Marktbericht 20:10 Uhr

Marktbericht positiv

Dax erholt sich weiter Starker Start in die neue Börsenwoche

Stand: 11.09.2017, 20:10 Uhr

Nachdem Hurrikan "Irma" doch nicht so schlimm gewütet hat wie befürchtet, kaufen die Anleger wieder Aktien. Die Wall Street machte zu Wochenbeginn einen kräftigen Satz nach oben. Und der Dax schaffte den größten Tagesgewinn seit zwei Monaten.

Der 11. September ist kein Datum mehr, was die Anleger verschreckt. 16 Jahre nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center hat die Wall Street den Kursrutsch gut verdaut und notiert deutlich höher. Am 16. Jahrestag von "9/11" ging es an den US-Börsen sogar kräftig aufwärts - freilich aus ganz anderen Gründen.

Erleichterungsrally nach "Irma"

ARD-Börsenstudio: Konrad Busen

Börse 20.15 Uhr: Apple & Stürme regen Börse an

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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22.359,23
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Weil der Wirbelsturm "Irma" nicht ganz so verheerende Schäden anrichtete wie befürchtet, fand eine regelrechte "Erleichterungsrally" statt. "Die Investoren holen nun Aktienkäufe nach, die sie vor dem unsicheren Wochenende aufgeschoben hatten", sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Der Dow lag zwei Stunden vor Handelsschluss 1,1 Prozent höher bei über 22.000 Punkten. Die schlimmsten Erwartungen seien nicht eingetroffen, meinten Marktbeobachter. Der Sturm, der über Florida hinweggefegt ist, hat sich über dem Festland abgeschwächt. Das nationale Hurrikan-Zentrum stufte ihn auf die niedrigste Hurrikan-Kategorie eins zurück.

Dax steigt den fünften Tag in Folge

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.600,03
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Im Sog des starken Dow drehte auch der Dax zu Wochenbeginn mächtig auf. Er stieg um 171 Punkte auf 12.475 Zähler und schaffte den fünften Gewinntag in Folge. Charttechnisch sieht es gut aus: Der Dax hat den Widerstand bei 12.300 Punkten nach oben durchbrochen. Jetzt ist aus technischer Sicht Potenzial bis in den Bereich von 12.500 bis 12.600 Punkten vorhanden.

Leichte Entspannung in der Nordkorea-Krise

Zusätzliche Entlastung kam von der geopolitischen Front: Nordkorea hat am Nationalfeiertag keine neuen Raketen in die Luft gejagt und weitere Provokationen mit den USA vermieden. Allerdings ist es noch zu früh, völlige Entwarnung in der Nordkorea-Krise zu geben. Der UN-Sicherheitsrat will im Laufe des Tages erneut über den Nordkorea-Konflikt beraten und möglicherweise über weitere Sanktionen abstimmen.

Euro fällt unter 1,20 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1944
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Die abflauende Nordkorea-Krise stärkte den Dollar. Im Gegenzug verlor der Euro etwas an Boden. Die Gemeinschaftswährung sackte auf unter 1,20 Dollar ab. Äußerungen von Benoit Coeuré, Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB), belasteten den Euro zusätzlich. Die aktuellen Wechselkursschwankungen beim Euro bezeichnete Coeuré als "Grund für Verunsicherung".

Gold wieder billiger

An den Rohstoffmärkten spiegelt sich die wiedererwachte Risikoneigung der Anleger ebenfalls deutlich wider: Der "sichere Hafen" Gold ist zu Wochenbeginn nicht mehr gesucht, aktuell notiert die Feinunze Gold bei rund 1.333 Dollar fast ein Prozent tiefer.

Die Ölpreise fanden indes keine klare Richtung. Die anfänglichen Kursgewinne schmolzen im Laufe des Tages weg. Am Abend notierte ein Barrel der Nordseesorte Brent nahezu unverändert bei 53,78 Dollar. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg leicht auf 47,78 Dollar. Nach dem Hurrikan "Harvey" normalisieren sich die US-Ölförderung und die Raffinerieauslastung am Golf von Mexiko immer mehr.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1.292,17
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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50,57
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Run auf Rückversicherer-Aktien

ARD-Börsenstudio: Konrad Busen

Börse 15.00 Uhr: Versicherer gefragt

In der Anlegergunst standen die Aktien der Rückversicherer ganz oben. Die Titel der Münchener Rück führten mit einem Plus von gut vier Prozent den Dax an, im MDax schnellten die Titel der Hannover Rück an die Spitze. Der Hurrikan "Irma" war weniger schlimm als befürchtet. Die deutschen Rückversicherer dürften glimpflich davon kommen. Zudem zeichnet sich auf dem Branchentreff "Rendez-Vous de Septembre" in Monte Carlo ab, dass die Rückversicherer nicht zuletzt wegen der jüngsten Wirbelstürme mit stabileren Preisen und besseren Marktbedigungen hoffen dürfen.

Daimler setzt Smart ganz unter Strom

Einziger Dax-Verlierer zu Wochenbeginn war die Daimler-Aktie. Kurz vor dem Start der IAA hat der Autobauer seine "E-Revolution" eingeläutet. Der Konzern will seine Kleinwagenmarke Smart komplett auf elektrische Antriebe umstellen. Bis 2020 soll es in Europa und Nordamerika nur noch Elektro-Smarts geben, sagte Konzernchef Dieter Zetsche am Montagabend in Frankfurt. "Damit wird Smart die erste Automobilmarke, die konsequent vom Verbrenner-Portfolio auf ein reines Elektro-Portfolio umsteigt."

Zetsche kündigte außerdem an, bis 2022 das komplette Autoangebot auch mit Elektroantrieben zur Verfügung zu stellen. Bereits Stunden zuvor auf dem Kapitalmarkttag in Sindelfingen hatte Daimler das Thema E-Mobilität stark betont. Bis 2025 soll ein Viertel des Konzernumsatzes mit Elektrofahrzeugen erwirtschaftet werden. "Das bedeutet aber erst einmal Investitionen, Kosten und sinkende Margen", sagte ein Händler.

VW investiert Milliarden in die E-Mobilität

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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137,90
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Auch Volkswagen fährt seine Investitionen in die Elektromobilität bis zum Jahr 2030 auf 20 Milliarden Euro hoch. Bis 2025 bringen die Konzernmarken insgesamt mehr als 80 neue Autos mit E-Motor auf den Markt, darunter rund 50 reine E-Autos und 30 Plug-in-Hybride, kündigte Vorstandschef Matthias Müller am Montag beim Konzernabend zur IAA an. "Wir haben verstanden, und wir werden liefern. Das ist keine unverbindliche Absichtserklärung, sondern eine Selbstverpflichtung, an der wir uns ab heute messen lassen."

Stahlfusion von Thyssen und Tata auf der Zielgeraden

Die Aktien von Thyssenkrupp legten 1,4 Prozent zu. Dem "Manager Magazin" zufolge stehen der deutsche Konzern und sein indischer Konkurrent Tata offenbar kurz vor dem Zusammenschluss ihrer Stahlsparten. Einem Thyssen-Sprecher zufolge sind die Verhandlungen "auf der Zielgeraden". Eine Einigung sei noch in diesem Monat möglich.

Air Berlin im Aufwind

Auch die Lufthansa stand zu Wochenbeginn im Fokus. Es sieht ganz so aus, als könnte sie bei Air Berlin noch Konkurrenz bekommen: Der Unternehmer Wöhrl bietet nach eigenen Angaben bis zu eine halbe Milliarde Euro für die insolvente Air Berlin. Wöhrls Firma Intro teilte mit, am Sonntag per Fax ein entsprechendes Angebot bei Air-Berlin-Sachwalter Flöther eingereicht zu haben. Die Aktien von Air Berlin ziehen um 13 Prozent an. Eurowings hat sich mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo auf einen Tarifvertrag für das Personal von Air Berlin geeinigt.

JP Morgan treibt Kion auf Rekordhoch

Kion-Aktien stiegen am Montag um bis zu 2,5 Prozent auf 79,60 Euro und waren damit einer der gefragtesten Werte im MDax. Die US-Investmentbank JP Morgan hat die Bewertung von Kion mit einem Anlageurteil von "overweight" gestartet und ein Kursziel von 89 Euro festgesetzt. Kion wachse auf absehbare Zeit organisch deutlich stärker als das Bruttoinlandsprodukt zulege.

Innogy baut Riesen-Windpark

Die RWE-Ökostromtochter Innogy hat in Großbritannien den Zuschlag für einen Riesen-Windpark vor der Ostküste Englands bekommen. Das voraussichtliche Investitionsvolumen betrage umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro, sagte Innogy-Erneuerbaren-Vorstand Hans Bünting. Innogy teilt sich das Vorhaben mit dem norwegischen Staatskonzern Statkraft. Der Windpark Triton Knoll soll 2021 in Betrieb gehen und mit rund 860 Megawatt grünen Strom für rund 800.000 Haushalte erzeugen.

Aixtron weiter im Höhenflug

ARD-Börsenstudio: Konrad Busen

Börse 14.00 Uhr: Verdient Aixtron beim neuen Iphone mit?

Aixtron: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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11,28
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Nach einer Hochstufung der Investmentbank Oddo BHF stiegen Aixtron-Aktien erstmals seit Ende 2014 wieder über die Marke von zehn Euro. Seit Jahresbeginn hat sich der Wert mehr als verdreifacht und bleibt damit der unbestrittene Liebling der Anleger im Technologie-Auswahlindex. Das Kursziel von Oddo BHF von 11,50 Euro räumt dem Titel weiteres Potenzial von mehr als 10 Prozent ein.

Hello Fresh prüft Börsengang

Im SDax rückt Rocket Internet mit einer seiner Beteiligungen in den Fokus. Der Kochbox-Anbieter Hello Fresh prüft neben anderen Finanzierungsmöglichkeiten auch einen Börsengang. "Es ist aber noch keine Entscheidung gefallen", sagte Firmengründer Richter der "Süddeutschen Zeitung". "Ein Börsengang sei aber nur eine Möglichkeit.

Prada-Glanz verblasst

Der italienische Modekonzern Prada kann noch nicht die Früchte seiner Restrukturierung ernten. Nach einem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr warnte das Unternehmen am Freitag, dass die Sanierung länger dauern werde als erwartet. Prada-Chef Patrizio Bertelli nannte keinen Zeitpunkt für den erhofften Umschwung. Vor einem Jahr hatte Prada noch 2017 für seine Trendwende anvisiert. Die Aktie stürzt ab.

Paragon plant Börsengang für Batterie-Tochter

Paragon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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88,95
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Der Automobilzulieferer Paragon will seine Batterie-Tochter Voltabox an die Börse bringen. Noch in diesem Herbst ist die Erstnotiz im stark regulierten Prime Standard geplant. Mit den Erlösen aus dem Börsengang soll die Expansion und die Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens finanziert werden.

Paragon will allerdings langfristig Mehrheitseignerin bleiben. Der Streubesitz soll nach dem Börsengang etwa 40 Prozent betragen. Die Paragon-Tochtergesellschaft profitiert als Hersteller von Lithium-Ionen-Batteriesystemen vom E-Auto-Boom.

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Wen lockt das Börsenparkett? IPO-Pipeline

Formel 1-Reifen von Pirelli

Pirelli

Nach zwei Jahren Börsenpause könnte der italienische Reifenhersteller bereits Anfang Oktober ein neues IPO schaffen. Besitzer ist inzwischendie chinesische ChemChina, die zunächst 35 Przoent der Anteile verkaufen und damit rund 3,3 Milliarden Euro erlösen will. Das Pirelli-IPO wäre das größte in Europa im laufenden Jahr.

nb

Dax-Chart realtime

Tagestermine am Freitag, 22. September

Unternehmen:
Keine Termine absehbar

Konjunktur:
Frankreich: BIP Q2 detailliert
Deutschland: Markit Einkaufsmanagerindex September, 09:30 Uhr

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