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Börsentrend 18:00 Uhr

Anleger nutzen Schwächephase

Späte Erholung an den Börsen

Mit glänzenden Zahlen der US-Großbanken hat sich am Mittwoch die US-Berichtssaison fortgesetzt. Dennoch wagten sich die Anleger nur vorsichtig aus der Deckung. Der Dax schloss nach anfänglichen Verlusten etwas höher - dank der Vorgaben der Wall Street.

Vier Jahre nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers verdienen die US-Großbanken wieder Milliarden. Branchenprimus JP Morgan erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn von 21,3 Milliarden Dollar. Goldman Sachs verdreifachte seinen Überschuss auf 7,5 Milliarden Dollar. Die Analystenprognosen wurden übertroffen. Trotzdem hielt sich die Freude an den Börsen in Grenzen.

Die US-Börsen eröffneten mit Verlusten, konnten diese dann aber wenigstens etwas reduzieren. Der Dax drehte ins Plus und beendete den Xetra-Handel bei 7.691 Punkten. Der EuroStoxx 50 stagnierte.

Fondsmanager steigen wieder ein

Offenbar nutzten viele Fondsmanager die Schwächephase des Markts, um zu günstigeren Preisen wieder einzusteigen. "Die Angst, mehrjährige Kurssteigerungen zu verpassen, ist größer als die vor einer möglichen Kurskorrektur", sagte ein Händler in Paris.

Weltbank senkt Wachstumsprognose

Die Weltbank drückte etwas die Stimmung an den Börsen. Sie nahm ihre Prognose für die globale Entwicklung kräftig zurück. Nach ihrer Einschätzung dürfte die Weltwirtschaft 2013 nur noch 2,4 Prozent wachsen - minimal mehr als im Vorjahr. Noch vor einem halben Jahr hatte die Weltbank mit einem Zuwachs von drei Prozent gerechnet.

Zudem warnte die Weltbank vor einem Vertrauensverlust durch den Budgetstreit in Washington. Die Ratingagentur Fitch drohte, den USA ihr "AAA"-Rating zu nehmen, sollten die verantwortlichen Politiker nichts gegen die überbordende Staatsverschuldung unternehmen.

US-Konjunktur bleibt stabil

Für etwas Halt sorgten stabile US-Konjunkturdaten. Die Industrieproduktion wuchs im Dezember um 0,3 Prozent. Die Verbraucherpreise stagnierten im Dezember wie erwartet. Der Kernindex ohne schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Lebensmittel stieg zum Vormonat leicht um 0,1 Prozent. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet.

Euro wieder über 1,33 Dollar

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Euro berappelte sich bis zum Abend etwas. Die Gemeinschaftswährung kletterte wieder über 1,33 Dollar. Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker hatte zeitweise den Euro mit der Aussage belastet, das jetzige Wechselkursniveau wäre "gefährlich hoch". Dem widersprachen am Mittwoch EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler.

Deutsche Finanzwerte im Minus

Auf der Verliererseite notierten die Finanzwerte, allen voran die Versicherer Münchener Rück und Allianz.- Die Aktien der Commerzbank sackten um 0,8 Prozent ab, die Titel der Deutschen Bank reduzierten ihre Verluste auf minus 0,2 Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Banktitel zuletzt stark gelaufen waren.

Milliardengewinne der US-Großbanken

Die Zahlen der US-Großbanken gaben kaum Auftrieb. Dabei konnten diese sich sehen lassen. JP Morgan verbuchte im vierten Quartal einen Gewinnsprung von gut 50 Prozent auf 5,69 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie sprang auf 1,39 Dollar - 23 Cent mehr als erwartet. Goldman Sachs konnte den Gewinn je Aktie mehr als verdreifachen auf 5,60 Dollar. Während die Aktien von Goldman drei Prozent steigen, geben die Papiere von JP Morgan etwas nach.

UBS beflügelt Fresenius

Auf der Kaufliste der Anleger standen am Mittwoch vorwiegend defensive Titel wie Fresenius. Die Papiere legten rund drei Prozent zu. Die Analysten der UBS haben die Fresenius-Aktien auf ihre Empfehlungsliste gesetzt und die Kursverluste der letzten Wochen als überzogen beschrieben.

Dunkle Wolken über Europas Autokonjunktur

Autoaktien reagierten kaum auf die schwachen Zulassungszahlen in Europa im vergangenen Jahr, die heute bekannt wurden. Der Autoabsatz in Europa fiel auf den tiefsten Stand seit 17 Jahren. Die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge in der EU schrumpfte um gut acht Prozent auf rund zwölf Millionen.

Deutsche Börse auf Partnersuche

Laut Insider-Kreisen spricht die Deutsche Börse derzeit mit der Börse Istanbul über eine Partnerschaft. Dabei gehe es eher um eine Kooperation als eine Beteiligung. Mit Nyse Euronext gebe es gar Verhandlungen über einen Einstieg oder eine Überkreuz-Beteiligung. Derweil hat die Tochter des Börsenbetreibers Clearstream ihre Kräfte im immer wichtiger werdenden Sicherheiten-Geschäft mit anderen Marktteilnehmern gebündelt. Clearstream gab eine Allianz mit Partnern aus mehreren Ländern bekannt. Die Aktie der Deutschen Börse schloss leicht im Plus.

Fusionsgespräche zwischen Tui Travel und Tui

Mit einem Plus von fast neun Prozent war die Tui-Aktie MDax-Spitzenreiter. Die Tochter Tui Travel bestätigte am Nachmittag Gespräche über eine Zusammenführung mit der Konzernmutter. Ein Reverse Takeover werde aber nicht erwogen. Die Fusion brächte deutliche Kosteneinsparungen.

Metro kann nicht überzeugen

Die Metro-Aktien konnten ihre anfänglichen Kursgewinne nicht behaupten und rutschten ins Minus. Der Handelsriese hat im abgelaufenen Jahr keine großen Sprünge gemacht. Der Umsatz erhöhte sich um 0,5 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro und lag damit leicht unter den Analystenschätzungen. Die komplette Bilanz wird am 20. März vorgestellt.

BB Biotech schafft Wende

Die im TecDax notierte Beteiligungsfirma BB Biotech aus der Schweiz  hat im abgelaufenen Jahr die Gewinnwende geschafft und netto 368 Millionen Franken verdient. Im Vorjahr lag der Verlust noch bei 146 Millionen Franken. Die Aktie reagierte mit leichten Zugewinnen.

Cewe hat Ziel erreicht

Erstmals in der Firmengeschichte hat der im SDax notierte  Fotospezialist Cewe Color den Umsatz auf über 500 Millionen gesteigert. Dies gab das Unternehmen im Rahmen vorläufig veröffentlichter Unternehmensdaten bekannt. beim Betriebsergebnis ( Ebit) hat Cewe Color sein Ziel von 27 bis 33 Millionen Euro erreicht, hieß es weiter. Endgültige Zahlen wird es Ende Februar geben. Die Zahlen kamen gut an, die Aktie stieg gut ein Prozent.

Biotest kommt in den USA voran

Die Biotest-Aktie schloss ebenfalls rund ein Prozent höher. Das Pharmaunternehmen aus dem hessischen Dreieich erwirbt die Rechte an einem Präparat gegen Immunschwäche und wird künftig für das US-Biotechunternehmen ADMA Biologics Spezial-Blutplasma liefern. Zusätzlich wird für ADMA ein Immunglobulin-Präparat hergestellt. Die Arznei mit der Bezeichnung RI-002, die aus menschlichem Blutplasma gewonnen wird, soll Patienten mit einer vererbten oder auf einem Gendefekt beruhenden Immunschwäche helfen.

Stand: 16.01.2013, 17:55 Uhr

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