erst die asiatischen Märkte, dann der deutsche Leitindex Dax in Europa und aktuell die Wall Street. Die Weltmärkte mussten/müssen am Mittwoch wegen der politischen Chaostage im Weißen Haus deutliche Rücksetzer hinnehmen. Im asiatischen Handel überwog am Morgen schon die Meinung, dass die Luft für die Märkte dünner werden dürfte. Der Tokioter Nikkei-Index hatte gut ein halbes Prozent verloren.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.592,35
Differenz relativ
-0,06%
Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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20.296,45
Differenz relativ
-0,25%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
22.323,70
Differenz relativ
-0,16%

Der Dax schloss nach wechselhaftem Handelsverlauf am Ende 1,35 Prozent leichter bei 12.631 Punkten. Er bewegte sich dabei in einer größeren Handelsspanne von fast genau 200 Punkten zwischen 12.587 und 12.786 Punkten. Auch im Späthandel ging es weiter nach unten. Der L/E-Dax schloss bei 12.583 Zählern. In New York verliert der Dow Jones-Index derzeit 1,4 Prozent.

Trump macht die Märkte nervös

Die Verluste sind Ausdruck der Sorgen der Investoren, dass der unter schweren politischen Druck geratene US-Präsident seine angekündigten Politprojekte womöglich nicht mehr zeitnah wird durchsetzen können. "Der jüngste Skandal verzögert seine Pläne im günstigsten Fall und im schlimmsten Fall werden sie nicht umgesetzt", kommentierte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets.

Grinsender Donald Trump

Börse 19.00 Uhr Trump wird zum Problem für die Börsen

Konkret soll Trump laut Insidern den inzwischen entlassenen FBI-Chef James Comey gebeten haben, die Ermittlungen zu den Russland-Verbindungen des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn einzustellen. Sollte Trump tatsächlich so weit gegangen sein, wäre dies Justizbehinderung. Auch in seiner eigenen Partei, den Republikanern, mehren sich die kritischen Stimmen.

Zur Erinnerung: Die Aussicht auf milliardenschwere Infrastrukturinvestitionen und vor allem eine große Steuerreform hatte die Fantasie der Anleger seit der Wahl Trumps im November beflügelt und den Aktienmärkten weltweit auf die Sprünge geholfen. "Das Auspreisen besagter Maßnahmen korreliert mit einem erheblichen Abwärtspotential", schreiben die Experten von IG Markets.

Euro bleibt stark und über 1,11 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1945
Differenz relativ
+0,04%

Die Affäre im Weißen Haus lastet auch auf dem Dollar, der gegen den Euro an Boden verliert und derzeit auf Kurse um 1,1149 Dollar gefallen ist. Die schwache US-Währung hatte den Euro im frühen Handel sogar noch auf ein frisches Sechs-Monats-Hoch von 1,1220 Dollar getrieben. Fundamental erhält der Euro zudem Rückenwind durch die jüngsten Wirtschaftsdaten aus der Eurozone, die eine stabilere konjunkturelle Lage signalisieren.

Ölpreise drehen ins Plus

Der Ölpreis hat sich derweil erholt, nachdem es am Morgen noch bergab gegangen war mit dem Preis für das schwarze Gold. Dies könnte für die Bullen die einzige wirklich gute Nachricht des Tages sein und als Gegengewicht für das Washingtoner Polittheater fungieren. Zumal es sich bei den Verkäufen am Morgen nach den jüngsten kräftigen Anstiegen zuvorderst um eine technische Gegenreaktion gehandelt haben dürfte. Die Ölpreise hatten zuletzt angezogen, nachdem sich Russland und Saudi-Arabien auf eine Deckelung der Produktion geeinigt hatten.

Am 25. Mai tritt das Ölkartell Opec zusammen (Russland und die USA sind dort nicht Mitglied). Die Interessen der Mitgliedstaaten sind allerdings in der Vergangenheit so unterschiedlich gewesen, dass Förderbeschlüsse meist unterlaufen worden waren.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
56,76
Differenz relativ
+0,66%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
50,53
Differenz relativ
-0,08%

Deutsche Bank am Dax-Ende

Schlusslicht im Dax waren Deutsche Bank, die 3,49 Prozent verloren. Das Institut hält morgen seine Hauptversammlung ab. Im Vorfeld hatte sich Aufsichtsratschef Paul Achleitner geäußert und ein deutlich positveres Bild der Lage gezeichnet, als noch vor Jahresfrist. Er will für eine weitere Amtsperiode kandidieren und hat dabei die Unterstützung von Ankeraktionären. Wie stets bei politischem Druck gehörte auch die Commerzbank als Bankaktie zu den größten Tagesverlierern.

Fast genau so schwach schlossen Vonovia, was aber fast ausschließlich dem Abschlag der Dividende von 1,12 Euro geschuldet war. Der Tagesverlust wäre ansonsten nur gering gewesen. Auch eine Reihe anderer Titel aus der zweiten Reihe wurden heute mit Dividendenabschlag gehandelt.

Tata Steel nimmt Hürde auf Weg zur Stahlfusion mit ThyssenKrupp

Die ThyssenKrupp-Aktie war hingegen im Dax die einzige, die im Plus schloss. Der indische Konzern Tata hat eine Hürde auf dem Weg zu einer möglichen Stahlfusion mit ThyssenKrupp genommen. Wie Tata Steel am Dienstagabend mitteilte, konnte das Unternehmen eine grundsätzliche Einigung über den Umgang mit den milliardenschweren Pensionsverpflichtungen des Konzerns erzielen. Die Pensionsverpflichtungen Tatas sind eines von mehreren Hindernissen einer Fusion.

Deutsche Börse schärft Strategie

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
90,15
Differenz relativ
-4,11%

Die Deutsche Börse will nach der gescheiterten Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) ihr Angebot im Handel und im Datengeschäft ausbauen. "Wir sind davon überzeugt, mit dieser geschärften Strategie den Wachstumspfand weiter zu gehen, auf dem wir uns bereits vor dem geplanten Zusammenschluss befunden haben", sagte Vorstandschef Carsten Kengeter am Mittwoch auf der Hauptversammlung. Der Börsenchef wehrte sich zudem weiter gegen die Vorwürfe des Insiderhandels. Der geplatzte Zusammenschluss mit der LSE kostete die Deutsche Börse nach Auskunft Kengeters übrigens rund 77 Millionen Euro.

Audio allgemein - Startbild

Börse 15.00 Uhr Wie geht es weiter mit der Deutschen Börse?

Ermittlungen gegen VW-Chef Müller, Stadler bleibt Audi-Chef

Jetzt dann doch: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen VW-Konzernchef Matthias Müller wegen des Verdachts der Marktmanipulation im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal. Das teilte die Behörde am Mittwoch mit. Es geht um Müllers Tätigkeit bei der Porsche-Dachgesellschaft und Volkswagen-Hauptaktionärin Porsche SE, bei der er seit 2010 im Vorstand sitzt. Gleichzeitig gab der Konzern bekannt, dass in China VW und sein lokaler Partner FAW über 500.000 Fahrzeuge wegen technischer Probleme zurück in die Werkstätten rufen.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
137,60
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-0,22%

Derweil wurde am Abend nach Börsenschluss bestätigt, dass der von Müller geführte Audi-Aufsichtsrat Firmenchef Rupert Stadler weitere fünf Jahre bis 2022 an die Spitze der VW-Tochter berufen hat. Die Information wurden bereits im Vorfeld der morgigen Audi-Hauptversammlung aus Unternehmenskreisen verlautbart. Der Audi-Chef war im Zuge des VW-Dieselskandals selbst in die Kritik geraten, nachdem zwei Entwicklungsvorstände das Unternehmen mit den vier Ringen verlassen mussten.

VW-Vorstand Matthias Müller 2015

Börse 14.00 Uhr Weiter Ärger für VW

Telefonica Deutschland: Gewinnbremse voraus

Im TecDax fällt das Papier des Mobilfunkanbieters Telefonica Deutschland (O2) zurück. Die Gesellschaft stellt sich angesichts der Abschaffung der Roaming-Gebühren in Europa auf eine deutliche Gewinnbelastung ein. "Wir rechnen mit einer Belastung des operativen Ergebnisses vor Abschreibungen (Ebitda) von 3 bis 4 Prozent", sagte der neue Vorstandschef Markus Haas der "Börsen-Zeitung".

Shanghai Pharma hat Interesse an Stada

Der chinesische Pharmakonzern Shanghai Pharma hat Interesse an Stada angemeldet. Ein offizielles Angebot für den deutschen Arzneimittelhersteller habe man aber nicht vorgelegt, teilte das chinesische Unternehmen am Mittwoch mit. Shanghai Pharma habe mit einigen Finanzinvestoren über Stada gesprochen. Es gebe aber noch zu viele Unsicherheiten. An der Börse hält sich die Euphorie auf einen neuen Bieterkampf in Grenzen. Stada verloren im MDax, allerdings nur unterdurchschnittlich.

Übernahme von Drillisch durch United Internet kommt voran

United Internet habe wie zuvor vereinbart circa 7,75 Prozent ihrer Anteile an 1&1 Telecommunication in Drillisch eingebracht, teilte Drillisch am Dienstagabend mit. Im Gegenzug habe Drillisch über neun Millionen neue Aktien an United Internet ausgegeben. Dadurch sei die Beteiligung von United Internet an Drillisch auf knapp über 30 Prozent gestiegen. Das Drillisch-Papier gehörte zu den wenigen Gewinnern im TecDax.

Ado Properties: Erfolg made in Berlin

Das ausschließlich auf Berlin fokussierte Wohnimmobilienunternehmen Ado Properties ist erfolgreich in das Geschäftsjahr 2017 gestartet. Die in der Branche viel beachtete Kennziffer FFO1 (ohne Veräußerungsgewinne) erhöhte sich um 39,6 Prozent auf 13,1 Millionen Euro. Der Anstieg ist vor allem der starken operativen Geschäftsentwicklung sowie der relativen Verbesserung bei den Zinskosten zu verdanken.

Britischer Staat steigt bei Lloyds aus

Der britische Schatzkanzler ist acht Jahre nach der Rettung der Bank im Jahr 2009 nicht mehr als Aktionär im Boot. Er hatte seinerzeit 20,3 Milliarden Pfund (aktuell 23,7 Milliarden Euro) in die Bank gepumpt, die zuvor auf dem Höhepunkt der Finanzkrise und unter sanftem Druck der Regierung die schwer angeschlagene Großbank HBOS übernommen hatte.

Jetzt hat sich der Staat mit einem Gewinn von 894 Millionen Pfund endgültig bei Lloyds verabschiedet, das heute offiziell Lloyds Banking Group heißt (einstmals Lloyds TSB). Die Beteiligung war bereits zuvor schrittweise reduziert worden. Ein solches Happy End wird es bei der Royal Bank of Scotland wohl nicht geben, an der der Staat immer noch mit rund 70 Prozent beteiligt ist. Hier wird mit einem Verlust gerechnet.

Mitgründer Biz Stone kehrt zu Twitter zurück

"Jetzt bin ich an der Reihe - ich werde in ein paar Wochen wieder mit der Vollzeitarbeit bei Twitter beginnen!", verkündete der 43-jährige Tech-Unternehmer Biz Stone am Dienstag in seinem Blog. Twitter-Mitgründer und -Vorstandschef Jack Dorsey teilte mit, er freue sich, Stones "Energie und Herz" wieder zurück bei Twitter zu haben. Twitter-Aktien verlieren in einem schwachen Gesamtmarkt an der Nyse derzeit trotzdem deutlich.

Google: Konkurrenz für Siri auf dem iPhone?

Im Konkurrenzkampf der digitalen Assistenten will Google die Siri-Software von Apple auf dem iPhone herausfordern. Der Google Assistant solle dafür als eigenständige App zur Verfügung gestellt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Ankündigung sei auf der heute Abend beginnenden Entwicklerkonferenz Google I/O geplant.

rm

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Montag, 25. September

Unternehmen:
Air Berlin: Pressekonferenz und Entscheidung über Verkauf
LEG Immobilien: Capital Marktes Day

Konjunktur:
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex, 10 Uhr
Brüssel: Anhörung von EZB-Präsident Draghi vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments, 15 Uhr

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