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Marktbericht 20:11 Uhr

Marktbericht positiv

Hoffnung auf Lösung im Griechen-Drama

Stimmungswechsel an den Börsen

Nach dem Kursrücksetzer zum Wochenstart ist der Dax am Dienstag wieder auf die Beine gekommen. Spekulationen um einen Kompromiss im griechischen Schuldenstreit machten die Anleger wieder zuversichtlich.

Wochenlang spielte Griechenland an den Börsen keine Rolle. Nun plötzlich aber bewegt jede Nachricht um die Zukunft des angeschlagenen Euro-Lands die Märkte. "Wie ein Seismograph", meint Marktstratege Andreas Paciorek vom Handelshaus CMC Markets.

Am Dienstagvormittag belastete die unversöhnliche Haltung zwischen der griechischen Regierung und Griechenlands Gläubigern die Aktienmärkte. Am Mittag kam dann die unverhoffte Wende. Ein Medienbericht heizte Spekulationen auf einen nahenden Kompromiss im Schuldenstreit an. Die Nachrichtenagentur Market News International meldete, dass die EU-Kommission am Mittwoch vorschlagen werde, das Hilfsprogramm für Hellas um sechs Monate zu verlängern. Die Europäische Zentralbank (EZB) wäre unter solchen Bedingungen bereit, von griechischen Banken wieder Staatsanleihen des Landes als Sicherheiten für einen Kredit zu akzeptieren.

Schäuble-Dementi lässt Anleger kalt

Der mögliche Kompromiss zog Europas Aktienmärkte kräftig ins Plus. Der Dax stieg um 0,85 Prozent auf 10.754 Punkte, der EuroStoxx50 gewann rund ein Prozent. Die Athener Börse machte gar einen Riesen-Sprung um acht Prozent nach oben. Dass am Nachmittag Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Spekulationen zurückwies und sagte, der Medienbericht müsse falsch sein, konnte die Kauflaune der Anleger kaum bremsen. "Der Markt will einfach glauben, dass eine Lösung des Streits unmittelbar bevorsteht", meinte ein Händler. Niemand könne sich wirklich vorstellen, dass man Griechenland fallenlasse.

Coca-Cola belebt den Dow

Auch an der Wall Street standen die Zeichen auf grün. Der Dow lag zwei Stunden nvor Handelsschluss 0,6 Prozent im Plus. Neben Griechenland stützte ein starker Quartalsbericht von Coca-Cola die US-Börsen. Der Softdrink-Hersteller meldete erste Erfolge seines Sparkurses. Der Gewinn je Aktie lag über den Erwartungen. Zudem kündigte Coca-Cola einen zwei bis drei Milliarden Dollar umfassenden Aktienrückkauf an.

Euro wieder über 1,31 Dollar

Die Unsicherheit um Griechenland lastete auf dem Euro. Zunächst sank die europäische Gemeinschaftswährung auf unter 1,13 Dollar, erholte sich dann aber im Zuge der Gerüchte um einen Kompromiss in der Griechenland-Frage. Am Abend behauptete sich der Euro bei 1,1310 Dollar. Der Goldpreis stagnierte derweil bei rund 1.233 Dollar. Stefan Keitel, Anlagestratege der Berenberg Bank, wertete es als positives Zeichen, dass der Preis trotz der aktuellen Dollar-Stärker die Marke von 1.200 Dollar je Feinunze verteidige. "Gold fängt wieder an zu glänzen", meinte er.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Conti rast auf die Pole Position

Im Dax führten einige der Vortagesverlierer die Gewinnerliste an, allen voran Conti. Die Aktie des Autozuliefers war Dax-Spitzenreiter mit einem Plus von über drei Prozent – trotz schwacher Michelin-Zahlen. Beim französischen Reifenhersteller brach der Gewinn 2014 um 8,5 Prozent auf 1,03 Milliarden Euro ein. Analysten hatten mit 1,3 Milliarden Euro gerechnet.

Autoaktien zurück auf der Gewinnerspur

Auch die Autowerte schalteten den Gang um. Nach den gestrigen Verluste legte BMWüber zwei Prozent zu, Daimler rückte um 1,9 Prozent vor. BMW hat im Januar gut sechs Prozent mehr Autos verkauft als vor einem Jahr. Daimler setzt sich für sein China-Geschäft ehrgeizige Ziele. Man wolle in diesem Jahr "noch schneller als der Premiummarkt wachsen", kündigte China-Vorstand Hubertus Troska an. Chinas Autoverband hat für dieses Jahr ein Branchenwachstum von acht Prozent prognostiziert, Troska will mit Mercedes mindestens zehn Prozent schaffen.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Applaus für HeidelbergCement

Die Aktie von HeidelbergCement zog um 1,4 Prozent an. Die gute Baukonjunktur weltweit und mildes Wetter haben dem Baustoffkonzern zu einem deutlichen operativen Ergebnisanstieg von 13 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro verholfen. Vorstandschef Bernd Scheifele sprach vom "mit Abstand besten Jahr seit der Finanzkrise". Die Euro-Schwäche und das billigere Öl sollten das Geschäft von HeidelbergCement 2015 ankurbeln. Beides sorge für Rückenwind, sagte Scheifele.

Lanxess am Dax-Ende

Schlusslicht im Dax war dagegen Lanxess. Nach dem gestrigen Kursplus wegen des möglichjen Teilausstiegs aus dem Kautschjuk-Geschäft machten Anleger Kasse. Analysten zeigten sich skeptisch.

Metro im Rubel-Sog

Im MDax lagen Airbus, MTU, Kuka und Medienaktien ganz vorn. Zu den Verlierern zählte dagegen die Metro mit einem Minus von 2,5 Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Der Handelskonzern hat im ersten Quartal einen Gewinnrückgang um gut 10 Prozent auf 404 Millionen Euro verschmerzen müssen. Die Zahlen seien gut beziehungsweise im Rahmen der Erwartung, sagte ein Händler. "Metro hat allerdings ein Problem - und das heißt Russland."

Guter Winterauftakt der Tui

Gute Geschäfte der konzerneigenen Hotels und Kreuzfahrtlinien haben bei Tui den üblichen Verlust zum Start der Wintersaison gelindert. Im ersten Geschäftsquartal (bis Ende Dezember) stand unter dem Strich ein Verlust von knapp 105 Millionen Euro - nach 110 Millionen ein Jahr zuvor. Heute hält der Reisekonzern in Hannover seine erste Hauptversammlung nach der Fusion mit Tui Travel ab. Dort kündigten die Tui-Manager die Bündelung der fünf Charterflugflinien an. Die Aktie reagierte kurz positiv auf die Nachrichten, schloss aber unverändert.

Hugo Boss nähert sich dem Dax

Unter die Räder geriet die Hugo-Boss-Aktie. Der Finanzinvestor Permira hat neun Millionen Aktien zu je 102 Euro am Markt platziert und seinen Anteil an dem Modekonzern von bisher 32 auf weniger als 14 Prozent gesenkt. Permira verfügt damit nicht mehr über eine Sperrminorität. Fünf Millionen Aktien gingen an die Familie Marzotto. Die Italiener halten nun rund sieben Prozent an Boss. Durch den nun größerren Streubesitz hat Hugo Boss gute Chancen, in den Dax aufzurücken.

Lampe drückt Aurubis nach unten

MDax-Schlusslicht war die Aurubis-Aktie mit einem Abschlag von 3,5 Prozent. Sie wurde von einer Verkaufsempfehlung belastet. Das Bankhaus Lampe rät zu Gewinnmitnahmen. Die Aurubis-Aktie habe seit ihrem Tief im Oktober um über 42 Prozent zugelegt und sich dabei komplett vom gefallenen Kupferpreis abgekoppelt.

Bilfinger hat neuen Finanzchef

Der angeschlagene Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger sucht mit einen neuen Führung einen Weg aus der Krise. Der Aufsichtsrat gab am Dienstag die Berufung von Axel Salzmann als neuer Finanzchef bekannt. Ein neuer Vorstandschef steht noch nicht fest, der Aufsichtsrat habe aber "eine klare Präferenz für einen Kandidaten". Laut früheren Medienberichten soll der Norweger Per Utnegaard an die Spitze des Konzerns treten.

Grenkeleasing wächst rasant

Im SDax glänzte Grenkeleasing mit seinen Jahreszahlen. Das Unternehmen steigerte 2014 seinen Konzerngewinn um beachtliche 38,3 Prozent auf 65 Millionen Euro. Aktionäre sollen daran aber nicht im vollen Umfang beteiligt werden: Die Dividende steigt "nur" um zehn Prozent auf 1,10 Euro. Die Aktie kletterte zunächst auf ein Rekordhoch, schloss aber dann unverändert.

Reus bleibt Borussia Dortmund treu

Am Dienstagmittag verkündete Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund, dass Sturm-Ass Marco Reus seinen Vertrag bis 2019 verlängert habe. Der Kontrakt erhält keine Ausstiegsklausel. Damit ist ein Wechsel von Reuss zum Rekordmeister FC Bayern München wohl endgültig vom Tisch. Die BVB-Aktie gewann 2,7 Prozent.

Umweltbank verdient so viel wie nie

Aus der dritten Reihe meldete die Umweltbank einen Rekordgewinn von 14,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Das ist ein Plus von acht Prozent. Das Geschäftsvolumen stieg um vier Prozent auf 2,85 Milliarden Euro. Das rückläufige Solar-Kreditgeschäft wurde kompensiert durch eine starke Nachfrage nach Krediten für Wind- und Wasserkjraftprojekte. Die Aktie gab an der Münchner Börse leicht nach.

Deutsche Forfait in den roten Zahlen

Auch die Deutsche Forfait präsentierte Zahlen. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres fiel ein Verlust von 11,5 Millionen Euro an. Der Finanzdienstleister war monatelang auf der Sanktionsliste der US-Behörde OFAC gestanden. Erst im Oktober wurde die Deutsche Forfait von der Liste gestrichen. Seither verzeichnet die Firma wieder eine rege Nachfrage nach Forfaitierungs-Geschäften.

Licht und Schatten bei der UBS

Aus dem Ausland legten mehrere Großbanken ihre Zahlen vor. Besonders ernüchternd fiel die Bilanz der UBS aus. Das Vorsteuerergebnis brah im vergangenen Jahr wegen gestiegener Kosten ein. Nur dank einer milliardenschweren Steuergutschrift konnten die Schweizer unterm Strich den Gewinn um 13 Prozent auf 3,57 Milliarden Franken steigern. Den Aktionären winkt nung die höchste Dividende seit der Finanzkrise An die Anteilseigner sollen 0,75 Franken je Aktie ausgeschüttet werden nach 0,25 Franken im Jahr zuvor. Das kann die Anleger nicht besänftigen. Die Aktie verlor vier Prozent.

Raiffeisen wirft Ballast ab

Die Raiffeisen Bank International zieht nach einem Jahresverlust von knapp einer halben Milliarde Euro die Notbremse und will sich deutlich verkleinern. Die Banktöchter in Polen und Slowenien sowie die Direktbank Zuno sollen verkauft werden. Die geplante Umstrukturierung gibt der Aktie mächtig Auftrieb. Sie schoss um sieben Prozent nach oben.

Erste spart in Ungarn Millionen

Auch Papiere der Erste Group Bank sind stark gefragt. Ungarn hat am Montag zugesagt, die umstrittene Bankensteuer ab 2016 in Schritten spürbar zurückzufahren. Für die Erste Group bedeutet die Entwicklung, dass sich die Bankensteuerlast daraus von 50 auf 10 Millionen Euro im Jahr reduziert.

Intesa Sanpaolo verdient wieder Geld

Aus Italien meldete die Großbank Intesa Sanpaolo ebenfalls starke Zahlen. Der um Soindereffekte berteinigte Gewinn vor Steuern erhöhte sich im vergangenen Jahr um fast 37 Prozent auf 3,44 Milliarden Euro. Die Bank profitierte von der stark gesunkenen Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle. Unterm Strich stand ein Gewinn von 1,25 Milliarden Euro. 2013 hatte Intesa wegen Abschreibungen und einer hohen Risikovorsorge 4,55 Milliarden Euro Miese gemacht.

Telekom Austria verspricht Wende

Die Telekom Austria kündigte am Abend für das laufende Jahr eine Rückkehr zum Wachstumskurs am. Umsatz und Ergebnis sollen steigen. "Nach jahrelanger Dustrstrecke geht es wieder aufwärts", versprach Vorstandschef Hannes Ametsreiter. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse um vier Prozent geschrumpft, eine hohe Abschreibung in Bulgarien führte gar zu einem Verlust von 185 Millionen Euro. Der mexikanische Milliardär Carlos Slim hält die Mehrheit an dem österreichischen Telekom.

Sky kommt Premier League teuer zu stehen

Am Abend wurden die Übertragungsrechte für die britische Prem,ier Lerague vergeben. Im Bietrrennen um die attraktivsten Teile setzte sich Sky durch. Allerdings kostet die Übertragung der Fußball-Spiele eine Menge Geld - 4,2 Milliarden Pfund (5,7 Milliarden Euro).

Mega-IPO von Aena in Spanien am Mittwoch

In Spanien wirft ein milliardenschwerer Börsengang seine Schatten. Die Aktie des weltgrößten Flughafenbetreibers Aena kommt am Mittwoch Medienberichten zufolge zu 58 Euro an die Madrider Börse. Damit würde Aena mit 8,7 Milliarden Euro bewertet. Der Börsengang gilt als Test für das Vertrauen von Investoren in die Erholung der spanischen Wirtschaft.

nb

Stand: 10.02.2015, 20:11 Uhr

Tagestermine am Montag, 9. März

Unternehmen:
Dürr: Jahreszahlen, 7:30 Uhr
Apple: Produktpräsentation, 19 Uhr
Air France-KLM: Verkehrszahlen Februar

Konjunktur:
Deutschland: Handels- und Leistungsbilanz Januar, 8 Uhr;
Sentix-Konjunkturindex März, 10:30 Uhr
EU: Treffen der EU-Finanzminister, Brüssel, 15:00 Uhr

Sonstiges:
Russland: Feiertag, Börse geschlossen

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