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Marktbericht 20:00 Uhr

Marktbericht negativ

12.000 Punkte zu viel für die Anleger

Stärkerer Euro dämpft die Kauflaune

Stand: 23.03.2015, 20:00 Uhr

Der Start in die neue Börsenwoche ist schiefgegangen, denn der stärkere Euro sorgte für Missstimmung bei den Investoren. Angesichts der Kursgewinne der vergangenen Wochen sind Gewinnmitnahmen erwartet worden. Aber die Frage ist, ob der Knick nicht doch die Trendwende einleitet.

Der Dax fällt um 1,2 Prozent auf 11.895,84 Punkte. Den tiefsten Stand markierte er bei 11.858,10 Punkten. Der Late Dax schloss 1,2 Prozent leichter auf 11.899,41 Zählern. Zehn Wochen in Folge hatte der Dax zuvor in der Gewinnzone geschlossen - kein Wunder, das so mancher Investor sich fragt, ob es in Woche elf genauso kommen wird. Zuletzt wurden die Skeptiker immer lauter. boerse.ARD.de hat die Argumente der Optimisten und der Pessimisten für Sie zusammengefasst.

Die Gewinnmitnahmen seien kein Beinbruch, erklärt Jens Klatt von DailyFX. "Zum Ende des ersten Quartals werden die ersten Schnäppchenjäger schon warten und versuchen günstig auf den in den ersten drei Monaten gut gelaufenen Aktien-Zug aufzuspringen", meint der Marktstratege. "Während der Dax in den vergangenen Wochen stark von einem schwächeren Euro profitierte, belastete der starke Greenback die US-Börsen" kommentiert Andreas Paciorek von CMC Markets. "Mit einer wieder anziehenden europäischen Gemeinschaftswährung könnte sich dieses Bild nun umkehren und der Dax wieder abhängiger von der Performance der Wall Street werden." Der Dow Jones lag am Abend rund 0,3 Prozent im Plus.

2015 sind 13.000 Punkte angepeilt

Die Analysten der LBBW sind auf Jahressicht sehr optimistisch: Investmentanalyst Berndt Fernow erhöhte sein Kursziel für den Dax zum Ende des Jahres von 12.000 auf 13.000 Punkte. Eine Konsolidierung werde an den europäischen Aktienmärkten Fernow zufolge zwar wahrscheinlicher. Eine Diskussion über die US-Leitzinsen könnte dafür ebenso den Anlass bieten wie die Zuspitzung der griechischen Finanzlage. Die Jahreshochs dürften aber noch nicht erreicht sein, da viele Anleger noch auf Einstiegsmöglichkeiten warteten, meint der Fachmann.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro kletterte immerhin über die Marke von 1,09 Dollar. Nachlassende Spekulationen auf eine baldige Erhöhung der Zinsen in den USA machen den Euro für Anleger wieder attraktiver. Nach Einschätzung von Experten spekuliert der Markt verstärkt darauf, dass es doch nicht zu einer schnellen Zinserhöhung in den USA kommen wird. Außerdem hatten sich zuletzt mehrere Mitglieder der US-Notenbank besorgt über den starken Dollar gezeigt. Auch EZB-Präsident Mario Draghi half mit positiven Aussagen zur Konjunktur der Eurozone: "Jüngste Daten und Umfrageergebnisse zeigen, dass das Wachstum an Fahrt gewinnt."

Infineon weit vorn

Positive Studien von Goldman Sachs und der Deutschen Bank schieben Infineon an. Die Deutsche Bank rechnet beim Halbleiterhersteller mit einer weiteren Anhebung der Geschäftsziele in diesem Jahr. Analyst Johannes Schaller sieht insbesondere in der Autosparte des Konzerns großes Wachstumspotenzial. Deshalb stufte er die Aktien von "Hold" auf "Buy" hoch und hob das Kursziel von 9,00 auf 13,50 Euro an. Die Experten der Investmentbank Goldman Sachs hoben ihr Kursziel für Infineon von 10,50 auf 11,20 Euro an und beließen die Einstufung auf "Neutral".

Deutsche Bank mit neuer Fantasie

Zu den wenigen Dax-Gewinnern gehörte auch die Deutsche Bank. Medienberichte zufolge könnte das Privatkundengeschäft komplett abgespaltet werden. Der Vorstand habe dem Aufsichtsrat am Freitag drei Modelle vorgestellt, über die spätestens bis zur Hauptversammlung am 21. Mai eine Entscheidung getroffen werden solle.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Laut einem Bericht der "Financial Times" ist die Deutsche Bank erneut ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht DFS geraten. Die Behörde habe sich nun auch in die Ermittlungen zu möglichen Manipulationen des Referenzzinses Libor eingeschaltet. Es sei das erste Mal, dass sich diese Behörde an den Libor-Untersuchungen beteiligt.

Anleger geben Auto-Aktien zurück

Ganz weit hinten haben Auto-Aktien geparkt. "Nach einem großen Verfall an den Terminmärkten kommt es oft zu einem Favoritenwechsel. Das zeigt sich nun an den zuvor sehr gut gelaufenen Autowerten", sagte Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel, mit Blick auf den dreifachen Hexensabbat von vergangenem Freitag. Die Branchenaktien waren seit dem Jahresbeginn dank des billigen Euro und der damit verbesserten Exportaussichten sehr gut gelaufen.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Talanx am MDax-Ende

Beim im MDax gelisteten Versicherungskonzern Talanx wuchs das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um sieben Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 1,96 Milliarden gerechnet. Für 2014 gibt es eine Dividende von 1,25 nach bisher 1,20 Euro je Aktie. Das Gewinnziel für 2015 fällt der Börse mit mindestens 700 Millionen Euro allerdings zu gering aus.

Analyse stützt KlöCo

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat Klöckner & Co von der "Conviction Sell List gestrichen". Analyst Stephen Benson stufte die Papiere des Stahlhändlers auf "Neutral" hoch und hob das Kursziel von 8,10 auf 8,60 Euro an. Die Aktie habe sich einige Zeit unterdurchschnittlich entwickelt. Die meisten negativen Kursfaktoren sollte KlöCo nun hinter sich haben, nachdem sie Anfang März einen schwachen Ausblick auf das erste Quartal 2015 gegeben hätten und drei US-Stahlhersteller Gewinnwarnungen veröffentlicht hätten.

Stada lagert Logistik aus

Der hessische Pharma-Hersteller Stada lagert seine Logistik in Deutschland an die Post-Tochter DHL aus. Das Logistikunternehmen übernimmt die 155 Mitarbeiter an den Standorten Bad Vilbel und Florstadt. DHL plant nach eigenen Angaben Investitionen in einen weiteren Standort und in ein neues IT-System. Der Vertrag zwischen den beiden Unternehmen läuft zehn Jahre. Stada betonte die Einsparmöglichkeiten und will sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Für das weltweit größte Logistikunternehmen DHL zählt das Geschäft mit Gesundheitsprodukten zu einem der am schnellsten wachsenden Bereiche.

Nordex will weiter zulegen

Der Windkraftanlagenbauer Nordex will seinen Umsatz im laufenden Jahr von 1,7 auf 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro in die Höhe schrauben. Die operative Umsatzrendite soll von 4,5 auf 5,0 bis 6,0 zulegen. Damit dürfte das Ebit zwischen 95 und 126 Millionen Euro liegen - nach bisher 78 Millionen 2014. Das TecDax-Mitglied ist für das Erreichen der Mittelfrist-Ziele noch optimistischer. Diese sollen im Jahresverlauf aktualisiert werden.

Patrizia: Aktien statt Dividende

Die im SDax gelistete Immobilienfirma Patrizia spendiert ihren Eigentümern wie in den Vergangenheit eine Dividende in Aktienform. Statt einer Ausschüttung in bar erhielten die Aktionäre für je zehn Anteilsscheinen einen weiteren gratis. Den Bilanzgewinn von gut 111 Millionen Euro will das Unternehmen für sich behalten und für die Aktionäre eine Kapitalerhöhung aus Firmenmitteln stemmen. "Bei den vorangegangenen Ausgaben sogenannter Gratisaktien für die Geschäftsjahre 2011, 2012 und 2013 erfuhr Patrizia großen Zuspruch", hieß es.

Änderungen im Stoxx 600

Im Stoxx 600, dem europäischen Gegenstück zum S&P 500, gibt es Änderungen bei den deutschen Mitgliedern. Der Autozulieferer Dürr wird aufgenommen. Dafür muss die Rhön-Klinikum AG den Index verlassen. Rhön hatte einen Großteil seines Geschäfts an die Fresenius-Tochter Helios verkauft. Der Wechsel wird am heutigen Montag vollzogen.

Greiffenberger präsentiert Zahlen

Nach vorläufigen Zahlen schloss der Greiffenberger-Konzern 2014 mit einem Umsatz von 152,2 Millionen Euro (Vorjahr: 155,2 Millionen) und einem Ebit von 2,4 Millionen Euro ab. Im Vorjahr hatte das Ergebnis noch bei 6,0 Millionen Euro gelegen. Das Konzernjahresergebnis nach Steuern lag nach nach Angaben des Managements bei minus 0,4 Millionen Euro nach 1,3 Millionen im Jahr zuvor.

Luxusaktien bei JP Morgan nicht mehr "en vogue"

Die Analysten von JPMorgan haben angesichts der leichten Aufwertung des Euro in den vergangenen Tagen für die europäische Luxusgüter-Branche den Daumen gesenkt: Sie stuften den Sektor herunter auf "neutral" von "overweight". Zudem seien die Aktien zuletzt schon stark gestiegen; das gelte vor allem für Christian Dior und die Titel des weltgrößten Luxusgüterkonzerns LVMH.

Pirelli geht nach China

Vielleicht wird bald noch ein Platz im Stoxx 600 frei. Denn der größte chinesische Chemiekonzern in Staatsbesitz, ChemChina, will den italienischen Reifenhersteller Pirelli kaufen. In einem ersten Schritt übernehmen die Chinesen 26,2 Prozent der Pirelli-Anteile vom größten Aktionär Camfin und bezahlen dafür 15 Euro je Aktie. Diesen Preis will ChemChina jetzt auch allen anderen Anteilseignern bieten.

Arabischer Großaktionär Aabar bereitet UniCredit-Ausstieg vor

Der arabische Investor Aabar Investment will offenbar seine UniCredit-Beteiligung abstoßen oder zumindest deutlich reduzieren. Der Fonds aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) plane die Platzierung einer Anleihe, die in Anteile an der italienischen Großbank gewandelt werden könne, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Fonds hält aktuell 6,5 Prozent an der italienischen Großbank. Das Aktienpaket ist derzeit rund 2,4 Milliarden Euro wert.

ts

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Tagestermine am Mittwoch, 1. April

Unternehmen:
Barry Callebaut: Halbjahreszahlen, 7:00 Uhr
Gigaset: Telefon-Pk zu den Jahreszahlen, 10:00 Uhr
Daimler: Hauptversammlung in Berlin, 10:30 Uhr
Zurich Insurance: Hauptversammlung in Zürich, 14:15 Uhr
Monsanto: Q2-Zahlen

Konjunktur:
Japan: Tankan-Bericht, 1.Quartal, 01:50 Uhr
China: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe und Dienste März, 03:00 Uhr
USA: ADP-Arbeitsmarktbericht März, 14:15 Uhr;
ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe März, 16:00 Uhr;
Bauausgaben Februar, 16:00 Uhr:
Energieministerium Ölbericht (wöchentlich), 16:30 Uhr,
PKW-Absatz März;

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