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Marktbericht 20:02 Uhr

Dax unter 9.000 Punkte gefallen

Talfahrt in ungewohnte Tiefen

Allmählich wird es ernst. Der Dax hat am Mittwoch die Marke von 9.000 Punkten gerissen - erstmals seit Ende Oktober 2013 und deutlich schneller als gedacht. Und glaubt man den Auguren ist das Ende der Fahnenstange damit noch nicht erreicht.

Der Dax beendet den Handel mit einem Abschlag von 1,00 Prozent bei 8.995 Punkten, nachdem er kurz davor bei 8.960 Punkten auf sein Tagestief gesunken war. Der MDax sank um 1,11 Prozent auf 15.377 Punkte. Der TecDax gab um 1,79 Prozent auf 1.181 Punkte nach.

Kurzfristig könnte der Dax bis auf 8.900-Punkte fallen. Sollte auch dieser Bereich durchbrochen werden, sind weitere Kursverluste programmiert. Die nächste charttechnische Unterstützung befindet sich dann erst im Bereich von 8.500 Punkten.

Es gebe derzeit überhaupt keine positiven Impulse, kommentierte Chefanalyst Jens Klatt vom Broker DailyFX die Lage. Hauptgrund für den erneuten Kursrutsch sind neben den zahlreichen geopolitischen Konflikten die sich rapide eintrübenden Wirtschaftsaussichten in der Eurozone, allen voran in Deutschland. Nach der revidierten Prognose des IWF, haben offenbar auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognose für Deutschland gekappt. In ihrem Herbstgutachten erwarten sie nur noch 1,3 Prozent Wachstum in diesem Jahr und noch bescheidenere 1,2 Prozent für 2015, berichtet das "Handelsblatt" heute vorab.

An der Wall Street lassen sich die Anleger davon nicht beeindrucken. Aus ihrem Konjunkturtuef hat sich die US-Wirtschaft längst erholt. In New York schreckt die mögliche Zinswende der Notenbank Fed die Anleger ab. nach dem gestrigen Kursrückgang kann sich der Dow Jones-Index am Mittwoch aber stabilisieren.Bei Börsenschluss in Frankfurt am Abend notiert der amerikanische Leitindex ein halbes Prozent höher bei 16.820 Punkten.

Warten auf Alcoa

Gespannt warten die Investoren deshalb auf die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls des letzten Offenmarktauschusses Mitte September um 20 Uhr unserer Zeit. Davon erhoffen sie sich Hinweise auf den Zeitpunkt der ersten Zinsanhebung in den USA nach der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Derzeit wird mit der Zinswende für Mitte 2015 gerechnet.

Wie es an den Börsen weitergeht, wird auch entscheidend von der Berichtssaison der Unternehmen abhängen. Die wird am Abend nach Börsenschluss an der Wall Street wie gewohnt von dem Aluminiumkonzern Alcoa eingeläutet.

Euro legt zu

Der Euro hat sich am Mittwoch vor der Veröffentlichung des Fed-Protokolls etwas erholt. Bei Börsenschluss in Frankfurt kostet die Gemeinschaftswährung 1,2680 Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2645 (Dienstag: 1,2607) Dollar fest.

Monsanto veringert Verlust

Der weltgrößte Hersteller von Saatgut und Genpflanzen Monsanto hat dank eines starken Geschäfts mit Mais und Soja seinen Verlust verringert. Der Fehlbetrag ging im vierten Geschäftsquartal auf 156 Millionen Dollar zurück nach 249 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Den Verlust aus dem fortlaufenden Geschäft bezifferte Monsanto auf 27 Cent je Aktie. Von Reuters befragte Analysten hatten dem Konzern jedoch mehr zugetraut und mit einem geringeren Verlust von 24 Cent je Aktie gerechnet. Die Anleger reagieren dennoch erfreut.

Deutsche Bank befeuert Fresenius

Bei den Einzelwerten ist die Fresenius-Aktie der mit Abstand stärkste Wert im Dax. Die Deutsche Bank hat den Wert mit einem Kursziel von 47 Euro zum Kauf empfohlen, was der Aktie einen Schub von mehr als vier Prozent verleiht. Der Gegenwind an vielen Fronten lasse endlich nach und gleichzeitig trügen die Wachstumsinitiativen des Medizintechnikkonzerns Früchte, schreibt Analyst Gunnar Romer. Schon im nächsten Jahr dürfte das Unternehmen wieder zweistellige Wachstumsraten ausweisen.

Eon will Spanien-Geschäft verkaufen

Besser als der Gesamtmarkt entwickelt auch die Eon-Aktie. Der Versorger will sich Insidern zufolge von seinem Spanien-Geschäft trennen. Das gesamte dortige Portfolio könnte mit rund zwei Milliarden Euro bewertet werden. Als Käufer wird der spanische Versorger Endesa genannt. Eon hatte allerdings vor einigen Jahren für eine deutlich höhere Summe seine Geschäfte in Südeuropa ausgebaut.

SAP und Conti abgestraft

ZU den schwächsten Werten im Dax gehören dagegen die Aktien von Continental und SAP. Während es zu dem Autozuliefer keine Meldungen gibt, erklärt sich der Kursverlust bei SAP offenbar durch einen Medienbericht. Händler verweisen auf einen Bericht von "Börse-Online", wonach SAP einen Einstellungsstopp verfügt hat. "Das lässt einige Broker - vor allem außerhalb Deutschlands - am Erreichen der Geschäftsziele zweifeln", sagte ein Händler.

Lufthansa von Konkurrenz getroffen

Auch die Lufthansa gehört erneut zu den schwächsten Werten im Dax. Dabei wird das Papier von Aussagen des Konkurrenten Air France-KLM belastet. Dem ist durch den zwei Wochen langen Pilotenstreik ein Verlust von einer halben Milliarde Euro entstanden. Das nehmen Anleger zum Anlass, die Lufthansa-Aktie überdurchschnittlich stark ins Minus zu schicken.

K+S: Düstere Perspektiven

Die Aktien von K+S haben ihre jüngsten Kursverluste ebenfalls ausgeweitet. Grund ist eine Herabstufung durch die Citigroup. Analyst Andrew Benson senkte sein Kursziel für die Papiere des Dünger- und Salzproduzenten in einer Studie um 5 auf 19 Euro und empfiehlt deren Verkauf. Schwächere Gewinnperspektiven für Landwirte dürften 2015 deren Bereitschaft mindern, Kalidünger zu kaufen. Daher habe er die Ergebnisprognosen für K+S reduziert.

Evotec wieder nahe Jahrestief

Im TecDax hat die Aktie des Biotech-Unternehmens Evotec ihre Talfahrt beschleunigt und ist mit Abschlägen von fast sieben Prozent unter ihr diesjähriges Jahrestief von 2,80 gerutscht. Nachrichten aus der angeschlagenen Firma gibt es heute aber keine. Seit Jahresbeginn hat die Evotec-Aktie rund 25 Prozent an Wert eingebüßt.

Gerresheimer wird vorsichtiger

Im MDax ist die Gerresheimer-Aktie unter Druck. Grund ist eine verdeckte Gewinnwarnung. Der Spezialverpackungs-Hersteller rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem Umsatzplus von rund vier Prozent, statt der bisher angepeilten vier bis sechs Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte bei 255 bis 258 Millionen Euro liegen. Hier hatte der MDax-Konzern bisher 250 bis 265 Millionen Euro erwartet.

KlöCo heruntergestuft

Auch die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co (KlöCo) verlieren überdurchschnittlich. JPMorgan hat die Einstufung von "Overweight" auf "Neutral" zurückgefahren und das Kursziel von 12,50 auf 11,00 Euro reduziert. Stahlkocher seien im aktuellen Marktumfeld besser aufgestellt als Stahlhändler wie KlöCo, hieß es. Derzeit ließe sich eher die Gewinnmarge bei der Stahlerzeugung steigern als die Absatzpreise. Letztere seien für KlöCo aber besonders wichtig.

CropEnergies leidet unter Preisverfall

Der Bioethanol-Hersteller CropEnergies hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 seinen Umsatz um neun Prozent auf 405 Millionen Euro verbessert. Das Ebitda brach von 42 auf 13 Millionen Euro ein. Sinkende Preise für Bioethanol lasteten auf dem Ergebnis.

Scout24 vor IPO

Der Internetportalbetreiber Scout24 steht offenbar kurz vor einem Börsengang. Das berichtet "Die Welt". Noch in dieser Woche werde das Unternehmen, zu dem Portale wie ImmobilienScout und AutoScout gehören, Details mitteilen. Die bisherigen Eigentümer könnten sich von 25 Prozent ihrer Anteile trennen - für angeblich 500 bis 700 Millionen Euro.

Traumschiff: Gläubigerversammlung nicht beschlussfähig

Zur ersten Gläubigerversammlung der MS Deutschland-Anleihe 2012/17 wurden mit nur 44,01 Prozent weniger als 50 Prozent der ausstehenden Schuldverschreibungen angemeldet. Damit war aufgrund zu geringer Präsenz keine Beschlussfähigkeit gegeben. Die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH wies darauf hin, dass ein Dialog mit den Gläubigern über eine Verbesserung der Finanzierungsstruktur der Gesellschaft dringend notwendig ist. Daher wird die Gesellschaft in Kürze eine zweite Gläubigerversammlung einberufen.

lg

Stand: 08.10.2014, 20:02 Uhr

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