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Marktbericht 20:00

Anleger werfen Aktien aus den Depots

Ukraine-Krise bringt Dax ins Wanken

Aus Furcht vor einer weiteren Eskalation in der Ukraine-Krise haben die Investoren den Dax am Freitag auf Talfahrt geschickt. Immerhin rettete der deutsche Leitindex ein kleines Wochenplus.

Der Dax schloss mit einem Abschlag von 1,4 Prozent auf 9.092,60 Punkten. Bis kurz vor 17 Uhr hatte der deutsche Leitindex noch über 9.300 Punkten notiert. Dann meldeten Nachrichtenagenturen, dass ukrainische Truppen nach Militärangaben eine russische Fahrzeugkolonne auf ukrainischem Boden angegriffen und teilweise zerstört habe.

Die Angst vor einer weiteren Eskalation in der Ukraine schickte den Dax auf Talfahrt. "Das lässt die Nervosität der Anleger schlagartig wieder aufleben", kommentierte ein Marktteilnehmer. In den vergangenen Tagen hatten Fachleute wiederholt darauf hingewiesen, dass die Lage in der Ukraine jederzeit wieder zur Belastung für die Finanzmärkte werden könne.

Sicherheit vor Risiko

Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner sagte, die politische Unsicherheit sei plötzlich wieder zurück. Gerade vor dem Wochenende wolle niemand auf dem falschen Fuß erwischt werden, deshalb zögen sich die Anleger aus riskanten Aktien zurück. Bundesanleihen waren dagegen gefragt: Die Rendite zehnjähriger Bundespapiere fiel erneut unter die Marke von ein Prozent auf ein Rekordtief von 0,962 Prozent.

Auf Wochensicht legte der Dax immerhin noch knapp ein Prozent zu. In den drei Wochen zuvor hatte er jedesmal verloren. Wieder mal erwischte es unsere Leitbörse am heftigsten: Der Dow Jones notierte am Abend um 0,6 Prozent leichter. Der Pariser CAC 40 verlor 0,7 Prozent, während der Londoner FTSE 100 etwa 0,1 Prozent zulegte. Der L-Dax gab um 1,3 Prozent auf 9.118,70 Punkte nach.

USA: Schwache Konjunkturdaten bevorzugt

Zuvor hatten sich die Anleger mit einigen Konjunkturdaten aus den USA zu befassen. Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Alpari UK betonte, enttäuschende Daten seien wegen der schwindenden Zinserhöhungsangst derzeit das beste Szenario für die Aktienmärkte. Erlam wurde einigermaßen erhört, denn die Daten überzeugten nicht völlig.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 6 Monate
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Die Erzeugerpreise sind im Juli wie erwartet um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Der Empire-State-Index enttäuschte und sank im August von 25,6 Punkten im Vormonat auf 14,69 Punkte. Erwartet wurde ein Rückgang auf 20,0 Punkte. "Die Jahresteuerungsraten sind weiterhin moderat und der Preisdruck gedämpft. Zusammen mit der Stimmungseintrübung im Industriesektor gibt es keinen Raum für aufkommende Zinserhöhungsfantasie", kommentierte Helaba-Fachmann Ulrich Wortberg.

Auch das Verbrauchervertrauen enttäuschte und fiel auf den niedrigsten Wert seit November 2013. Die Industrieproduktion überraschte dagegen positiv

Politiker kümmern sich um Lufthansa

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Lufthansa hatte bis zu den Nachrichten aus der Ukraine in der Gewinnzone gelegen. Politiker von CDU und SPD fordern laut "Handelsblatt", die Luftverkehrssteuer ab 2016 schrittweise abzuschaffen. Die Steuer belaste die Fluggesellschaften mit rund einer Milliarde Euro im Jahr.

Munich Re glaubt an griechische Erholung

Die Munich-Re-Tochter Ergo will den griechischen Versicherer ATE Insurance für 90,1 Millionen Euro von der griechischen Piräus Bank kaufen. Mit der Übernahme würde Ergo zum größten Schaden/Unfall-Versicherer in Griechenland.

Goldman rät: K+S besser verkaufen

K+S
K+S: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Zu den größten Verlierern gehörten die Aktien von K+S. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat den Titel mit "Sell" und einem Kursziel von 21 Euro in die Bewertung aufgenommen. Das Verhältnis aus Angebot und Nachfrage auf dem Kalimarkt lasse nur eine moderate Preiserholung erwarten, die kanadische Kalimine Legacy dürfe gerade einmal die Gewinnschwelle erreichen, hieß es zur Begründung.

United Internet steigt bei Rocket ein

United Internet steigt für mehr als 400 Millionen Euro beim Börsenkandidaten Rocket Internet ein. Der börsennotierte Internet-Dienstleister (1&1) zahlt für eine Beteiligung von 10,7 Prozent an der Holding von Oliver Samwer und seinen Brüdern 435 Millionen Euro, wie United Internet (UI) mitteilte. 333 Millionen Euro davon zahlt UI in bar. Zudem tauscht UI seine zusammen mit den Samwer-Brüdern gehaltenen Minderheitsbeteiligungen an mehreren jungen Internet-Unternehmen in Anteile an Rocket Internet

Nordex ist nicht gut genug

Im TecDax rückten Aktien von Nordex nach Halbjahreszahlen in den Mittelpunkt. Trotz einer deutlichen Steigerung von Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr bilden die Aktien des Windturbinenbauers das Schlusslicht im TecDax. "Einige Anleger hatten auf eine Anhebung der Prognose für dieses und nächstes Jahr gehofft. Das ist aber ausgeblieben und entsprechend groß ist die Enttäuschung", sagte ein Händler.

Jenoptik auf Erholungskurs

Gefragt blieb auch die Jenoptik-Aktie. Die Privatbank Berenberg hat den Titel bei einem unveränderten Kursziel von 13,50 Euro von "Hold" auf "Buy" hochgestuft .Das Wachstum des Unternehmens sei intakt und die Geschäftsentwicklung im Jahr 2014 lasse sich gut berechnen. Die Aktie befindet sich auf rasantem Erholungskurs, hat im Wochenverlauf mehr als 18 Prozent zugelegt.

Analystenlob auch für Carl Zeiss Meditec

Carl Zeiss Meditec: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch die Aktie von Carl Zeiss Meditec war nach einer positiven Analystenstudie gefragt. Die Commerzbank hat den Titel nach Zahlen von "Hold" auf "Add" hochgestuft, aber das Kursziel auf 25 Euro belassen. Neue Produkte dürften den Aktienkurs des Medizintechnik-Konzerns stützen, hieß es zur Begründung.

Delticom-Aktie im Sinkflug

Im SDax setzte sich der Kursrutsch der Delticom-Aktie fort. Nach enttäuschenden Zahlen zum zweiten Quartal hat die Commerzbank das Kursziel von 35 auf 28 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Hold" belassen. Delticom habe noch einen weiten Weg vor sich, um eine überzeugende Strategie zur Margensteigerung zu präsentieren.

Ukraine-Krise bremst Gesco

Die Gesco-Aktie gehörte ebenfalls zu den SDax-Verlierern. Die Beteiligungsfirma bekommt die Investitionszurückhaltung der Kunden infolge der politischen Krisen in Osteuropa und anderen Regionen der Welt zu spüren. Gesco sieht sich nach einem schwachen ersten Quartal auf Jahressicht am unteren Ende der Prognosen.

SKW-Aktie im freien Fall

Jenseits der großen Indizes brechen Papiere von SKW Stahl-Metallurgie um bis zu 58 Prozent ein. Der neue Vorstand sieht signifikanten Wertberichtigungsbedarf. Durch die Belastungen könnten möglicherweise Kreditbedingungen teilweise nicht eingehalten werden, was den Kreditgebern Kündigungsmöglichkeiten eröffnen würde. Allerdings finden dem Unternehmen zufolge konstruktive Gespräche mit den Banken statt.

Beate Uhse kann nicht punkten

Der Erotikkonzern blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück und hat seine Profitabilität kräftig nach oben geschraubt: Die Aktie ist seit 2013 in einer Seitwärtsrange gefangen und gehörte auch heute zu den Verlierern.

BHP Billiton will Aluminium-Sparte abspalten

An der Londoner Börse sorgte der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton für Gesprächsstoff. Das Unternehmen will seine Sparten für das Aluminium-, Mangan- und Nickel-Geschäft abstoßen. BHP macht den Großteil seines Gewinnes mit Eisenerzen.

Smartphones: Google-Betriebssystem einsame Spitze

Die dominanten Smartphone-Betriebssysteme von Google und Apple haben die Konkurrenz praktisch vollständig verdrängt. Gemeinsam kamen Android und iOS im zweiten Quartal auf einen Marktanteil von 96,4 Prozent bei Smartphones, wie die Marktforscher IDC errechneten. Mit Android wurden den IDC-Schätzungen zufolge mehr als 255 Millionen Smartphones verkauft. Damit erreicht das Google-System einen Marktanteil von 84,7 Prozent. Der Marktanteil von Apples iOS sank auf 11,7 Prozent.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday
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Google A: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Sony setzt auf selbstfahrende Autos

Der japanische Elektronikriese Sony plant einem Bericht zufolge die Massenfertigung von hochsensiblen Kameras für selbst fahrende Autos. Die Produktion dieser "elektronischen Augen" werde in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres starten, berichtete die Wirtschaftszeitung "Nikkei". Im Jahr 2016 könnten die Autos großer Hersteller dann mit den Bildsensoren ausgestattet werden.

Applied Materials mit Gewinnsprung

Gestern nach US-Börsenschluss ließ sich Applied Materials in die Bücher schauen. Der Smartphone-Boom hat die Kassen des US-Chipausrüsters üppig gefüllt. AM wies für sein drittes Geschäftsquartal einen überraschend kräftigen Anstieg des Nettogewinns um rund 80 Prozent auf 301 Millionen Dollar aus. Der Umsatz legte um 15 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar zu. Die Aktie stieg nachbörslich um 1,7 Prozent.

Monster-Alarm bei Coca-Cola

Coca-Cola will sich mit Energy Drinks stärken und steigt für 2,15 Milliarden Dollar mit 16,7 Prozent beim kalifornischen Spezialisten Monster Beverages ein.

Coca-Cola: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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GM investiert in Brasilien

General Motors: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum Intraday
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Derweil will General Motors seine Position im hart umkämpften Automarkt Brasiliens mit Milliarden-Investitionen festigen. In den kommenden fünf Jahren sollen umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro in dem größten südamerikanischen Land investiert werden. Auch die deutschen Autobauer BMW, Mercedes-Benz, Audi und VW investieren hohe Millionen-Beträge in die Pkw-Produktion in Brasilien.

Brasilianisches Bietergefecht?

Unterdessen zeichnet sich ein milliardenschweres Bietergefecht um den brasilianischen Breitband-Provider GVT ab, für den Telefonica Anfang des Monats 6,7 Milliarden Euro geboten hat. Nun fordert die Telecom Italia ihre spanische Rivalin mit der Aussage heraus, ebenfalls Interesse an GVT zu haben.

GE: Neuer Versuch, neues Glück?

Electrolux, der schwedische Hersteller von Haushaltsgeräten (AEG), will die Hausgeräte-Sparte von General Electric kaufen. Bislang gibt es aber keine Einigung. Der Verkauf könnte GE Insidern zufolge zwischen 2,0 und 2,5 Milliarden Dollar einbringen. GE hatte schon einmal versucht, die Sparte loszuwerden, war mit diesem Vorhaben aber 2008, mitten in der Finanzkrise, gescheitert.

Rosneft leidet unter Sanktionen

Unterdessen hat Russlands größter Ölkonzern Rosneft unter dem Druck westlicher Sanktionen nach Medienangaben Regierungshilfe beantragt. Das Unternehmen soll unter anderem um Unterstützung zur Tilgung von umgerechnet 31 Milliarden Euro Schulden gebeten haben. Rosneft bekommt wegen internationaler Ukraine-Sanktionen gegen Russland derzeit kein Geld am Kapitalmarkt.

ts

Stand: 15.08.2014, 20:00 Uhr

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Der Dax hat in der vergangenen Woche mehr als ein Prozent zugelegt. Das liegt weniger an guten Unternehmensmeldungen als vielmehr an der Hoffnung auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Europa. Ein Rückblick.

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Tagestermine am Freitag, 29. August

Unternehmen:
ACS: Halbjahreszahlen
Strabag: Q2-Zahlen, 07:30 Uhr
Warimpex: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Deutschland: Einzelhandelsumsatz, Juli, 8 Uhr
EU: Verbraucherpreise August, 11:00 Uhr
EU: Arbeitsmarkt Eurozone, Juli, 11:00 Uhr
Italien: BIP zweites Quartal, endgültig 11 Uhr
USA: Persönliche Einkommen und Konsum Juli, 14:30 Uhr
USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen August, endgültig, 15:55 Uhr

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